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Erinnerung wach halten

Von Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat in Groß-Karben und Okarben acht Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Karbener in die Bürgersteige vor ihren ehemaligen Wohnhäusern eingelassen. Anwohner, Schüler, Stadtverordnete und Bürger nahmen teil.
Vor dem Haus Bahnhofstraße 47 verlegt Gunter Demnig Stolpersteine in Erinnerung an Familie Kulb aus Groß-Karben, der rechtzeitig die Auswanderung gelang.	Foto: Susanne Krejcik Vor dem Haus Bahnhofstraße 47 verlegt Gunter Demnig Stolpersteine in Erinnerung an Familie Kulb aus Groß-Karben, der rechtzeitig die Auswanderung gelang. Foto: Susanne Krejcik
Karben. 

So ruhig ist es in der Bahnhofstraße fast nie. Der Verkehr ruht für ein paar Minuten. Denn auf dem Gehweg lässt Gunter Demnig einen Stolperstein ein.

Fortan werden die Karbener hier an das Schicksal der jüdischen Nachbarn erinnert, die einst hier lebten. Die Hintergrund-Informationen hat die Initiative Stolpersteine zusammengetragen. Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz (CDU) dankt deshalb Hartmut Polzer und Irma Mattner für dieses Engagement: "Erinnern bedeutet, sich zu vergegenwärtigen, was einst geschah, sowie sich der Verpflichtung zu stellen, die sich aus dem damaligen Geschehen ergibt."

Ein Stein erinnert vor dem Haus Hauptstraße 29 in Okarben an Heinrich Agel, der wegen seiner politischen Einstellung im Konzentrationslager Osthofen inhaftiert und schwersten Misshandlungen ausgesetzt war.

Drangsaliert, bedroht

In Groß-Karben in der Parkstraße 23 erinnert ein Stolperstein an Heinrich Clarius. In der Bahnhofstraße 4 wird an Leben und Schicksal von Adelheid Grünebaum und Tochter Lili gedacht.

In der Bahnhofstraße 47 wird mit vier Steinen an Familie Kulb erinnert. Das Haus ist heute im Besitz von Gisela Koeser-Ruhl. Die Geschichte des im 19. Jahrhunderts erbauten Hauses gehöre für sie selbstverständlich dazu. Es sei "schrecklich, sich vorzustellen, dass die Menschen ihr Zuhause verlassen mussten", sagt sie.

Isidor Kulb, 1879 in Groß-Karben geboren, betrieb einen Land- und Getreidehandel. Bereits 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er drangsaliert und bedroht. Daraufhin flüchtete er mit seiner Frau Bertha und den Kindern Bella und Erich am 24. März 1934 nach Frankfurt. Von dort gelang ihnen mit Tochter Bella neun Monate später die Ausreise nach Uruguay in Südamerika; Sohn Erich folgte später.

Fern der Heimat

Vor dem Haus der Familie betet Rabbiner Andrew Steimann aus Frankfurt für die Toten. Zwar hätten sie alle überlebt, doch nur fern der Heimat. "Indem wir uns an den Händen fassen, nehmen wir sie symbolisch wieder in unserer Mitte auf in Karben, dem Ort, an den sie hingehörten", sagt Steimann. Schweigend geben sich die Teilnehmer die Hände.

Mehr Infos unter www.stolpersteine-in-Karben.de im Internet.

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