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Holfer Weiß: Das ist der Mann hinter der Heldenberger Apfelbiene aus Nidderau

Von Vor vier Jahren gründete der Nidderauer Holger Weiß zusammen mit seiner Frau Andrea die Heldenberger Apfelbiene. Von zahlreichen Streuobstwiesen in der Wetterau schöpfend, produziert das Ehepaar viele Leckereien rund um Äpfel und Honig.
Der leidenschaftliche Obstbauer Holger Weiß in seinem Element: Zwischen Apfelbäumen und Bienenstaaten. Fotos. Ingrid Zöllner Der leidenschaftliche Obstbauer Holger Weiß in seinem Element: Zwischen Apfelbäumen und Bienenstaaten. Fotos. Ingrid Zöllner
Nidderau. 

Es sind die alten Apfelsorten, die Holger Weiß besonders am Herzen liegen. Der Gravensteiner oder Kaiser Wilhelm Apfel beispielsweise – die meisten dieser Apfelnamen sind uns aus dem Supermarkt nicht bekannt. Mit seinen hochstämmigen robusten Apfelbäumen hat sich Weiß eben diesen Ur-Sorten verschrieben. Die Äpfel aus dem Supermarkt, die sogenannten Plantagenäpfel, seien stark gespritzt, sagt er. Und nicht nur das: „Die Leute möchten halt keinen Apfel, der braun wird, wenn man ihn anschneidet“, stellt er fest. Dabei seien eben die hierfür verantwortlichen Stoffe jene, die gut und gesund für den Körper seien.

Die modifizierten Supermarktäpfel seien ein Grund dafür, warum die Menschen heutzutage verstärkt an Apfelallergien litten, dessen ist sich der Apfelexperte sicher. Wer zur Ur-Sorte greift, der hat vielleicht schneller eine braune Stelle am Apfel, dafür aber keine Verträglichkeitsprobleme und noch dazu das volle Geschmackserlebnis, weiß Holger Weiß.

Beitrag zum Gleichgewicht

Mehr als fünf Hektar Streuobstwiesen bewirtschaftet er. Diese liegen sehr weitläufig verteilt in der Wetterau. Von Nidderau, über Altenstadt und Maintal bis Bad Vilbel – mit seinem Apfelbienen-Kastenwagen ist Holger Weiß dort viel unterwegs. Natürlich hätte er seine Wiesen lieber an einem Stück liegen, aber aufgrund der Tatsache, dass so viele Streuobstwiesen zu Ackerflächen gemacht wurden, sei dies heutzutage hier nicht mehr möglich, sagt er bedauernd.

Nicht nur lebt er von seinen Streuobstwiesen, auch sind diese eine Bereicherung für die Landschaft und vor allem ein wichtiger Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. „Eine Streuobstwiese ist ein Biotop, in dem bis zu 5000 Tiere leben“, erklärt Weiß. Eigentlich ist der 54-jährige gelernter Bankkaufmann.

Die Liebe zur Natur allerdings, und insbesondere zu den Apfelbäumen, erwuchs schon früh. „Mein Großvater hatte Apfelbäume im Bad Vilbeler Umland und ich habe von klein auf bei der Ernte mitgeholfen“, erzählt der Obstbauer.

Und natürlich liegt die Imkerei beim Betreiben von Streuobstwiesen ganz nah. Die Apfelbiene macht ihrem Namen Ehre und produziert neben Äpfeln, Apfelsaft, Apfelwein, Apfel-Secco und Apfel-Balsamico auch Honig. Oder eben Apfel-Balsamico mit Honig, welcher besonders viel Anklang findet. In 70 Supermärkten ist Holger Weiß mit seinen Produkten schon unterwegs.

Biologische Auflagen

Sein Erfolgskonzept sieht er in der biologischen Qualität seiner Produkte begründet. Nicht nur sind die Äpfel altbewährt und nahezu naturbelassen, auch seine Honigproduktion unterliegt strengen biologischen Auflagen. So wurde vor dem Aufstellen der Holzbeuten (die Kästen in denen die Bienen untergebracht sind) die Umgebung auf eventuelle Verschmutzungsquellen geprüft, regelmäßig wird der Wachs auf Rückstände untersucht und gegen die Varroamilbe, den stärksten Feind der Bienen, setzt Weiß lediglich nicht-chemische Mittel zur Bekämpfung ein. Neben Äpfeln und Bienen hat Weiß auch Schafe und Lämmer. 23 Mutterschafe und 40 Lämmer, um genau zu sein. Die Schafe sind sein natürlicher Rasenmäher. „Ich mähe meine Wiesen nicht viel, weil ich möchte, dass eine Vielzahl von Kräutern, Pflanzen und Leben dort existiert“, betont der Imker.

Dass sich nicht nur die Obstbauern, sondern alle Menschen verstärkt dem Erhalt der für die Welt so wichtigen Bienen widmen, das ist Holger Weiß ein Herzensanliegen. „Wenn jeder in seinem Garten nur eine kleine Ecke anlegen würde, die blüht, dann wäre schon viel geholfen“, konstatiert er. Mit seiner Entscheidung, vom Bankwesen in die Landwirtschaft zu wechseln, ist er in jedem Falle vollauf zufrieden. Es liefe fast noch besser als erwartet, berichtet er strahlend.

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