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Flüchtlingshilfe: Spendenflut zwingt zum Sammel-Stopp

Von Die Flut von Spenden für Flüchtlinge überwältigt die Helfer. Eine Rüsselsheimer Moschee musste die Sammlung stoppen, da zunächst einmal Ordnung geschaffen werden muss.
Sammeln Spenden: Adnan Dayankac und Orhan Ciftci, Vorsitzender des Vorstandes der DITIB-Moscheegemeinde in Rüsselsheim. Foto: Robin Göckes Sammeln Spenden: Adnan Dayankac und Orhan Ciftci, Vorsitzender des Vorstandes der DITIB-Moscheegemeinde in Rüsselsheim.
Rüsselsheim. 

Kinderspielzeug, Roller, Windeln, Winterkleidung, Jacken und Mäntel: Die Gemeinde der DITIB Ayasofya Moschee an der Uranstraße hatte zur Spendensammlung für Flüchtlinge aufgerufen – und kam anschließend fast nicht mehr hinterher. Auf einer Länge von knapp 15 Metern türmen sich meterhoch die großen Plastiksäcke zu kleinen Bergen auf, in denen die Helfer der Gemeinde die meisten Spenden verpackt haben. Und das nach nur gut einer Woche, in der die Gemeinde die Spenden angenommen hat. „Wir mussten sogar schon wieder Leute wegschicken, weil wir einfach nicht mehr hinterher kommen. Jetzt müssen wir erstmal einen Überblick bekommen, weshalb wir die Spendensammlung jetzt erst zunächst gestoppt haben“, sagt Orhan Ciftic, der Vorsitzende der Gemeinde.

 

Windeln extra gekauft

 

Viele der Spenden seien von Familien gekommen, die etwa gut erhalten Kleidung abgaben oder Kinderspielzeug, das von den eigenen Kindern nicht mehr genutzt wurde. „Aber diese Windeln hier, die hat extra jemand gekauft“, sagt Gemeindemitglied Adnan Dayankac, der auch Vorsitzender des Ausländerbeirats in Rüsselsheim ist, während er den Berg von gespendeten Gütern betrachtet.

Für ihre Gemeinde sei es selbstverständlich, den Flüchtlingen zu helfen, die derzeit in großer Zahl Deutschland erreichen, berichten Dayankac und Ciftic. Da schon nach einer Woche so viele Spenden bei ihnen eingegangen sind, hat sich Ciftic jetzt mit einer Gemeinde im hessischen Alsfeld ausgetauscht. Dort sollen einige der Sachspenden wahrscheinlich in neue Hände kommen. „Wir wollen jetzt damit anfangen, strukturierter vorzugehen und nicht einfach ziellos alles anzunehmen. Verstärkt wollen wir jetzt etwa Schulsachen nachfragen“, berichten sie. Ohnehin glauben sie, dass derzeit aufgrund des großen Spendenvolumens ein klein wenig der Überblick fehle, was wo konkret gebraucht wird.

 

Ansprechpartner fehlt der Gemeinde

 

Was sie ganz konkret bräuchten, wäre ein Ansprechpartner, der ihnen Kontakt zu einer Familie vermittelt, die finanzielle Hilfe benötigt. Denn in der Gemeinde wurden nicht nur Sachspenden gesammelt. Immer nach den Freitagsgebeten wurden auch Geldspenden angenommen, mit denen die Gemeinde nun eine Familie, etwa in Form eines Mietzuschusses, ein ganzes Jahr lang unterstützen möchte.

Und die Hilfe geht weiter. Zum Opferfest wollen die Gemeindemitglieder hilfsbedürftige Menschen zum Frühstück einladen, auch an einem Spendenbasar Anfang Oktober in der Böllenseesiedlung wollen sie sich beteiligen. Und vier der acht Unterrichtsräume in den Räumen der Gemeinde wollen sie zudem für Sprachkurse für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. „Uns ist es in dieser Situation einfach wichtig, einen Teil der Verantwortung zu tragen. Je mehr mitmachen, umso leichter wird die Last“, sagen Dayankac und Ciftic.

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