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Auf Spurensuche durch Karben

Auf den Spuren ihrer Vorfahren sind Gäste aus Uruguay in der Karbener Bahnhofstraße unterwegs gewesen. Ohne zu wissen was sie erwartet, erlebten sie so einen denkwürdigen Tag und begaben sich mit Hartmut Polzer auf Zeitreise.
Alle Gäste aus Uruguay um Carla Kulb (vorne Mitte) mit Gisela Koeser-Ruhl (stehend) vor dem Haus in der Bahnhofstraße 47 mit den Stolpersteinen.	Fotos: Privat Bilder > Alle Gäste aus Uruguay um Carla Kulb (vorne Mitte) mit Gisela Koeser-Ruhl (stehend) vor dem Haus in der Bahnhofstraße 47 mit den Stolpersteinen. Fotos: Privat
Karben. 

Ziemlich überrascht waren Gisela Koeser-Ruhl und ihr Mann Harald Ruhl, als fünf Besucher aus Uruguay an der Haustür läuteten. Auf der Suche nach ihren Wurzeln in Europa kamen Carla Kulb mit ihrem Freund Gaston, dessen Eltern und einer Cousine im Rahmen einer Europareise nach Karben. Hier in der Bahnhofstraße 47 lebten einst ihre Urgroßeltern Isidor und Bertha Kulb sowie ihr Großvater Erich Kulb mit seiner Schwester Bella, die 1934 vor dem Naziregime flüchteten.

Dank Carlas Großvater, der Anfang der 90er-Jahre zu einem Dorffest in Karben war, wussten sie um das ehemalige Wohnhaus ihrer Verwandten. Auf gut Glück klopften die fünf an der Haustür des Hauses, das nun die Ruhls bewohnen und erhofften sich Informationen über ihre Vorfahren in Karben.

 

„Plötzlich über Nacht“

 

Diese gab es schließlich von Hartmut Polzer, von der Initiative Stolpersteine, der kurzfristig hinzugeholt wurde. Er erklärte den Gästen die verwandtschaftlichen Verflechtungen der Familie Kulb in Groß-Karben. Im Gegensatz zu vielen anderen jüdischen Familien die in den 1930 Jahren in Karben lebten, ist jedoch über die Familie Kulb relativ wenig bekannt. „Plötzlich über Nacht“, so ein Zeitzeuge, „war die gesamte Familie weg“. Ein Nachbar erinnerte sich, dass ihm der Bäcker Fourier mehrmals ein Brot für die Familie Kulb mitgab, das er dann nach Einbruch der Dunkelheit hinter dem Haus über den Gartenzaun reichen mussten.
 

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Initiative Stolpersteine

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Am 24. März 1934 flüchteten Isidor und Bertha Kulb mit den beiden Kindern nach Frankfurt. Mit dem Plan, ihre Heimat zu verlassen und zu ausreisen, erhofften sie sich in der Großstadt weniger verfolgt zu werden und durch die große jüdische Gemeinde in Frankfurt geschützt zu sein.

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