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Nach 100 Tagen: Bürgermeister Klaus Kreß zieht erste Bilanz

Von Mit dem städtebaulichen Konzept für den Sprudelhof hat der neue Bad Nauheimer Rathauschef Klaus Kreß (parteilos) gleich ein riesiges Projekt angeleiert. Wie es dem 49-Jährigen 100 Tage nach seiner Amtseinführung geht, verrät er dieser Zeitung. Und wie beurteilt sein Vorgänger Armin Häuser (CDU) die derzeitige Lage?
Die Anfangsphase als Bürgermeister erlebt Klaus Kreß als eine spannende Zeit. „Es ging gleich voll los, aber das ist gut so“, sagt der 49-Jährige. Bilder > Foto: Petra Ihm-Fahle Die Anfangsphase als Bürgermeister erlebt Klaus Kreß als eine spannende Zeit. „Es ging gleich voll los, aber das ist gut so“, sagt der 49-Jährige.
Bad Nauheim. 

100 Tage, nachdem der parteilose Klaus Kreß als Bürgermeister von Bad Nauheim vereidigt wurde, fühlt dieser sich gut. „Die Anfangsphase war anstrengend, aber ich habe genau gewusst, worauf ich mich einlasse.“ Da er das Rathaus aus seiner vorherigen langjährigen Tätigkeit als Fachbereichsleiter für Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit gut kannte, habe es keine Schonzeit gegeben.

„Es ging gleich voll los, aber das ist gut so“, sagt Kreß. Die Anzahl der freien Abende habe sich auf null reduziert, freie Wochenenden gibt es nicht mehr, doch die Arbeit mache Spaß. Auch, weil das wichtigste Projekt, das die Stadt zu stemmen hat, während seiner bisherigen Amtszeit besser und konstruktiver verlief, als es der 49-Jährige erwartete: Der geplante Neubau der Therme und die Entwicklung des Sprudelhofs.

Zeitnah und finanzierbar

„Während meines Wahlkampfes hatte ich zu einem Thermenneubau gesagt: Wir sollten auf die Anbindung an den Sprudelhof verzichten, wenn dies zu teuer wäre oder zu lange dauern würde“, schildert der Rathauschef.

Nun aber, nachdem kürzlich das Konzept des Bad Nauheimer Architekten Johannes Hölzinger als städtebaulicher Entwurf für den Sprudelhof ins Spiel kam, setzt sich Kreß für die Anbindung ein. Denn dies und die Errichtung der Therme wären zeitnah und finanzierbar umsetzbar, da eine neue Wohnbebauung entlang der Kopfseite des Sprudelhofs und ein Hotel neben dem Schwimmbad Einnahmen in die Stadtkasse brächten (wir berichteten). Ein so umfangreiches Projekt ist eine große Herausforderung für den neuen Bürgermeister, wie er bestätigt.

Im Austausch bleiben

Als zweite große Herausforderung sieht er, stets den Dialog mit der Bevölkerung zu suchen: „Ich will immer im Austausch bleiben, um Lösungen anzubieten, die möglichst vielen Bürgern und Interessengruppen gerecht werden können.“ Kürzlich hat die erste Bürgerversammlung für ihn als Stadtoberhaupt stattgefunden: Sie drehte sich um das Hölzinger-Konzept. „Es war für mich als Auftaktveranstaltung ein Meilenstein“, bekennt er. „Wir wissen jetzt, worauf wir ein besonderes Augenmerk legen müssen, das ist die Art der Bebauung der Ludwigstraße.“

Hier müsse die Stadt sehr transparent vorgehen. Denn zu den geplanten Wohnhäusern hatten einige Bürger kritisch geäußert, der Sprudelhof werde „zugebaut“. Doch Kritik gehört dazu, ist Kreß überzeugt: „Sonst hätte das Projekt nicht die Chance, ein großer Wurf zu werden.“ Auch seine erste Bürgersprechstunde sei sehr gut verlaufen, die Zusammenarbeit mit den Fraktionen müsse sich entwickeln: „Ich will versuchen, noch mehr auf die Fraktionen zuzugehen“.

Zwei, drei Gesprächsrunden habe er mit deren Vorsitzenden bereits geführt, „das möchte ich gerne fortsetzen“. Und die Zusammenarbeit mit dem neuen Ersten Stadtrat und früheren Fachbereichsleiter-Kollegen Peter Krank (parteilos), sei ebenfalls gut: „Perfekt sogar“, betont er.

Warum sein Vorgänger Armin Häuser (CDU) nicht mit den Hölzinger-Plänen herauskam, obwohl der Architekt im Rathaus bereits 2015 eine Skizze präsentierte, verrät das Ex-Stadtoberhaupt dieser Zeitung auf Anfrage. „Ich wusste, dass Herr Hölzinger an so etwas arbeitet, und ich habe gesagt: ’Es ist ein interessanter, mutiger Entwurf’.“ Doch Häuser glaubte auch, dass das Konzept viele Hindernisse im Detail aufweise und wegen der Wohnbebauung kontrovers diskutiert werden würde: „Was jetzt auch geschieht.“

Therme im Mittelpunkt

2015 habe für ihn die Sanierung der alten Therme im Mittelpunkt gestanden. „Das war für mich das realistische Szenario. Ich ging davon aus: Wenn ich die Hölzinger-Pläne jetzt auch noch bringe, wird es als Zeitverschwendung gesehen.“ In einem Markterkundungsverfahren habe er obendrein die Erfahrung gemacht, für ein Hotel keinen Investor zu finden.

Und noch ein Punkt: Gerd Weiß, Vorgänger des Landesdenkmalpflegers Markus Harzenetter, sei nicht für eine „massive Bebauung“ gegenüber der Kerckhoff-Klinik gewesen. Damals wurde ebenfalls überlegt, die Therme näher an den Sprudelhof zu rücken und daneben ein Hotel zu errichten. Es sei gut, sagt er, „wenn der neue Bürgermeister dieses Projekt bringt, um unvoreingenommen dranzugehen“.

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