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Sternfreunde in Nidderau wollen über Astronomie aufklären: Dem Weltall ganz nahe kommen

Von Der Verein Sternfreunde Nidderau beschäftigt sich mit Astrofotografie: Dabei werden am Nachthimmel Himmelsobjekte wie Planeten, Galaxien, Sternhaufen und Kometen mit Teleskopen und angeschlossener Kamera aufgenommen. Die Sternfreunde halten auch Vorträge in Schulen und bei Vereinen und bieten Führungen auf dem Planetenweg an.
Klaus Weisensee, Vorsitzender der Sternfreunde Nidderau, zeigt die Station des Planetenweges, die Informationen zum Planeten Mars abbildet. Foto/Repros: Georgia Lori Klaus Weisensee, Vorsitzender der Sternfreunde Nidderau, zeigt die Station des Planetenweges, die Informationen zum Planeten Mars abbildet. Foto/Repros: Georgia Lori
Nidderau. 

Der große, rote Fleck ist die wohl eindrucksvollste Struktur in der Atmosphäre des Gasriesen Jupiter. Dahinter verbirgt sich ein Wirbelsturm, der 1,3 Mal größer als die Erde ist. Die Raumsonde Juno ist in der Nacht von 17. auf den 18. Juli zum sechsten Mal an Jupiter vorübergeflogen – und hat sich dem Gasriesen dabei auf nur 3500 Kilometer angenähert. Vom Großen Roten Fleck wird die Sonde rund 9000 Kilometer entfernt sein. Alle acht Instrumente an Bord der Sonde sowie die Kamera sollen währenddessen Daten sammeln.

Den Jupiter haben auch die Nidderauer Sternfreunde schon oft im Visier ihres Teleskops gehabt. Die Aufnahmen von Objekten, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann, stellen sie auf ihre Homepage www.guforc.de. Darunter sind nicht nur Aufnahmen von Jupiter und Mond, sondern auch Fotos der Plejaden, dem bekanntesten Sternhaufen am Himmel, oder dem Rosettennebel. Der überwiegend aus Wasserstoff bestehende Nebel ist ein großes Sternentstehungsgebiet.

Die Plejaden sind etwa von Anfang Juli bis Ende April am nördlichen Sternhimmel sichtbar. Bild-Zoom
Die Plejaden sind etwa von Anfang Juli bis Ende April am nördlichen Sternhimmel sichtbar.

Vorsitzender Klaus Weisensee erklärt: „Erste Astronomieinteressierte haben sich bereits 1997 zusammengefunden, im Jahr 2000 ist der Verein gegründet worden.“ Ein Aushängeschild des Vereins ist der Planetenweg, der über eine Spende von Sponsoren im Frühjahr diesen Jahres erneuert und aktualisiert worden ist (die FNP berichtete). Die zehn Stationen, die sich auf zwei Kilometer Strecke verteilen, beginnen an der Willi-Salzmann-Halle und haben zum Ziel, über die Dimensionen der Planeten und ihre Eigenschaften aufzuklären und erlebbar zu machen.

Viel Geduld nötig

Die Planeten sind in maßstabgerechter Größe dargestellt. Die Säulen aus Edelstahl, mit Tafeln aus Plexiglas und UV-beständigen Farben, seien so angebracht, dass sie auch von Kindern und Behinderten angesehen werden könnten. „In hessischen Schulen gibt es kein Lehrfach Astronomie. Das ist sehr bedauerlich“, findet Weisensee. Der 66-Jährige ist Physiker und Fachkaufmann für Materialwirtschaft. Um die Bevölkerung für die Astronomie zu sensibilisieren, habe der Verein mit der Stadt Nidderau den Planetenweg umgesetzt. Säulen und Tafeln seien vom Verein gespendet worden. Die Stadt habe Arbeitskräfte für den Aufbau und den Grund zur Verfügung gestellt.

Der Rosettennebel ist ein großes Sternentstehungsgebiet. Bild-Zoom
Der Rosettennebel ist ein großes Sternentstehungsgebiet.

„Wir besitzen ein Vereinsheim bei Eichen, haben das Grundstück gepachtet und vor zehn Jahren eine Sternwarte gebaut“, sagt Weisensee. Während sich im Inneren ein Elf-Zoll-Teleskop mit knapp 30 Millimeter-Spiegel und einer Brennweite von zwei Meter befindet, gibt es weitere vier Teleskopsäulen unter freiem Himmel. Dunkle Nächte und ein klarer Himmel seien notwendig, um Objekte am Himmel beobachten zu können. Durch die Erddrehung sei es nicht möglich, länger als eine Minute zu belichten – sonst würden die Sterne zu Strichen. Viel Geduld sei nötig, besonders bei der anschließenden Bildbearbeitung am Computer.

Manchmal leisten die Sternfreunde Nidderau auch Aufklärungsarbeit, wie bei der Sonnenfinsternis 2015. „Viele Eltern hatten vor der Finsternisstrahlung Angst und ließen ihre Kinder nicht auf die Straße“, erinnert sich Weisensee. Den unbegründeten Ängsten versuche der Verein entgegen zu wirken. Etwa 40 Mitglieder gehörten ihm an. 15 bis 20 Mitglieder beschäftigen sich mit Astrofotografie.

Mit der Gefahr leben

Eine ernstzunehmende Gefahr für die Erde seien aufgrund ihrer Größe und Masse Asteroiden. Zumeist würden sie jedoch vom Planeten Jupiter abgefangen. Auch Such- und Beobachtungsprogramme seien hilfreich.

„Innerhalb der nächsten zehn Jahre fliegt ein Asteroid in etwa 40 000 Kilometer Entfernung an der Erde vorbei“, weiß Weisensee. Die Flugbahn sei bereits vermessen worden. Mit der Gefahr von auftreffenden Asteroiden müssten die Menschen einfach leben.

Führung machen

Führungen für den Planetenweg werden nach Absprache und Anmeldung angeboten. Ansprechpartner ist Klaus Weisensee, Telefon (01 62) 3 04 63 85, E-Mail k.weisensee@guforc.de.

clearing

So habe im Juni 1908 der Tunguska-Asteroid große Waldschäden über Ostsibirien angerichtet. Diese Schäden seien heute noch zu sehen. Es wird geschätzt, dass auf einem Gebiet von über 2000 Quadratkilometer rund 60 Millionen Bäume umgeknickt wurden. Noch in über 500 Kilometern Entfernung wurden ein heller Feuerschein, eine Druckwelle und ein Donnergeräusch wahrgenommen.

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