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Bad Vilbel: Darum ging im Rathaus tagelang keiner ans Telefon

Von Eine Telefonstörung hat seit Mittwoch die fernmündliche Kommunikation mit dem Bad Vilbeler Rathaus lahm gelegt. Weitere Betriebe in Dortelweil und wohl auch viele Privathaushalte waren betroffen. Gestern endlich wollte die Telekom die Störung beheben.
Sonst nimmt sie 500 bis 1000 Anrufe pro Tag entgegen, doch jetzt herrscht Ruhe bei Annette Flach am Empfang. Die Telefonanschlüsse im Bad Vilbeler Rathaus sind tot, weil ein Glasfaserkabel beschädigt wurde. Sonst nimmt sie 500 bis 1000 Anrufe pro Tag entgegen, doch jetzt herrscht Ruhe bei Annette Flach am Empfang. Die Telefonanschlüsse im Bad Vilbeler Rathaus sind tot, weil ein Glasfaserkabel beschädigt wurde.
Bad Vilbel. 

So etwas hat Annette Flach noch nicht erlebt: Stille an ihrem Arbeitsplatz, und das gleich drei Tage lang. Am Empfang hilft sie nicht nur Besuchern, sich im Bad Vilbeler Rathaus zurecht zu finden. Sondern ihr Telefon klingelt sonst unablässig: Sie ist die „Stimme der Stadt“ und nimmt die Anrufe der Zentralnummer 602-0 entgegen.

Sonst klingelt ihr Apparat geschätzt zwischen 500 und 1000-Mal pro Tag. Seit Mittwoch ist das anders: Plötzlich herrscht weitgehend Stille.

Glasfaserkabel beschädigt

Wegen einer Störung im Telefonnetz der Deutschen Telekom ist die Stadtverwaltung seit Mittwochmorgen nicht mehr fernmündlich erreichbar gewesen (diese Zeitung berichtete). Auch können die Mitarbeiter nicht mehr heraus telefonieren. „Nur intern klappt es noch“, erklärt Stadt-Sprecher Yannick Schwander.

Die wenigen städtischen Mitarbeiter, die dienstliche Mobiltelefone haben, können auf diese zurückgreifen. Damit ist vor allem die Kommunikation der Ordnungspolizei sichergestellt. Wenngleich auch solche Abteilungen natürlich für die Bürger vorübergehend nicht erreichbar sind.

Nicht nur das Rathaus am Sonnenplatz ist betroffen: Auch Anschlüsse in Gebäuden am Dortelweiler Platz, an der Konrad-Adenauer-Allee und weitere in der Friedberger Straße seien betroffen, erklärt Telekom-Sprecherin Alexia Sailer.

Selbst aus dem benachbarten Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach meldeten Geschäftsleute, dass ihre Telefonleitung tot sei. Alexia Sailer bestätigt das nicht, räumt aber ein: „Dass auch Nieder-Erlenbach betroffen ist, ist sehr gut möglich.“ Die Telekom-Sprecherin kann auch den Grund für die Störung nennen: Am Mittwoch sei bei Tiefbauarbeiten auf dem Gelände der Kläranlage Bad Vilbel ein Glasfaserkabel geknickt worden. „Da ein neues Kabel bestellt werden musste, konnten die Tiefbauarbeiten erst heute begonnen werden“, erläuterte sie am Freitagmittag. „Aktuell wird das neue Kabel eingespleißt, wir gehen davon aus, dass die Arbeiten heute am Spätnachmittag beendet sein werden und die Störung damit aufgehoben sein wird.“

Kommunizieren per E-Mail

Rund 150 Kunden seien betroffen, sagt Alexia Sailer. Wobei die Anzahl Betroffener ungleich höher ist: Allein im Rathaus sind 400 Mitarbeiter nicht erreichbar. Das gilt nach Angaben von Yannick Schwander auch für das Bürgerbüro in der Kernstadt sowie Bauhof und Stadtwerke in Dortelweil. Ebenso seien die Anschlüsse im Bürogebäude neben dem Brunnencenter tot. In den Büros residiert unter anderem die Bausparkasse Wüstenrot.

Wie aber reagieren die Bürger? „Viele schreiben E-Mails“, sagt Schwander. Über diesen Weg gibt es auch Antworten: „Zum Glück funktioniert das Internet.“ Gut sei, dass der Schaden mitten in den Sommerferien passiert sei. Viele Bürger sind gerade lieber im Urlaub als „auf der Stadt“ vorzusprechen.

Das bestätigt Empfangsfrau Annette Flach. Doch musste sie auch unschöne Momente ertragen: „Einigen kamen verägert her und haben geschimpft.“ Ihnen habe sie die Situation erklärt.

Und was macht die „Stimme der Stadt“ nun, da diese fernmündlich nicht gefragt ist? Annette Flach lacht. „Ich versuche, mich weiterzubilden“, erklärt sie. „Und komme endlich einmal dazu, Sachen wegzuarbeiten, die sonst immer nur liegen bleiben.“

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