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Pendelverkehr: Eltern stinksauer auf neuen Nidderauer Busbetreiber

Von Während es an einigen Haltepunkten zum Schulbeginn in Nidderau keine Probleme mit dem neuen Busbetreiber gab, lief es woanders nicht annähernd so gut. Dort kam nie ein Bus an. Die Kinder waren verdutzt. Die Eltern fragen sich: Wie kann das sein?
In Erbstadt an der Haltestelle Pfaffenhof warten Jessica Raczkowski mit Sohn Collin (rechts) und Christina Engel-Pacolli mit ihrem ebenfalls achtjährigen Sohn Leonis auf den Bus. In Erbstadt an der Haltestelle Pfaffenhof warten Jessica Raczkowski mit Sohn Collin (rechts) und Christina Engel-Pacolli mit ihrem ebenfalls achtjährigen Sohn Leonis auf den Bus.
Nidderau. 

„Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Morgen mit ihrem Kind an der Bushaltestelle und warten auf den Schulbus und nichts passiert“, berichtet Jessica Raczkowski aus Erbstadt. Sie ist Mutter eines siebenjährigen Kindes, das in Heldenbergen die Albert-Schweitzer Grundschule besucht. Am Montagmorgen, dem ersten Schultag nach den Sommerferien standen beide um 7.30 Uhr an der Haltestelle „Pfaffenhof“ in Erbstadt und warteten auf den Schulbus, der um 7.41 Uhr abfahren sollte. Doch der kam erst gar nicht.

Es kam auch kein Schulbus für die zweite Schulstunde, der um 8.26 Uhr hätte abfahren sollen. Stattdessen kam gegen 8.55 Uhr ein Auto des neuen Busbetreibers Viabus. Als dessen Fahrer von den mehr als erregten Eltern auf die offensichtliche Panne hingewiesen, umgehend über Funk einen Ersatzbus anforderte, lief an der Albert-Schweitzer Schule bereits die dritte Schulstunde. „Doch das war an diesem Tag kein Einzelfall“, berichtet Raczkowski weiter.

Rückfahrt klappte

Während es beispielsweise an der Haltestelle am Rathaus in Nidderau zu keinen Ausfällen kam, gestaltete sich auch die Rückfahrt in Erbstadt schwierig. Denn auch der reguläre Bus von der Schule nach Erbstadt um 11.50 Uhr sei nicht gefahren, so dass die Kinder bis 13.30 Uhr auf den nächsten Linienbus warten mussten.

Erst später ist dann herausgekommen, dass der Bus nicht die Schule angefahren habe, wo die Kinder absprachegemäß warteten, sondern auf der Saalburgstraße vorbeigefahren sei, ohne zu halten. Zwei Lehrerinnen und später der Hausmeister mussten in der Zeit die Betreuung übernehmen. „Und das, weil die Telefondrähte zu der Zeit glühten“, verrät die immer noch aufgeregte Mutter. „Wie können Politiker einem solchen Unternehmen den Auftrag für den Schulbusverkehr übergeben, wenn es sich als so unzuverlässig erweist?“, sagen auch andere Eltern in Richtung Rathaus. Es gehe hier schließlich um das Leben und die Gesundheit ihrer Kinder.

Dass Erbstadt an diesem Morgen kein Einzelfall war, erfährt man aus den Meldungen in den sozialen Netzwerken im Internet. Auch an der Haltestelle vor der Bertha von Suttner Schule sei es zu Unregelmäßigkeiten gekommen, weil Busfahrer nicht angehalten oder andere Standorte angefahren hätten.

Heiko Schütte, Geschäftsführer der neuen, aber auch heftig umstrittenen Buslinie, bittet derweil um Verständnis. „Ei ist nicht nur ein neues Unternehmen mit neuem Personal, das am Montag mit über 40 Bussen den Schulbetrieb in Nidderau und Umgebung begonnen hat, sondern es ist auch ein vollständig neues Konzept“, so der Viabus-Geschäftsführer. Sicherlich sei das Personal zuvor geschult worden, „doch hier zeigt es sich wieder einmal, dass es zwischen Theorie und Praxis einen ganz großen Unterschied gibt“. In Nidderau würden mit Schulbeginn nicht nur mehr Busse auf der Straße verkehren, sondern sie seien auch zeitlich auf einander abgestimmt. „Wenn es da an einer Haltestelle zu Verzögerungen kommt, gerät der ganze Fahrplan durcheinander“, gibt Schütte dazu an.

Reisebegleiter eingeplant

Aufgrund der Erfahrung am Montagmorgen habe er angeordnet, dass auf einigen Linien sogenannte „Reisebegleiter“ eingesetzt werden, die mögliche Schwachstellen im „System“ und zwar sowohl hinsichtlich des Personals als auch hinsichtlich des Fahrplans herausfinden sollen.

„Geben Sie uns noch eine Woche. Dann sollten solche Pannen nicht mehr vorkommen“, appelliert Schütte an die Eltern. Um Verständnis bittet auch die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig, die für den Main-Kinzig Kreis den Schülerverkehr regelt. „Auch wir haben sofort Kontrolleure nach Nidderau geschickt, die dafür sorgen sollen, dass es zu einem solchen Montag nicht noch einmal kommt“, verrät die bei der KVG zuständige Fachbereichsleiterin Anja Preuß. Und natürlich werde sie sich dafür einsetzen, dass die von der KVG geforderte Leistung auch im Einzelfall von den betreffenden Unternehmen geliefert wird. „Das trifft auch für Viabus zu“, versichert Preuß.

Im Nidderauer Rathaus ist man von dem Geschehen um den Busverkehr am Montag genauso überrascht. „Hier gibt es auch nichts schön zu reden. Es sind Pannen passiert und die müssen schnellstmöglich beseitigt werden“, äußert sich Katja Adams, Fachleiterin für den öffentlichen Personennahverkehr im Nidderauer Rathaus.

Damit derartige Schwachstellen möglichst umgehend beseitigt werden, appelliert sie an die Eltern, ihre Beschwerden dem zuständigen Beschwerdemanagement bei der KVG zu melden, denn nur so könne der echte Bedarf für Veränderung festgestellt werden. „Schimpfen allein nützt nichts.

Nehmen Sie sich die Zeit und melden Sie möglichst jede einzelne Schwachstelle. Nur so kann sie auch wirklich abgestellt werden. Hier macht es tatsächlich die Quantität und nicht die Qualität“ weist Adams auf die Möglichkeiten der Eltern hin. Der gestrige Dienstag soll nach Aussagen der Betroffenen hingegen schon deutlich problemfreier verlaufen sein.

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