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Bezüge zum Nachbarland: Wie französisch ist Opel?

Die Zukunft von Opel wird blau, weiß und rot. Mit der jetzt perfekten Übernahme durch den französischen Automobilkonzern PSA wird ein frankophiler Wind durch die Werkshallen in Rüsselsheim wehen.
GM und der Einfluss aus Amerika auf den Autobauer gehört zur Geschichte. Baguette statt Barbecue, sozusagen. Wobei: so richtig neu ist das mit dem französischen Einfluss auf die Familien- und Firmengeschichte von Opel ja nicht. Schließlich spielte das Nachbarland immer mal wieder eine mehr oder weniger tragende Rolle.

1862

Nicht nur die Zukunft von Opel wird französisch, die Anfänge der Firma waren es in gewisser Weise auch schon. Schließlich führte seine Gesellenwanderung den damals noch jungen Adam Opel bis nach Paris. In der französischen Hauptstadt arbeitete er mit seinem Bruder zusammen in einer Nähmaschinenfabrik – mehr als nur ein bisschen Inspiration für die Anfänge seiner eigenen Firma im Jahr 1862 in Rüsselsheim.

Opel-Nähmaschine, die erste.

1901

Das neue Jahrhundert ist noch nicht alt, da präsentiert Opel auf der Hamburger Automobilausstellung seine Eigenkonstruktion, den Opel-Motorwagen 10/12 PS. Möglich wurde dies unter anderem durch eine Kooperation mit dem 1896 von Alexandre Darracq gegründeten französischen Unternehmen Automobiles Darracq. Die Franzosen steuern zu dem Modell das Fahrgestell bei – also kein ganz unbedeutender Beitrag für die automobilen Anfänge der Firma Opel.


Opel-Modell von 1902  

1913

In den Jahren 1913, 1914 und 1920 war der belgische Radfahrer Philippe Thys der Härteste unter den Harten und auf dem Gipfel seines radelnden Schaffens. Was das mit Opel und Frankreich zu tun hat? Ganz einfach: Der Rüsselsheimer Konzern führte ihn in diesen Jahren praktisch zum Sieg der legendären Tour de France. Thys nahm für diese Tour der Leiden nämlich jeweils auf einem Fahrradmodell aus der Fertigung von Opel Platz, um seine Konkurrenten auszustechen. Wenn Thys also bei der Siegerehrung jubelte, stand der Rüsselsheimer Konzern praktisch mit auf dem Treppchen.

Opel-Werbung aus den 1920ern   

1968

Schnittig, schnell und auch ein bisschen sexy: Der Opel GT wurde nach seiner Markteinführung 1968 rasant zur Erfolgsgeschichte für Opel. Möglich gemacht haben das: die Franzosen. Genauer gesagt die Karosseriefirma Chausson in Gennevoilliers. Dort wurde nämlich das heute schon längst legendäre Blechkleid des GT geschneidert. Auch die Innenausstattung des Flitzers wurde in Frankreich gefertigt, ehe im Opel-Werk in Bochum die Technik eingebaut wurde. Die Franzosen leiteten dann aber auch das Ende des GT ein – der Vertrag zur Fertigung der Karosserien wurde gekündigt.


rüsselsheim opel walter röhrl opel GT
  

1977

Das französische St. Tropez spielt eine entscheidende Rolle in einer Geschichte, die weniger die Firma Opel, als vielmehr die Familiengeschichte betrifft. In den 1970ern eine Hochburg des Jet-Set, der Schönen und der Reichen, bildet St. Tropez den Hintergrund für die Verhaftung von Marie Christine von Opel, genannt Putzi. Die war eine Urenkelin von Adam Opel und genoss mehr oder weniger ausschweifend ihr Leben. Wegen Besitz und Schmuggel von 2,5 Tonnen Haschisch, von denen rund 1,8 Tonnen durch die Polizei gesichert wurden, wurde sie 1977 in der Opel-Villa in dem Nobelort verhaftet. Ende 1978 wurde sie zu zehn Jahren Haft verurteilt. Im Juni 1980 wurde die Strafe halbiert und 1981 kam sie aufgrund einer Amnestie frei. Frankreich war fortan allerdings Tabu für sie.


 
Christine von Opel (Putzi) Bild-Zoom
Christine von Opel (Putzi)
 










2012

Bei steigendem Kostendruck und schwieriger Konkurrenzsituation auf dem Markt heißt es, kreative Lösungen zu finden. Die fand Opel – oder da besser noch GM – im Jahr 2012 in Frankreich. Mit dem Konzern PSA wurde damals bereits eine Kooperation beim Thema Logistik sowie eine Zusammenarbeit bei der Fahrzeugentwicklung vereinbart.

ARS Altmann, Autozulieferer, Atologistik, Opel, Groß-Gerau


 
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