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Bauprojekt in Karben: Alte Fassade soll der Architektur des Nachbar-Neubaus weichen

Von Dank grundlegender Veränderungen soll das Bauprojekt Bahnhofstraße 64/66 in Groß-Karben doch noch realisiert werden können. Der Investor muss ein verzwicktes Problem lösen – und seine Idee stößt auf Zurückhaltung.
Schon länger umstritten ist der Neu- und Umbau auf dem Grundstück Bahnhofstraße 64 (links) und 66 (Doppelhaus) in Groß-Karben. Nun scheint aber eine Lösung gefunden zu sein. Schon länger umstritten ist der Neu- und Umbau auf dem Grundstück Bahnhofstraße 64 (links) und 66 (Doppelhaus) in Groß-Karben. Nun scheint aber eine Lösung gefunden zu sein.
Karben. 

Es ist derzeit eines von mehreren Projekten in Karben, durch das Grundstücke in Innerortslagen effektiver ausgenutzt werden sollen. Das Grundstück an der Bahnhofstraße ist teilweise stark heruntergekommen. Gut in Schuss ist nur eine Hälfte des Doppelhauses. Denn dieses hat zwei Besitzer. Genau das macht es für den Investor aus Bad Vilbel schwierig: Ihm gehört die andere Seite sowie das Nachbarhaus. Jenes soll wegkommen – und auch die eine Hälfte des Doppelhauses. An dessen Stelle wollte er einen Neubau stellen. Harmonisch hätte der Neubau neben dem halbierten Gründerzeitbau jedoch nicht gewirkt.

Das scheint in diversen Gesprächen und vor allem auch in den Rückmeldungen bei der ersten Offenlage des Bebauungsplan-Entwurfs bereits im vorigen Jahr deutlich geworden zu sein.

Denn inzwischen ist der Entwurf deutlich verändert. „Ich glaube, dass wir die Kurve bekommen“, erläutert Heiko Heinzel, der Leiter des Fachdienstes Bauen im Rathaus. Einige Bedenken und Anregungen hätten zu Umplanungen geführt.

Halbierte Giebelhaube

Diese sehen vor, dass nun auch die verbleibende Doppelhaushälfte umgebaut und der übrigen Architektur angepasst werden soll. Ohne diesen Schritt hätte es wohl sehr gewöhnungsbedürftig aussehen: Das alte Haus mit seiner halbierten Giebelhaube hätte sich gegen die Brandwand des Neubaus gelehnt – also der Altbau mit einem Stockwerk plus recht hohem Dach direkt neben dem Neubau, vier Etagen hoch und mit Flachdach.

Stattdessen wird nun das halbe Doppelhaus in den übrigen Baukörper integriert, dessen Fassadenelemente aufgenommen. Das Rest-Haus verliert sein altes Dach und wird zudem vergrößert, um zum größeren Rest zu passen, zeigen die Planungsunterlagen. Besteht das alte Doppelhaus bisher aus dem Erdgeschoss und einem weiteren Geschoss im Dachbereich, wird nun noch ein drittes Staffelgeschoss darüber ergänzt. Damit ist der ergänzte Altbau dann beinahe so hoch wie der Neubau. Denn der soll drei Stockwerke hoch werden – plus Staffelgeschoss oben drüber.

Nach wie vor sollen zwar das Einzelhaus sowie die nördliche Hälfte des Doppelhauses abgerissen werden. Ein „gestaffeltes Mehrfamilienhaus“ soll an der Stelle des Einzelhauses entstehen, ein weiteres als Anbau an den Doppelhaus-Rest.

Zusätzlich soll im hinteren Grundstücksbereich ein zweigeschossiges Einfamilienhaus gebaut werden. Das Ensemble stammt aus der Feder des Karbener Architekturbüros Schnitzler und Fuchs.

Bis zu 15 Wohnungen

13 bis 15 Wohnungen sollen in den dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern entstehen. Zusammen mit dem neuen Einfamilienhaus sowie den zwei Gebäuden, die auf dem Grundstück bestehen bleiben, gibt es dann 17 bis 19 Wohnungen.

Damit die Bewohner ihre Autos unterbringen können, soll eine Tiefgarage unter den nördlichen Gebäudeteilen entstehen. Darin und auf dem Gelände sind insgesamt 26 Stellplätze vorgesehen. Möglich geworden seien die Lösungen auch, nachdem ein Verantwortlicher beim Vorhabenträger gewechselt habe, erklärt Heiko Heinzel. „Dadurch wurden andere Ideen hereingebracht.“ Die komplett überarbeitete Fassade bringe nun „eine gewisse harmonische Anpassung“. Das Vorhaben sei so für die Behörde einfach zu handhaben.

Auf Nachfrage in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses erklärt Heinzel zudem, dass ein Vergrößern der Gebäudenutzung in jenem Teil des Altbaus, der bestehen bleibe, nicht vorgesehen sei. Zwar werde das Staffelgeschoss ergänzt. „Aber es bleibt dabei, dass es in diesem Haus nur eine Wohnung gibt“, erläutert der Planer.

Das Stadtparlament hat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für eine erneute Offenlage der Pläne gegeben. Einzig die Sozialdemokraten stimmen gegen das Projekt: „Das sieht zwar jetzt etwas gefügiger aus“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Ralf Schreyer. „Aber das sieht noch nicht jeder so.“

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