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Wertstoffhof: Von Grünschnitt bis hin zu Styropor

Auch bei Minustemperaturen bedienen die Mitarbeiter auf dem Wertstoffhof ihre Kunden. Warm eingepackt beantworten sie ihre Fragen und helfen bei der Annahme der Wertstoffe.
Seinen Grünschnitt will Peter Wagner (rechts) loswerden, Abdulkader Massaoudi packt mit an. Bilder > Seinen Grünschnitt will Peter Wagner (rechts) loswerden, Abdulkader Massaoudi packt mit an.
Rüsselsheim. 

Kalt ist es heute. Eisig kalt. Das Thermometer zeigt am frühen Morgen minus sieben Grad an. Aber es hilft alles nichts. Die Mitarbeiter auf dem Wertstoffhof müssen raus. Matthias Schreier, Allal Tahiri und Abdulkader Massaoudi schieben heute Dienst.

Die drei Männer sind dick eingepackt: Eine lange Unterhose, T-Shirts, zwei Jacken, wollige Socken und unter der Mütze noch ein Tuch für die Ohren, zählt Schreier seine winterliche Ausstattung auf. Die Sicherheitsschuhe sind nicht gefüttert. Solche sind zumindest da, aber mit den dicken Socken geht es erstmal. Die Arbeitshandschuhe sind jedoch dick gefüttert.

An Heizung wärmen

„Wenn man steht, wird es kalt, aber wenn man sich bewegt ist es besser“, weiß Schreier aus Erfahrung. Und wenn keine Kundschaft auf dem Wertstoffhof ist, können sie sich in der Hütte an der Heizung aufwärmen. „Wenn man längere Zeit draußen ist, wird es kalt“, erzählt Massaoudi.

Im Pausenraum des Städteservice Raunheim / Rüsselsheim können sie sich mit warmen Kaffee und heißem Tee versorgen. „Es muss gehen“, stellt Tahiri salopp fest. „Zu Hause geht es sofort in die warme Badewanne“, kündigt Schreier an.

Genug geschwätzt, Kundschaft fährt auf den Hof. „Ich habe Kartons“, informiert Beate Kronenburg Massaoudi, der auf die Frau zugeht. Der 57-Jährige hilft ihr beim Entsorgen im Container für Altpapier. „Ich habe auch noch Styropor“, sagt die Kundin. Die Mitarbeiter seien immer sehr freundlich und zuvorkommend, lobt sie die Helfer auf dem Wertstoffhof.

1913 Tonnen Bauschutt

Auf dem Wertstoffhof sind sechs Mitarbeiter beschäftigt, die im Schichtsystem arbeiten, informiert Tanja Kilp. Der Wertstoffhof ist montags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr geöffnet, an den übrigen

clearing

Samstags wird der Wertstoffhof meist überrollt, dann laden 400 bis 600 Leute alle möglichen Stoffe ab, berichtet Prokuristin Tanja Kilp. Aber auch an den Werktagen fahren täglich noch 100 bis 180 Leute vor. Selbst an einem gewöhnlichen Dienstagvormittag herrscht eigentlich durchgehend Betrieb.

Die drei Männer bedienen ohnehin lieber Kunden, als die Zeit totzuschlagen. Der Kastenwagen einer Baufirma fährt vor. Recep Demirel steigt aus und öffnet den Laderaum. Dispersionsfarbe, und nicht zu knapp. Die Annahme ist gebührenpflichtig. 32 Euro soll der Kunde bezahlen. Er nimmt das klaglos hin, muss allerdings erst einmal Geld holen.

Der Hinweis auf die gebührenpflichtige Annahme einiger Wertstoffe führt immer mal wieder zu Auseinandersetzungen mit der Kundschaft. „Wir haben auch schon Leute vom Hof verweisen müssen“, erzählt der 49-jährige Schreier. Einige bezahlen, andere fahren davon und nehmen ihren Müll wieder mit. Die Mitarbeiter kennen ihre Pappenheimer. „Wenn die Leute suchend aus dem Fenster schauen, machen wir uns gleich auf den Weg und fragen, was sie entsorgen möchten“, sagt der 57 Jahre alte Tahiri.

Besser als Regen

Nach einer halben Stunde müssen er und seine beiden Kollegen Schreier und Massaoudi sich doch einmal aufwärmen. „Aber die Kälte ist immer noch besser als Regen“, versichert Massaoudi. Alle drei waren mal bei anderen Bereichen des Städteservice beschäftigt und haben sich aus gesundheitlichen Gründen versetzen lassen.

Ein älterer Mann steuert sein Auto auf den Hof. Bernd Geisenhainer möchte Quarzsteine abliefern. Für den Flohmarkt des Städteservice. In den nächsten Wochen bringt er noch mehr Steine vorbei. Schreier erzählt, dass immer mal wieder Leute nur mit einem Stück vorbeischauen. Gerade Senioren wollen einfach ein bisschen quatschen. Viele Gesichter sind den Mitarbeitern bekannt. Man begrüßt sich, man redet.

Mitunter befinden sich auch schwarze Schafe unter den Kunden. Das sind Leute aus anderen Kommunen, die in Rüsselsheim gar keine Wertstoffe abgeben dürfen. „Es kommt schon vor, das wir Leute abweisen müssen“, berichtet Schreier.

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