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Stadtpolitik: Wer zahlt den Karstadt-Abriss in Rüsselsheim?

Von Wegen der damit verbundenen Kosten fordert ein Politiker, dass die Stadt den Abriss des ehemaligen Karstadt-Gebäudes nicht selbst übernimmt. Derweil haben zwei Unternehmer einen offenen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben.
Nicht nur die Fassade bröckelt: Das ehemalige Karstadt-Gebäude in der Innenstadt ist marode. Nicht nur die Fassade bröckelt: Das ehemalige Karstadt-Gebäude in der Innenstadt ist marode.
Rüsselsheim. 

Bevor es neu bebaut werden kann, muss das Gelände um das ehemalige Karstadt-Gebäude erst einmal abgerissen werden. Geht es nach dem Rüsselsheimer Magistrat, übernimmt das die Stadt selbst. Doch wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag ein Antrag des fraktionslosen Stadtverordneten Prof. Mathias Flörsheimer diskutiert, der sich genau dagegen richtet. Vielmehr solle ein Investor beziehungsweise ein Bauträger die Kosten für den Abriss tragen. Flörsheimer fordert außerdem, dass nicht der Magistrat darüber entscheidet, wer den Abriss übernimmt, sondern die Stadtverordnetenversammlung. „Geheimhaltung bei dieser Entscheidung ist fehl am Platze“, heißt es in der Begründung. Der Aufsichtsrat des städtischen Wohnungsbauunternehmen Gewobau, dem das Gelände gehört, hatte gerade erst entschieden, es selbst entwickeln zu wollen.

Beschluss kippen

Das würde einschließen, dass die Gewobau auch den Abriss übernimmt. Vorausgesetzt, die Stadtverordneten kippen den Beschluss des Aufsichtsrats nicht.

Ansonsten solle ein möglicher externer Investor auch für den Abriss des Geländes aufkommen, betont Baudezernent Nils Kraft (SPD). Die Kosten für den Abriss würden wohl etwa eine Million Euro betragen.

Indes kritisieren die Rüsselsheimer Immobilien-Unternehmer Thomas und Stephan Schildge Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) in einem offenen Brief. Bausch ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Gewobau und hatte die Entscheidung gegen einen externen Investor forciert.

Die Schildges werfen dem OB vor, man kommuniziere damit in Richtung möglicher Investoren, dass die Politik privaten Investoren eine derartig anspruchsvolle Aufgabe nicht zutraut. „Permanent wird der in Rüsselsheim so dringend benötigte Aufbruch heraufbeschworen, um ihn sodann in einer hastig verkündeten politischen Entscheidung wieder einzukassieren und im Keime zu ersticken“, schreiben sie.

Positives Umfeld schaffen

Die offiziellen Vertreter der Stadt müssten „in die Welt hinauseilen“ und die Stadt und ihre Vorteile, wo immer es geht, bewerben. Ziel müsse es sein, ein positives Umfeld und Rahmenbedingungen zu schaffen, so dass private wie auch gewerbliche Investoren gerne ihr Kapital in Rüsselsheim investieren „Wir würden uns freuen, wenn die Vernunft wieder Einzug erhält und die politischen Machtkämpfe sowie daraus resultierende Entscheidungen in einem derartigen Verfahren außen vorbleiben“, äußern sich die beiden Unternehmer. Dies habe insbesondere in der Nachbarstadt Raunheim zu einer „äußerst positiven Entwicklung“ beigetragen.

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