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Kultur: Stolze junge Künstler stellen aus

Im Rathaus ist noch bis kurz vor Beginn der Sommerferien der „Kleine Kunstpfad“ zu sehen. Das Projekt der Grundschule Innenstadt lief über zwei Jahre.
Stolz auf ihr Schaffen: Katerina (von links), Lissy, Helen, Sara und Noah haben zwei Jahre lang an ihren Kunstwerken gearbeitet. Stolz auf ihr Schaffen: Katerina (von links), Lissy, Helen, Sara und Noah haben zwei Jahre lang an ihren Kunstwerken gearbeitet.
Rüsselsheim. 

Der Stolz ist ihnen ins Gesicht geschrieben: Die kleinen Künstler der Klasse 4 b aus der Grundschule Innenstadt stehen neben ihren Werken und strahlen. Zwei Jahre lang haben sie daran gearbeitet, jetzt darf die Rüsselsheimer Öffentlichkeit die Skulpturen und Plastiken des „Kleinen Kunstpfades“ sehen. Geleitet hat das Projekt die Kunstpädagogin Anette Stock.

„Dass zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren Kunstwerke unserer Schüler hier zu sehen sind, ist etwas ganz besonderes“, sagt sie und verweist auf die Ausstellung „Kinderaugen – mein Blick auf Rüsselsheim“, die im Juli 2017 ebenfalls im Rathaus präsentiert wurde.

Der „Kleine Kunstpfad“ ist nun das Endprodukt dieses Projekts. Gut 20 Objekte sind in der jetzigen Ausstellung auf weißen Präsentationssäulen zu sehen. Sie spiegeln die Lebenswelt der Kinder wider, zeigen Figuren aus Videospielen oder Zeichentrickserien, aber auch Fantasiemotive.

Drei Skulpturen aus Ytong wurden ganz demokratisch von den Schülern schließlich zu den besten Kunstwerken gekürt. Sie zeigen die Figur Sponge-Bob, eine Fantasiefigur und eine dreiteilige Herz-Skulptur mit dem Namen „Mein Herz für Rüsselsheim“. Dass die Stadt die Umsetzung des Projekts finanziell unterstützt hat, zeige, dass es ihr wichtig sei, die Kinder durch die Möglichkeit, ihre Umwelt aktiv zu gestalten, zum Teil der Stadtgesellschaft werden zu lassen, so Stock. Insbesondere dankt sie deshalb Kulturmanager Christian Reiling sowie dem Kinder- und Jugendbüro und dem Jugendbildungswerk.

Hergueta als Begleitung

Auch Mario Hergueta ist an Ort und Stelle, er war als begleitender Künstler Teil des Projekts. Die Kinder durften ihn besuchen, Fragen stellen und den „Großen Kunstpfad“ als Vorbild bestaunen. Karl-Heinz Schneckenberger, der das Grußwort spricht, findet ebenfalls lobende Worte. „Euer Kunstpfad ist genau so wichtig wie der ,Große Kunstpfad’“, findet er. „Es ist wichtig, dass Kinder lernen, ihre Fantasie zu entwickeln und umzusetzen. Behaltet die Lust, kreativ zu sein“, so der Hobby-Künstler und Stadtverordnete von Linke / Liste Solidarität.

Dann wird das Mikrofon an die Künstler selbst übergeben. In einem kurzen Film zeichnen die Kinder ihre Arbeitsprozesse nach, sie sind in Arbeitskleidung und voller Motivation zu sehen. Anschließend dürfen sie ihre Kunstwerke, wie sich das für eine Vernissage gehört, vorstellen und ins Gespräch mit den Gästen kommen. Selbstkritisch reflektieren sie, was ihnen schwer gefallen ist an der Arbeit (Farben mischen, Details herausarbeiten), was leicht war (anmalen) und wie es jetzt mit der Skulptur oder der Plastik weitergeht.

Verkaufen oder behalten?

„Wir verkaufen die Skulptur“, sagen Noah und Quentin entschieden. Beide haben die Sponge-Bob-Figur, das Gewinner-Objekt, gestaltet. Noah möchte seinen Teil an Kinder in Indien spenden. „Wir kaufen uns neue CDs“, sagt Lissy entschlossen.

Die Idee mit dem Verkauf der Werke sei von den Kindern gekommen, erzählt Stock. Fast alle nennen als Verkaufsgrund die Tatsache, dass sie viel Arbeit reingesteckt haben. Andere wollen keinesfalls verkaufen. „Die Skulptur ist mir ans Herz gewachsen“, gibt eine kleine Künstlerin zu.

Interessierte können sich über Anette Stock mit den jungen Kunstschaffenden in Verbindung setzen. Die Preise rangieren zwischen 3,50 Euro und 36 Euro.

„Wir sind stolz, dass wir das geschafft haben“, sagt Katerina überzeugt. Sara stimmt ihr zu: „Dass wir unsere eigene Kunstveranstaltung haben, ist toll.“ Auch Lehrerin Anette Stock ist stolz. Ihr pädagogischer Ansatz sieht seit jeher langfristige Projekte vor. Dass das Konzept aufgeht und die Schüler durchhalten, liegt in erster Linie an den Kindern selbst. „Sie tragen das durch ihre Interessen“, sagt Stock.

Das Umfeld in Rüsselsheim ist für sie ein ideales. „Mein Kunstpädagogen-Herz hüpft. Nicht nur die Opelvillen haben wir als außerschulischen Lernort vor der Tür, sondern nun auch noch den Kunstpfad“, sagt Stock glücklich. „Was kann uns besseres passieren?“

 

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