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Geschichte: Dietz Eichler veröffentlicht Heimatbuch über das Windecker Pfarrhaus

Was als Liebhaberei begann, nahm nach vielen Sorgen und Widrigkeiten einen guten Ausgang. Das Musiker-Ehepaar Dietz Eichler und Roswitha Bruggaier erhielt für seine Hingabe zum eigenen Wohnhaus nun den Hessischen Denkmalschutzpreis.
Hier lässt es sich leben: Roswitha Bruggaier und Dietz Eichler vor ihrem Pfarrhaus.  Archivfoto: Georgia Lori Hier lässt es sich leben: Roswitha Bruggaier und Dietz Eichler vor ihrem Pfarrhaus. Archivfoto: Georgia Lori
Nidderau. 

Über den Verlauf der vergangenen Tage können sich die Eheleute Eichler/Bruggaier wirklich nicht beschweren: Am Donnerstag wurde ihnen aus den Händen von Minister Boris Rhein der Hessische Denkmalschutzpreis verliehen; nur vier Tage später, am Sonntag, stellten sie in der Windecker Stiftskirche ein besonderes Buch vor. Beide Ereignisse drehen sich um das alte reformierte Pfarrhaus in Windecken.

Seit fast vier Jahren wohnen sie nun in dem historischen Gebäude. Das, was als Liebhaberei begann, gelangte jetzt nach vielen Anstrengungen, Sorgen und Widrigkeiten zu einem letztlich guten Ausgang. Pfarrhaus und Buch sind und waren „Herzensprojekte“, denen sie vieles andere unterordneten. Jetzt gab es für Dietz Eichler und Roswitha Bruggaier eine Würdigung – und das sogar gleich in doppelter Ausführung.

Roswitha Bruggaier, Dietz Eichler, Pfarrerin Heike Käppeler, Gisela Schäfer-Kayserling und Dekan Dr. Martin Lückhoff (von links) präsentieren das neue Buch. Bild-Zoom
Roswitha Bruggaier, Dietz Eichler, Pfarrerin Heike Käppeler, Gisela Schäfer-Kayserling und Dekan Dr. Martin Lückhoff (von links) präsentieren das neue Buch.

Eine Festgemeinde von rund 70 geschichtsinteressierten Gästen hatte sich im Inneren der Stiftskirche versammelt. Die Anwesenden erlebten eine kurzweilige Feierstunde, in der sie über die kürzlich in Wiesbaden stattgefundene Preisverleihung unterrichtet wurden, Anekdoten rund ums Pfarrhaus hörten und zeitgenössischer Musik aus der Entstehungsphase des Windecker Wahrzeichens lauschen konnten. Für die Interpretation der Barockmusik aus den Jahren 1717 bis 1740 sorgten die beiden Hausbesitzer selbst: Roswitha Bruggaier (Viola da gamba) und Dietz Eichler (Cembalo), beide Berufsmusiker, spielten Stücke französischer und deutscher Herkunft.

„Zeit und Kraft“

Pfarrerin Heike Käppeler gestand während ihrer Ansprache, dass die Begeisterung um das alte Pfarrhaus sie beim Lesen gleich erwischt habe, und legte das Buch allen Interessierten ans Herz. „Eine persönliche Führung durch das Haus durfte ich auch schon genießen“, fügte sie hinzu. „Am kommenden Sonntag, am Tag des Denkmals, steht es für jeden offen.“

Dekan Martin Lückhoff sprach von „einer beachtlichen Auszeichnung“ und wusste um „die Zeit, Kraft, Liebe und Frustrationstoleranz, die auf dem Weg dorthin in das Haus gesteckt wurden“. „304 Seiten Buchumfang zeugen von der Bedeutung des Pfarrhauses in Windecken und beschreiben einen gesellschaftlichen Mikrokosmos und ein Symbol, das für die Veränderungen innerhalb der Gemeinde steht“, sagte Lückhoff in seinem Grußwort.

Ein unerwartetes Geschenk raubte anschließend Dietz Eichler kurz die Worte. Gisela Schäfer-Kayserling, eine Enkelin des ehemaligen Pfarrers Hens, war in die Stiftskirche gekommen und hatte ein Abendmahlglas dabei, das sie den jetzigen Bewohnern überreichte. Es soll nun nach vielen Jahren an seinen angestammten Platz zurückkehren. Für das Ehepaar Eichler/Bruggaier dürfte das, zusammen mit dem Denkmalschutzpreis, vermutlich die schönste Überraschung gewesen sein.

Gebundene Geschichte

Das Buch „Das ehemalige Reformierte und Erste Pfarrhaus in Windecken“ enthält Aufsätze über die Geschichte des Gebäudes, seine Bewohner in den vergangenen 300 Jahren, die Hausrenovierung 2014 bis 2018 und über die Stadt- und Kirchengeschichte Windeckens. Neben Eichler, der auch Herausgeber ist, haben „Nachbar“ Erhard Bus und Ruth Ambrosch als Gastautoren daran mitgewirkt. Gedruckt wurde das Werk in der Verlagsdruckerei Schmidt in Neustadt an der Aisch, wo unter anderem auch die Hanauer Geschichtsblätter entstehen.

„Man schreibt nur einmal im Leben so ein Buch.“ Glaubt jedenfalls Dietz Eichler. „Deswegen haben wir uns nach langem Hin und Her für die repräsentative Variante in gebundener Form entschieden.“

Erstes Ziel des Verlegers ist jetzt die Deckung der Produktionskosten, die sich auf rund 6000 Euro belaufen. Finanziell unterstützt wurde das Buchprojekt von den Heimatfreunden, der Bürgerstiftung, dem Kirchensprengel Hanau und verschiedenen Privatpersonen, nicht aber von Stadt Nidderau. Der Verkauf begann am Sonntag direkt in der Kirche, wo Eichler und Bus während eines Umtrunks eigenhändig die ersten Exemplare signierten. Für 24,80 Euro kann das Buch beim Verleger selbst oder im Zeitschriftengeschäft am Windecker Marktplatz erstanden werden.

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