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Landwirt muss Ernte vom Thermen-Acker retten: Erschließung für Kombibad beginnt plötzlich: Bauer kann seinen Mais gerade noch einfahren

Von Dass er auf Widerruf städtisches Ackerland gepachtet hat, weiß der Karbener Landwirt Harald Cost. Doch nun rollen die Bagger für die Erschließung der geplanten Therme so schnell, dass er gerade noch seine letzte Maisernte einfahren kann.
Auf den letzten Drücker: die letzte Maisernte auf dem gepachteten Acker. Auf den letzten Drücker: die letzte Maisernte auf dem gepachteten Acker.
Bad Vilbel. 

Der zwei Hektar große Acker entlang der Böschung zur B 3 am Massenheimer Ortsrand wurde als Feld genutzt, „solange es Landwirtschaft gibt, seit ewigen Zeiten“, sagt der Karbener Landwirt Harald Cost. Jenseits der B 3 gehören ihm weitere vier Hektar. Ein Teil gehörte seinen Großeltern und Verwandten. Früher, erklärt er, habe es in Massenheim sehr kleinteilige Ländereien gegeben, ein solches Grundstück hatte fünf bis sechs Eigentümer. Vor Jahren hat die Stadt sie erworben – für den Bau des Kombibads.

Dass er das Feld seither nur bis auf Widerruf nutzen kann, ist Cost bewusst. Doch Ende vergangener Woche kam dann plötzlich der Anruf, ab Montag würden die Bagger rollen. Cost war überrascht und ratlos. Auf dem Acker stand noch die Maisernte – und die wollte er eigentlich erst in drei Wochen ernten. Cost telefonierte mit der Stadt, bat um Aufschub. Und es gelang ihm, kurzfristig einen Lohnunternehmer aus dem Vogelsberg als Erntehelfer zu engagieren.

Bagger und Mähmaschine

Gestern früh ging es los – während ein paar Meter weiter schon der Bagger für die künftige Baustelle steht. Auch eine Walze parkt direkt neben der Brücke über die B 3. An dieser Stelle sind gleich zwei Baumaßnahmen geplant, erläutert Bad Vilbels Bauamtsleiter Erik Schächer. Weil man nicht die jetzige Großbaustelle an der Homburger Straße durch die nächste ablösen wolle, beginnen schon jetzt die Vorbereitungen für den Thermenbau.

Hier entsteht der neue Weg rund um die geplante Therme. Bild-Zoom
Hier entsteht der neue Weg rund um die geplante Therme.

Entlang der B 3 soll eine Behelfsausfahrt in Fahrtrichtung Frankfurt entstehen, kündigt Schächer an. Damit werde der Baustellenverkehr auf der Homburger Straße halbiert, weil dort nur die abfahrenden Laster unterwegs sind. Der planierte Weg, der schon neben der B 3-Brücke am Massenheimer Weg zu sehen ist, wird auch der künftige Schulweg sein. Für den laufen demnächst auch die Ausbauarbeiten am Schulzentrum an. Auf dem schmalen Feldweg entstehen die Zufahrt zum Bad und ein abgetrennter Rad- und Fußweg für die Schüler.

Wertvoller Boden

Das akzeptiert auch Bauer Cost, findet aber: „Schön wäre es gewesen, wenn wir Landwirte in die landwirtschaftliche Planung besser einbezogen gewesen wären.“ So habe er nur wenige Tage Zeit gehabt, die Ernte zu organisieren. Auch sei es unwirtschaftlich, für nur zwei Hektar einen Erntehelfer kommen zu lassen. Cost bedauert auch, dass nun sehr guter Ackerboden verloren sei, auf dem über Jahrhunderte neben Mais Getreide, Zuckerrüben und Kartoffeln geerntet wurden.

Bei den Baggerarbeiten sei über einen Meter tiefer Mutterboden zum Vorschein gekommen, der in der Wetterau besonders fruchtbar ist. Aber das, bedauert Cost, „ist eben der Wandel der Zeit“, die Landwirtschaft müsse den Baugebieten weichen. Dabei gab es noch Aufschub. Eigentlich sollte das Kombibad 2017 schon fertig werden.

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