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Bürger und Politik: Diskussion um sozialen Wohnungsbau in Karben geht in die nächste Runde

Es ist ein Thema, das Bürger und Politik in Karben gleichermaßen beschäftigt. Und so stand in einer gemeinsamen Sitzung des Jugend-, Sozial- und Kulturausschusses mit dem Stadtplanungs- und Infrastrukturauschuss am Donnerstagabend abermals das Soziale Bauen in Karben zu Diskussion.
Auch in der Klein Karbener Rathausstraße könnten bald Sozialwohnungen entstehen. Auch in der Klein Karbener Rathausstraße könnten bald Sozialwohnungen entstehen.
Karben. 

„Bevor wir anfangen, habe ich ein paar Zahlen mitgebracht“, sagt Bauamtsleiter Heiko Heinzel, der eine einleitende Präsentation hält. „Die Annahme, dass Sozialwohnungen vor allem von Familien nachgefragt werden, ist falsch. Derzeit haben wir 91 Anfragen auf Sozialwohnungen in Karben, davon sind nur ein Bruchteil Familien. Der größte Teil bei weitem sind Alleinstehende und Senioren.“

In vielen neuen Projekten entstehe auch geförderter Wohnraum, doch man müsse eben auch die Verhältnisse beachten, meint Heinzel. „Es bringt nichts, wenn wir große Wohnungen haben, aber die kleinen am stärksten nachgefragt werden. Die ideale Wohnungsgröße in Karben liegt bei 55 bis 65 Quadratmeter, das überwiegende Angebot liegt aber deutlich darüber. In Burg-Gräfenrode wurde deshalb bei einem Projekt umgeplant, dort entstehen nun kleinere Wohneinheiten.“

Günstiger als Frankfurt

„Zu beachten ist aber auch, dass Karben eben keine Insel ist“, sagt Heinzel. „Wir müssen schauen, wie es in der Region aussieht und im normalen Wohnungsbau. Und da sind wir immer noch deutlich günstiger als zum Beispiel in Frankfurt. Bis 2030 sollen in Karben 1200 neue Wohnungen entstehen, bisher liegen wir da gut im Zeitplan. Letztes Jahr wurden 244 neue Wohnungen genehmigt, das liegt aber auch an vielen Projekten.“ Doch es gibt einige Komplikationen. „Grundstücks- und Materialkosten sind enorm gestiegen“, weiß der Bauamtsleiter.“ Derzeit herrsche ein richtiger Bauboom. Das wirke sich dann auch auf den sozialen Wohnungsbau aus. Die Stadt verfolgt beim sozialen Wohnungsbau ein dezentrales Konzept: „Wir wollen keine Ghettobildung, sondern an vielen Orten Sozialwohnungen schaffen“, sagt Bürgermeister Guide Rahn (CDU).

„Wir sollten uns da aber nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen und zu viele Projekte gleichzeitig anpacken. Das hält uns aber nicht davon ab, schon einmal langfristig vorauszuplanen, was sinnvoll wäre. Wir haben zum Beispiel ein Grundstück in der Lohgasse mit großer Grünfläche, der Platz reicht für zwei Häuser. Natürlich prüft man dann, ob ein Neubau auf dem Grundstück dann nicht sinnvoller wäre.“ Ein anderes Beispiel findet sich in der Rathausstraße 7-11. „Die Stadt hat diese Häuser gekauft und wir prüfen noch, was damit geschehen soll“, sagt Rahn. „Da wir zumindest eines der Gebäude aber solange nutzen können, können solange dort zwei Familien einziehen.“ Ob die Häuser danach im Stadtbesitz verbleiben, konnte Rahn noch nicht sagen.

Gesellschaft altert

Auch im Groß-Karbener Kalkofen-Gebiet entstehen einige Sozialwohnungen. „Zusätzlich sind wir mit dem ASB im Gespräch, der vier Wohnungen für Pflegekräfte mieten will“, freut sich Rahn. Dass sozialer Wohnungsbau wichtig ist, darin stimmen alle überein. „Besonders für Schwerbehinderte könnte in Karben aber noch mehr getan werden“, ist Gerald Schulz (SPD) überzeugt. Die Gesellschaft werde älter, da müsse sich auch das Bauen anpassen. Vielerorts stellten schon Treppen ins Erdgeschoss für einige ein unüberwindbares Hindernis dar. Wichtig sei daher die Wohnung nicht ohne den Zugang zu betrachten, sagt Rahn. „Das Problem bei Wohnungen für Schwerbehinderte ist oft auch, das besonders im Altbestand einfach kein Aufzug hineinpasst. Für uns ist das aber ein sehr wichtiger Punkt und der Bau solcher Wohnungen steht mit ganz oben auf der Agenda.“

Derzeit ist die Stadt Karben im Besitz von rund 100 Sozialwohnungen, die von 228 Menschen bewohnt werden. Durch das Kalkofen-Gebiet sollen 18 neue Wohneinheiten für dieses Segment hinzukommen. Doch auch in Zukunft ist noch einiges Weiteres geplant: So denkt die Stadt beispielsweise über Projekte im Brunnenquartier oder im Gebiet am Steinrutsch im Ortsteil Kloppenheim nach.

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