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Kleiderkammer öffnet extra für Asylbewerber: Sportanzüge sind besonders beliebt

Bei der DRK-Kleiderkammer durften sich bei einem Sonderausgabetermin Flüchtlinge in aller Ruhe einkleiden. Anders als die üblichen Hilfsbedürftigen, dürfen sie direkt an den Regalen auswählen.
Viel zu tun haben Eva Heinrich, Inge Kersting und Edith Heineck (von links) von der DRK-Kleiderkammer bei der Sonderausgabe von Kleidung für Flüchtlinge. Foto: Rüdiger Koslowski Viel zu tun haben Eva Heinrich, Inge Kersting und Edith Heineck (von links) von der DRK-Kleiderkammer bei der Sonderausgabe von Kleidung für Flüchtlinge.
Raunheim. 

 Edith Heineck, Eva Heinrich und Inge Kersting haben alle Hände voll zu tun. Die DRK-Kleiderkammer hat Asylbewerber zu einer Sonderausgabe eingeladen. Insgesamt haben sich 23 Personen bei der Kleiderkammer im Souterrain des Stadtzentrumsgebäudes angemeldet. Dort ist am Mittag also einiges los. Frauen, Kinder und Männer suchen sich in Kleingruppen eingeteilt Kleidungsstücke heraus, schauen, ob sie etwas nach ihrem Geschmack finden. Helal Hotak braucht eine Jacke und eine Hose. „Meine Lieblingsfarben sind rot und blau“, sagt der Afghane lachend. Der Mann konnte bei seiner Flucht aus Afghanistan nicht viel Kleidung mitnehmen. Deshalb ist er froh, dass die Kleiderkammer des DRK den Flüchtlingen Kleidungsstücke überlässt. „Ich finde das gut. Es ist auch umsonst“, meint Helal Hotak, der seit zwei Monaten in Raunheim lebt und schon einige Worte Deutsch spricht.

Als er seine Jacke zur Anprobe auszieht, staunen die drei Damen vom DRK nicht schlecht. Helal Hotak entspricht so gar nicht dem Bild der männlichen Flüchtlinge, die sie bisher in der Kleiderkammer kennengelernt haben. Er ist groß und durchtrainiert und hat ordentliche Muskeln, wie die Frauen schmunzelnd feststellen – er nimmt die Bemerkung mit Humor, gemeinsam wird gelacht, die Stimmung in der Kleiderkammer ist gut.

Die Frauen des DRK wünschen von den Spendern Sportschuhe und Sportkleidung in kleinen Männergrößen, weil „die Leute eher klein gewachsen und eher schmal sind“, sagen sie. Sportschuhe und Trainingsanzüge tragen sie gerne als Alltagskleidung, als Freizeitbekleidung, wie es viele einheimische junge Leute doch auch machten. Kindersachen werden aber ebenfalls benötigt.

 

Drei bis vier Teile darf jeder einpacken

 

Die DRK-Kleiderkammer schiebt nicht ohne Grund Sondertermine für Asylbewerber ein. Die Damen wollen die Asylbewerber nicht mit den üblichen Hilfsbedürftigen zusammenbringen. Denn die Flüchtlinge dürfen im Gegensatz zu den üblichen Kunden hinter die Theke bis an die Regale heran, um sich ihre Sachen selbst auszusuchen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich unter den anderen Hilfsbedürftigen immer wieder Personen befinden, die die Kleidung einfach aus den Regalen reißen, berichten die Frauen. „Da können wir jedes Mal zwei Stunden aufräumen“, berichtet Eva Heinrich. Ihnen legen die Damen deshalb eine große Auswahl von Kleidungsstücken auf die Theke. Die Asylbewerber seien genügsam. Vielleicht seien sie auch schüchtern und zurückhaltend, weil sie in Deutschland geduldet werden, meint Edith Heineck. Drei bis vier Kleidungsstücke darf jeder einpacken. Je nach dem, wie viele Jacken, Pullover, Hosen oder andere Teile vorhanden sind.

Jetzt haben viele von ihnen nach Frühlings- und Sommerkleidung geschaut. Für die DRK-Helferinnen sind diese Wünsche nicht so ganz einfach zu erfüllen. Denn sie tauschen gerade Winter gegen Sommerkleidung aus. Die Kapazität ist aber begrenzt, und noch haben sie nicht alle Kleidungsstücke aus dem Lager in die Kammer schaffen können.

Einige Spender geben übrigens Kleidung speziell für Flüchtlinge ab. Diesen Wunsch zu erfüllen, ist wegen der begrenzten Lagerkapazität nicht ganz einfach, schließlich kann die Kleidung nicht getrennt einsortiert werden. Deshalb kommt sie wie die übrige Kleidung der Allgemeinheit zugute. Sportsachen legen die Frauen mittlerweile speziell für die Flüchtlinge zurück.

Zusammen mit Wula Franz, der vierten Helferin im Bunde, verbringen sie bis zu drei Stunden in der Woche in der Kleiderkammer. In dieser Zeit werden Kleidungsstücke angenommen, ausgegeben und sortiert. Die Ausgabetermine mit den Flüchtlingen bereiten ihnen viel Freude. „Da kommen wir mit den Menschen in Kontakt“, erzählt Eva Heinrich. Die Flüchtlinge seien sehr offene Menschen. Den DRK-Helferinnen ist aufgefallen, dass die Kinder bereits sehr gut Deutsch sprechen können.

Die nächsten Termine

Kleidungsstücke können am 9. Mai, 6. Juni, 22. Juli, 12. September, 10. Oktober, 7. November und 12. Dezember jeweils von 14 bis 16 Uhr abgegeben werden.

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