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Roman-Erstling: David Sedlaczeks Debüt-Thriller ist ein großer Wurf

Von In seinem Thriller „Runaway“ erzählt David Sedlaczek die spannende wie beängstigende Geschichte des Lehrers Frederick Hagel. Dessen verzweifelte Suche nach Wahrheit gleicht einem Horrortrip.
Mit seinem ersten Thriller „Runaway“ hat David Sedlaczek Aufsehen erregt. Foto: Christine Fauerbach Mit seinem ersten Thriller „Runaway“ hat David Sedlaczek Aufsehen erregt.
Schöneck. 

„Er war weder tot noch lebendig. Er war ein Gefangener in seinem eigenen Körper. Seit sechs Jahren wurde er mit Chemie abgefüllt. Er wurde behandelt wie ein wildes Tier“, denn „die Psychiatrie wurde dazu eingesetzt, um Menschen zu brechen, die nicht der Norm entsprachen.“ Spannend und beängstigend zugleich ist die Geschichte, die Autor David Sedlaczek den Lesern in seinem Debütroman „Runaway“ schildert.

Mit der Verhaftung und Einweisung des Literaturlehrers Frederick Hagel am 30.Juni 1988 in die geschlossene forensische Psychiatrie beginnt ein 18 Jahre andauernder Alptraum ohne Aussicht auf Entlassung. Eindrücklich und beklemmend beschreibt der Autor das fremdbestimmte, würdelose Leben des zuvor in der Nähe von Boston Lebenden in der Psychiatrie.

Wendepunkt

Die Übertragung eines College-Baseballspiels wird für den durch unzählige Medikamente gefügig gemachten Insassen zum Wendepunkt. Im Publikum sieht er seine angeblich von ihm ermordete Frau Linda sitzen. „Das konnte nicht wahr sein. Sie saß einfach da…“. Durch die drohende Aufdeckung der dubiosen Geschäfte von ihr und ihrem Freund Kyle sowie der Mithilfe korrupter Ärzte, die ihn für geisteskrank erklären, nimmt die Katastrophe in Frederick Hagels Leben ihren Lauf. Ihm gelingt nach TV-Übertragung die Flucht. Er kennt nur noch ein Ziel: Rache zu üben. Dafür reist er Tausende Meilen mit gefälschten Führerscheinen und immer neuen Identitäten quer durch die USA.

Schon als Kind Geschichten erzählt

  David Sedlaczek, Jahrgang 1982, besuchte unter anderem die Highschool in den USA und machte sein Abitur in Deutschland. Er studierte Digital Filmmaking und Visuelle Kommunikation.

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Der Leser erfährt, dass das Böse meist im Alltäglichen lauert. Der Autor erzählt eine Geschichte von Macht und Machtmissbrauch, von kriminellen Netzwerken, von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst, Rache und Hass. Die aus Sicht Frederick Hagels erzählte Ge-schichte nimmt immer wieder neue, überraschende Wendungen. Nichts ist bis zum überzeugenden Ende der atemlosen Flucht vorhersehbar.

Leidensfähigkeit

„In meinem Buch lote ich aus, wie leidensfähig ist ein Mensch, was kann er aushalten“, sagt der Autor. Spannend findet er auch die Beziehungsebene zwischen zwei Menschen, die sich trotz ihrer Ehe fremd bleiben. Die USA kennt der 35-Jährige, der in Offenbach geboren ist und wieder dort lebt, durch seinen eineinhalbjährigen High-schoolbesuch. Diesem Aufenthalt verdanken die Leser realistische, teils atmosphärisch verdichtete Schilderungen von Personen, Behörden und Alltag in Amerika.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten will er nach dem großen Erfolg von „Runaway“, der es bei Amazon auf Anhieb unter die ersten drei schaffte, auch seine künftigen Thriller ansiedeln. Am zweiten Buch schreibt er bereits. Allerdings wird es keine Fortsetzung mit Frederick Hagel geben. „Ich plane keine Serie. Jedes Buch soll in sich abgeschlossen sein“, kündigt David Sedlaczek an. An seinem Erstlingswerk, das er selbst ins Englische übersetzte, hat er zweieinhalb Jahre lang geschrieben und dann allein zehn Monate lang die Veröffentlichung geplant.

Aufgewachsen ist David Sedlaczek in Schöneck-Oberdorfelden. Dort ist er in den Kindergarten gegangen, hat Freunde gefunden und seine ersten Geschichten geschrieben. Dort erholt er sich bei Besuchen im Elternhaus in langen Spaziergängen mit dem Familienhund vom Recherchieren und Schreiben. Sein Anspruch als Autor nach seinem vielversprechenden Debüt lautet: „High quality entertainment“. Das heißt spannende, psychologische Thriller zu schreiben, die er gern selber lesen würde. Seinen Entschluss, Autor zu werden, fasst er als 15-Jähriger nach der Lektüre von John Grishams „Der Partner“; zur Initialzündung wird für ihn jedoch „Der Patient“ von John Katzenbach.

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