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Anschlag auf Ex-Rechten-Treff: Angriff verzögert Hundesalon-Eröffnung

Für ihren Anschlag auf den ehemaligen Rechten-Treff in Karben ernten die unbekannten Täter breite Ablehnung in Karben. Besonders das Bündnis offenes Karben hat für die Be- schädigungen kein Verständnis.
Fassade beschmiert, die Fenster eingeschlagen: So sah das leer stehende Ladenlokal in Groß-Karben nach dem Angriff aus. Fassade beschmiert, die Fenster eingeschlagen: So sah das leer stehende Ladenlokal in Groß-Karben nach dem Angriff aus.
Karben. 

Der Anschlag auf den ehemaligen Rechten-Treff in der Bahnhofstraße im Groß-Karbener Ortskern sorgt in Karben für Kopfschütteln. Das sagt der evangelische Klein-Karbener Pfarrer Werner Giesler, einer der zentralen Aktiven beim Bündnis offenes Karben: „Gewalt ist keine Lösung, das haben wir in Karben längst bewiesen.“

Mit dem friedlichen Protest im spontan entstandenen Bündnis hätten die Karbener vor zwei Jahren erreicht, dass die „Projektwerkstatt“ der Neuen Rechten nicht habe Fuß fassen können. „Deshalb ist das schon seit zwei Jahren in Karben kein Problem mehr“, sagt Giesler. Der Anschlag nun, bei dem das Gebäude beschädigt wurde, zeige, dass die Täter uninformiert seien.

Nach der Tat in der vergangenen Woche hatte sich eine Gruppe „Autonome Antifas aus dem Rhein-Main-Gebiet“ per E-Mail an mehrere Zeitungen zu der Tat bekannt. In ihrem Bekennerschreiben erklärt die Gruppe, dass sie die Räume so zurichten wolle, dass diese vorübergehend nicht mehr als rechter Treffpunkt genutzt werden könne.

Schaden weniger schlimm

Doch wird das Ladenlokal seit bald zwei Jahren nicht mehr von rechten Gruppen genutzt. Besitzer Andreas Lichert, tätig im AfD-Kreis- und -Landesvorstand sowie mit besten Kontakten zum rechten AfD-Flügel und anderen Vertretern der Neuen Rechten, ist längst nach Bad Nauheim gezogen. „Da hat die Antifa nicht ordentlich recherchiert“, sagt der Leiter der Polizeistation Bad Vilbel, Jürgen Werner.

Er geht davon aus, dass sich der oder die Täter schlicht das falsche Objekt ausgesucht haben. Der Schaden von 8000 Euro sei aber nicht so groß wie anfangs in der FNP berichtet: „Innerhalb des Gebäudes ist gar kein Schaden entstanden“, sagt Werner. Von außen sei ein „in eine Scheibe ein Loch geschlagen“ worden und es gebe „einen Strich an der Fassade“.

Auch die Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI) um Andreas Balser aus Friedberg verurteilt die Tat: „Der Angriff auf dieses Geschäft ist, wie Gewalt im Allgemeinen, sinnlos und abzulehnen“, schreibt die Antifa-BI in einer Stellungnahme. „Wir lehnen jegliche Form der Gewalt gegen Personen und Sachen ab und werden den geistigen Brandstiftern auch in Zukunft mit Bildung und Aufklärung entgegentreten.“

Primitiv und Blödsinn

Die Tat sei „absoluter Blödsinn, primitiv und undurchdacht“, urteilt Pfarrer Giesler. Die Täter träfen damit nicht einmal die Sache. „Wir in Karben haben ja schon aufgezeigt, wie man mit Rechten ohne Gewalt umgehen und ihnen zeigen kann, dass sie nicht willkommen sind.“

Die Täter hätten es geschafft, dass sich möglicherweise die Eröffnung eines geplanten Hundesalons in dem Ladenlokal verzögert, schüttelt Werner Giesler den Kopf. „Das hat ja fast schon skurrile Züge.“

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