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Trockenheit: Den Zuckerrüben geht es miserabel

Der Verband der Wetterauer Zuckerrübenbauern rechnet in diesem Jahr mit Ertragsausfällen von mindestens 15 Prozent im Vergleich zu 2017. Der angekündigte Regen könnte noch mehr Schaden anrichten.
Traurig liegt sie da: Die Trockenheit setzt auch den vielen Zuckerrüben in der Wetterau zu. Die Bauern zittern um ihre Felder. Foto: Martin Gerten (dpa) Traurig liegt sie da: Die Trockenheit setzt auch den vielen Zuckerrüben in der Wetterau zu. Die Bauern zittern um ihre Felder.
Wetteraukreis. 

Eigentlich hatte alles so gut angefangen: Die Landwirte säten Anfang des Jahres ihre Zuckerrüben zwar zwei bis drei Wochen verspätet aus, durften aber trotzdem mit einem erfolgreichen Erntejahr rechnen. Ausreichend Regen hatte die rund 5 200 Hektar Wetterauer Rüben-Felder mit ausreichend Wasser versorgt. Selbst nach den Unwetter Ende April entwickelten sich die Bestände noch gut, wie der Verband der Wetterauer Zuckerrübenbauern (VSZ) berichtet.

Ende Mai standen Gewächse gleichmäßig in den Reihen, mit bis dahin gut gewachsenen Rübenkörper und vitalen Blättern. Einer guten Ertragsprognose stand zunächst nichts im Wege – aber dann kam der Sommer.

Leidensgenosse Mais

Vereinzelt schon im Mai, flächendeckend dann Anfang Juni, rollte die Hitzewelle mit hohen Temperaturen über die Felder. Fehlender Regen und damit Dürre führten erst in der Getreideernte zu Ertragsausfällen und fehlendem Auswuchs. Kulturen, die jetzt noch auf der Fläche stehen, leiden immer noch: Neben der Zuckerrübe auch der Mais.

VSZ-Verbandsvorsitzender Matthias Mehl sagt: „Bis zur vergangenen Woche haben die Rübenbestände noch gut durchgehalten, doch nun werden mehr und mehr die Folgen der Trockenheit sichtbar. Abgestorbene, vergilbte Blätter und massive Welkeerscheinungen lassen Ertragserwartungen schwinden.“ Zunächst schienen die Bestände die Hitze noch zu verkraften, doch schon Anfang Juli begannen die Rüben auf qualitativ schlechtern Böden in der Wetterau zu „schlafen“.

Dieses Phänomen kann beobachtet werden, wenn die Pflanzen nicht genügend Wasser bekommen: Die Rübenblätter beginnen, sich auf dem Boden unter der Mittagshitze abzulegen. „Mittlerweile liegen Bestände platt auf den Böden“, erklärt Mehl.

Erschwerend kam hinzu, dass mit anhaltend heißen Temperaturen der vergangenen Tage ältere Rübenblätter vollständig vertrocknet sind und eine Regeneration nicht mehr möglich ist. Gravierend ist das vor allem für die weitere Entwicklung des Rübenkörpers, der bis zur Ernte im September noch einiges an Masse zulegen muss.

VSZ-Geschäftsführerin Marie-Christin Mayer schließt daraus: „Deutliche Ertragseinbußen aufgrund der Dürre werden den Landwirten auch zur Rübenernte bevorstehen. Das Ausmaß der Schäden ist dabei noch nicht genau zu beziffern, doch schon nach den ersten Test-Rodungen, die in der vergangenen Woche anstanden, beliefen sich Ertragsschätzungen auf rund 15 Prozent als 2017, Tendenz fallend.“

Warten auf die Rodung

Verbandsvorsitzender Mehl gibt weiter zu bedenken: „Unter derzeitigen Bedingungen mit ausgetrockneten, harten Böden wäre an eine Rodung nicht zu denken. Die Rüben ließen sich nicht aus dem Boden holen und würden brechen.“ Mit Blick auf die Ernte sind daher Niederschläge zwingend notwendig. „Mindestens 50 Liter pro Quadratmeter, besser mehr wären erforderlich um den Rüben noch etwas Gutes zu tun“, so Mayer.

Die Bauern befürchten dennoch, dass auch die angekündigten Niederschläge in den nächsten Tagen die bereits verursachten Schäden nicht mehr ausgleichen können. „Regen würde zu einem Wiederaustrieb von Rübenblättern führen, da alte, vertrocknete Blätter der Rübe nichts mehr nützen. Dieser Wiederaustrieb ginge dann zweifelsfrei auf Kosten des Zuckergehalts“, so Matthias Mehl.

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