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Präventionsarbeit an Karbener Schulen geplant: Den Kätzchen zuliebe

Von Christine Gredel und die weiteren Mitglieder des Vereins Tierschutz Karben kümmern sich um streunende große und kleine Katzen. Auch anderen Tieren helfen die Ehrenamtler.
Diese beiden Katzenkinder leben derzeit auf einer Pflegestelle. Foto: Susanne Krejcik Diese beiden Katzenkinder leben derzeit auf einer Pflegestelle.
Karben. 

„In ganz Deutschland, im Wetteraukreis und auch in Karben gibt es ein massives Problem mit streunenden Katzen“, erklärt Christine Gredel, Vorsitzende des Vereins Tierschutz Karben. Das Ausmaß des Problems der freilaufenden Tiere – zumeist handelt es sich um verwilderte Hauskatzen – belegen die Zahlen, die Gredel nennt: So habe sie mit Mitstreitern in diesem Jahr über 40 erwachsene und 53 kleine Katzen eingefangen. Alle wurden tierärztlich versorgt und die Kleinen fast alle vermittelt, lediglich ein Katzenjunges hat es trotz liebevoller Pflege nicht geschafft und ist gestorben.

Christine Gredel ist Vorsitzende des vor vier Jahren gegründeten Tierschutzvereins in Karben und kümmert sich mit ihren Mitstreitern nicht nur um kleine Katzen, die ein liebevolles Zuhause suchen. Bild-Zoom Foto: Susanne Krejcik
Christine Gredel ist Vorsitzende des vor vier Jahren gegründeten Tierschutzvereins in Karben und kümmert sich mit ihren Mitstreitern nicht nur um kleine Katzen, die ein liebevolles Zuhause suchen.

„Einen großen Teil unserer Tätigkeit umfasst mittlerweile das Versorgen von freilebende Katzen“, sagt Gredel vom Verein Tierschutz Karben, der vor vier Jahren gegründet wurde und derzeit 93 Mitglieder hat. Hinweise auf freilebende Katzen kämen auch aus Bad Vilbel, Nidderau und Schöneck. Dies habe auch damit zu tun, dass es dort keine Tierschutzvereine gebe, sagt Gredel. Zwar sei für jeden Ort ein Tierheim zuständig – für den Wetteraukreis in Bad Nauheim-Rödgen, für den Main-Kinzig-Kreis in Gelnhausen – , doch diese seien oft überfüllt, so Gredel.

Service: Lesung in Bad Vilbel

Informationen erhalten Interessierte unter www.tierschutz- karben.de im Internet oder telefonisch unter (0 60 39) 4 26 48 sowie unter (01 52) 29 73 76 10. Am Samstag (26.

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Zutraulich und verspielt

Der Verein ist auf Pflegestellen angewiesen. So müssten vor allem die kleinen Katzen in separaten Räumen untergebracht werden. „Damit sie sich erst einmal an das Leben im Haus gewöhnen können, ist es besser, wenn sie zunächst in einem separaten Raum leben“, sagt Gredel. Auf der Pflegestelle von Vereinsmitglied Helga Szmoniewski in Nidderau finden die Katzenbabys ein erstes, vorübergehendes Zuhause, wo sich liebevoll und fachgerecht um sie gekümmert wird.

Dort bewohnen eine Graugetigerte und eine Dreifarbige – beide etwa zehn Wochen alt – ein eigenes Zimmer, in dem sie munter umherturnen. Ihre anfängliche Scheu vor den Besuchern legen sie schnell ab. Neugierig schauen ihre kleinen Köpfe unter der Decke hervor, unter der sie sich versteckt haben. Bald lassen sie sich zur Jagd nach der Feder an der Katzenangel motivieren und werden dabei immer zutraulicher. Es sei nicht schwer, kleine Katzen an Menschen zu gewöhnen, sagt Gredel. So könnten diese beiden schon bald vermittelt werden, „allerdings nicht als unüberlegtes Weihnachtsgeschenk“, betont Gredel.

Indes würden die erwachsenen streunenden Katzen von Vereinsmitgliedern und Helfern mit Fallen eingefangen. Dann würden sie tierärztlich versorgt, kastriert, geimpft, entwurmt und entfloht. Nachdem sie mit einem Chip versehen sind, dürften sie wieder dorthin, wo sie aufgefunden wurden. Nur kranke Tiere würden nicht mehr freigelassen, sagt Gredel. Für die anderen würden anschließend sogenannte Futterstellen eingerichtet, an denen Tierschützer oder Anwohner die Tiere fütterten, „auch, um sie regelmäßig zu beobachten und zu sehen, ob es ihnen gut geht“, sagt Gredel.

Außer um Katzen kümmern sich die Tierschützer um verschiedene Bereiche im Tierschutz. „Wir sind oft erster Ansprechpartner, wenn Bürger etwa verletzte Wildtiere finden“, so Gredel. Hier verweise man weiter an Fachleute, die sich etwa mit Igeln auskennen. Auf der Internetseite des Vereins finden sich zudem Hinweise auf entlaufene und zugelaufene Haustiere.

In diesem Jahr sei man gemeinsam mit Karbener Jagdpächtern die Wiesen abgelaufen, um den „Mähtod“ von Rehkitzen zu verhindern, die im Frühsommer von ihren Müttern im hohen Gras abgelegt und beim Mähen mit Maschinen verletzt werden können. Auch um einen verletzten Schwan habe sich der Tierschutzverein gekümmert, berichtet Gredel.

Helfer sind willkommen

„Wir möchten zudem Tierschutz-Präventionsarbeit in Schulen anbieten“, sagt sie. Hierzu würden jedoch Mitstreiter benötigt, die tagsüber Zeit hätten, so Gredel.

Der Tierschutzverein würde sich über weitere Unterstützer – Förderer, Helfer, Tierpaten – freuen. Hierzu sei eine Vereinsmitgliedschaft nicht notwendig, auch, wer beispielsweise regelmäßig bei Katzenfangaktionen mithelfen wolle, sei herzlich willkommen. Bei der Lesung am kommenden Samstag (siehe Infobox) sei Verkaufsstart des vom Verein herausgegebenen Katzenkalenders 2017, sagt Gredel.

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