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Zuhause für Insekten: Volksbank und Nabu setzen sich für Naturschutz auf Gewerbeflächen ein

Von Um ein Zeichen gegen den Insektenschwund zu setzen, kooperieren Nabu und Volksbank miteinander: Insektenhotels an den Filialstandorten sollen alles anlocken, was kreucht und fleucht.
Gemeinsam für mehr Naturschutz: Markus Walter (Volksbank, von links), Werner Eitle (Nabu Groß-Gerau) und Dieter Baumgardt (Nabu Rüsselsheim) Gemeinsam für mehr Naturschutz: Markus Walter (Volksbank, von links), Werner Eitle (Nabu Groß-Gerau) und Dieter Baumgardt (Nabu Rüsselsheim)
Rüsselsheim. 

Noch ist das Hotel unbewohnt, hunderte Zimmer stehen leer. Diesen Winter werden vermutlich keine neuen Gäste mehr einziehen, im Frühjahr 2019 soll es dann aber richtig losgehen in den Insektenhotels: Schmetterlinge, Käfer und vor allem Wildbienen sollen kommen.

Darauf hoffen Markus Walter, Vorstand der Rüsselsheimer Volksbank, Dieter Baumgardt (Nabu Rüsselsheim) und Werner Eitle (Nabu Groß-Gerau). Gerade hat Walter ein taillenhohes Insektenhotel im Zusammenhang mit dem Projekt „Grüner Gürtel Groß-Gerau“ als Spende an den Nabu übergeben – bald wird es in einem Groß-Gerauer Kindergarten aufgehängt. Außerdem bereichern seit kurzem vier kleinere Sechsbeiner-Unterkünfte verschiedene Volksbank-Standorte in Rüsselsheim.

Die ungewöhnliche Kooperation zwischen Bank und Naturschutzbund sei angeregt worden durch den Hamburger Nabu, erklärt Werner Eitle. „Warum sollte man die Immobilienstandorte großer Unternehmen ungenutzt lassen?“, sei dort gefragt worden.

Fortan wurden dort verstärkt Naturschutzmaßnahmen implementiert. Eine Idee, die die hiesige Volksbank auch für Rüsselsheim für machbar hält.

Mehr Nischen schaffen

„Ich denke, der Grund ist nachvollziehbar“, sagt Walter. „Für Tiere wird es immer schwieriger, Nischen im urbanen Raum zu finden.“ Um ein Zeichen gegen den eklatanten Insektenschwund zu setzen, habe sich die Volksbank dazu entschiedene, Insektenhotels aufzustellen.

Über 1000 Euro habe sie investiert. Zu finden sind die schmalen, mit allerlei Röhrchen, Schlitzen und Spalten versehenen Häuschen in den Filialen in der Haßlocher Straße, der Virchowstraße, der Brunnenstraße in Bauschheim und der Kohlseestraße in Königstädten. „Vor allem soll das ein Anreiz sein, dass andere Unternehmen vielleicht einen ähnlichen Schritt wagen“, erklärt Walter.

Viel Platz nähmen die Hotels schließlich nicht ein, und – einmal angebracht – müsse man sie nur sich selbst überlassen. „Sie sollten nach Osten oder nach Süden zeigen“, weiß Dieter Baumgardt. Kein Regen sollte hineinkommen.

Samentütchen obendrauf

Ein Ass hat die Volksbank dann noch im Ärmel: Neben dem großen Insektenhotel für die Kita in Groß-Gerau sollen noch zwei weitere im Wert von je 400 Euro an Rüsselsheimer Kitas gespendet werden – und dazu gibt es noch 300 Euro für Wildblumensamentütchen, die im Frühjahr an Bürger verteilt werden sollen.

Kindern das Thema Artenschutz nahe zu bringen hält Walter für ganz besonders wichtig, „damit sie einen Bezug zur Natur bekommen.“ Werner Eitle und Dieter Baumgardt freuen sich sichtlich über das Engagement. Die Arbeit in den Kitas ist auch ihnen ein Anliegen: „Das ist der Schlüssel, da muss man ansetzen!“, sagt Eitle. Ziel sei es letztlich, die gesamte Gesellschaft in das Projekt „Grüner Gürtel Groß-Gerau“ einzubinden – neben Privatpersonen eben auch die Industrie und Gewerbetreibende. Angedacht seien zum Beispiel Blühstreifen oder neue Nistmöglichkeiten für Mauersegler.

Wenn sich Rüsselsheimer Unternehmen fänden, die Interesse haben, könnten Nabu und Volksbank gerne kontaktiert werden, so die Verantwortlichen. „Das ist der Anfang und so soll’s weitergehen“, schließt Eitle zuversichtlich.

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