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Familie und Bekannte mit Investmentgeschäften geprellt: 800 000 Euro abgezockt: Ex-Banker geht in Haft

Für sieben Jahre und sechs Monate muss ein ehemaliger Banker aus Nidda wieder hinter schwedischen Gardinen verschwinden. Das Gießener Landgericht sah es nach drei Verhandlungstagen als erwiesen an, dass er seine Familie und Bekannte gewerbsmäßig um fast 800 000 Euro geprellt hat.
Symbolbild Foto: David Ebener/dpa Symbolbild
Nidda/Friedberg. 

Der wegen Betrugs bereits einschlägig vorbestrafte 57-jährige Familienvater soll in 58 Fällen seine Familienangehörige und viele seiner Freunde aus dem engeren Bekanntenkreis große Gewinne im Investmentbereich versprochen haben. Sein Versprechen lautete, mit sicheren Anlagen Renditen von acht bis zwölf Prozent zu erlangen. Und er fand sehr viele Leute, die ihm Vertrauen schenkten.

„Er hat über Jahre seine Mitmenschen dreist und unverfroren abgezockt“, urteilte in seinem Plädoyer Staatsanwalt Rouven Spieler über das Verhalten des Angeklagten. Er sprach von „diabolischer Brillanz“ und nannte den Angeklagten „einen Windbeutel“. Der von ihm angerichtete Schaden belief sich nach Aussage des Gerichts am Ende auf 778 242,80 Euro. Gelder, die viele Geschädigte als Altersvorsorge vorgesehen hatten und deshalb risikofrei anlegen wollten.

Im Laufe des Prozesses hatte der Angeklagte behauptet, das erbeutete Geld für seinen Drogenkonsum und seine Spielsucht verwendet zu haben. Doch das nahm ihm weder der Staatsanwalt noch das Gericht ab. Auch der psychiatrische Gutachter Hans Herrmann Höll betonte, dass er nach eingehender Untersuchung des Angeklagten keinerlei Zusammenhang zwischen dem kriminellen Verhalten des Angeklagten und seinem vermeintlichen Suchtverhalten erkennen könne.

Dem schloss sich sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch das Gericht an. „Weder ihre Drogenabhängigkeit konnte nachgewiesen werden, noch dass sie das ganze Geld aufgebraucht haben“, so der Vorsitzende Richter Jost Holtzmann. Das Gericht folgte dem Gutachter auch bei der Frage der Schuldfähigkeit.

Verteidiger Kai Schmittert hatte zwar versucht, seinen Mandanten als einen psychisch labilen Menschen darzustellen, der schon in seiner Jugend die Welt emotionslos angegangen sei. Anders als der Gutachter plädierte er auf Einweisung des Angeklagten in eine psychiatrische Anstalt, damit er sich einer Therapie unterziehen könne. Der Gutachter hatte dem Angeklagten dagegen jegliche Therapiefähigkeit abgesprochen, „weil ihm als Egozentriker die Einsicht fehlt, sein Leben von Grund auf zu ändern“.

Dem schloss sich das Gericht an. „Bei ihnen ist keine ehrliche Reue zu erkennen. Vielmehr machen sie ihr Umfeld noch für ihr Abrutschen auf die schiefe Bahn verantwortlich“, so der Richter.

(jwn)
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