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Karbener Verlag Morlant und Reimheim: Frank-Uwe Pfuhl und Thorsten Zeller: Autoren werden zu Verlegern

Von Plötzlich sind sie Verleger: Frank-Uwe Pfuhl und Thorsten Zeller, die als Autoren des regional ausgerichteten Morlant-Verlags aktiv waren und nun das Erbe des im August verstorbenen Inhabers Walter Sülberg fortführen. Wie stellen sie sich dieser Aufgabe? Das erzählen sie im FNP-Gespräch.
Literatur aus der Wetterau: Thorsten Zeller (links) und Frank-Uwe Pfuhl treten das Erbe von Walter Sülberg an. Foto: Petra Ihm-Fahle Literatur aus der Wetterau: Thorsten Zeller (links) und Frank-Uwe Pfuhl treten das Erbe von Walter Sülberg an.
Karben/Friedberg/Niddatal. 

Thorsten Zeller aus Friedberg war geschockt, als er letzten August im Urlaub vom Tod seines Verlegers Walter Sülberg mit nur 69 Jahren hörte. Frank Uwe Pfuhl aus dem Niddataler Stadtteil Assenheim ging es ebenso, als er die Todesanzeige sah. Jetzt haben die beiden das verlegerische Erbe des Karbeners angetreten. Sülberg hatte einen wissenschaftlichen Verlag geleitet, bevor er in den Ruhestand gegangen war.

Bald suchte er nach einer neuen Aufgabe und beschloss 2012, einen neuen Verlag mit Schwerpunkt für Regionales zu gründen. Der Morlant Verlag entstand und damit eine literarische Heimat für Autoren aus Karben, Bad Vilbel oder auch Frankfurt. Die Inhalte mussten nicht unbedingt mit der Region zu tun haben – Hauptsache, der Autor stammt aus dem Umfeld und das Thema war interessant und gut umgesetzt.

Motor für Kultur

Beispiele sind „Warum nicht die Wahrheit sagen“ von Henning Schramm über die Französische Revolution und „Ajù, Sardinien“ von Volker Luley. Gleichwohl überwogen die heimischen Themen, etwa „Der Rosenhang von Karben“ von Ralf Berster. „Walter Sülberg war ein Stück weit ein Motor für eine kulturelle Bewegung in Karben, ob es beispielsweise der Geschichtsverein oder der Literaturtreff in Karben war“, erzählen Pfuhl und Zeller. Er stellte Bücher her, die den Titeln großer Publikumsverlage optisch nicht nachstanden, und kalkulatorisch habe er so gearbeitet, dass er die Kosten decken konnte.

Der Kontakt zum Morlant Verlag kam zustande, weil Sülberg das Gespräch suchte. Zeller und der Karbener lernten sich bei einem Poetry Slam kennen, bei dem Zeller mitwirkte. Sülberg bot ihm an, etwas zusammen zu machen. Pfuhl wiederum hatte einen Vortrag über die Wetter gehalten, wovon Sülberg in der Zeitung las und ein Buch daraus machen wollte.

Beide Autoren bekamen nach dem Tod der Verlegers mit, dass dessen Witwe Sylvia Buxmann einen Nachfolger für Morlant suchte. Da sie zunächst niemanden fand, hatte sie einen Teil der Werke schon wieder an die Verfasser zurückgegeben. Unabhängig voneinander sprachen Zeller und Pfuhl mit Buxmann, setzten sich anschließend zusammen: „Wir sagten uns, irgendwo muss man so mutig sein und es nicht geschehen und vorbeiziehen lassen.“

Wie sich schnell herausstellte, konnten sie die Verlagsinhalte thematisch teilen: Zeller wollte die Poetry Slam-Linie in seinen Reimheim-Verlag übernehmen. „Wir haben eine sehr aktive Poetry Slam Szene und wollen Nachfolge-Titel machen“, sagt der 42-jährige. Erstes Buch für Zeller als Verleger ist der jüngst erschienene Kinder- und Jugendroman „Fionrirs Reise“ von Andreas Arnold (die FNP berichtete darüber). Pfuhl übernahm 13 andere Titel und den Namen Morlant. „Ich überlege, ob ich bestimmte Linien stärker ausbauen kann – fürs Karbener oder Bad Vilbeler Publikum, die ihre Themen dort wiederfinden.“

Jahrbuch fortführen

Die Zuordnung werde sein: „Aus der Region für die Region, mit dem südlichen Vogelsbergkreis, dem gesamten Wetteraukreis und dem nördlichen Rhein-Main-Gebiet“, erklärt der 49-jährige. Zum Programm gehört auch das Jahrbuch des Karbener Geschichtsvereins, das auf Anregung von Sülberg regelmäßig erschien und das fortgeführt werden soll. Was die Verwaltung des Altbestands an Chroniken angeht, müssten Regelungen mit dem Geschichtsverein besprochen werden. Besonders die Reiseliteratur liegt Pfuhl am Herzen – es ist seine Nische, die er stärken will. Dazu gehört aktuell „Ab durch die Mitte – Eine Grenzerfahrung in Wanderstiefeln“ von Burkhard Fiebig, zum anderen Pfuhls Buch über die Wetter und natürlich auch sein neues Buch, das gerade über die Nidda erschienen ist.

Sich in die Rolle von Verlegern einzufinden, war für das Duo gut machbar, wie sie sagen, da Sülberg ein gut aufgeräumtes Büro und ebenso geordnete Unterlagen hinterlassen habe. „Wir profitieren von seinen Vorerfahrungen“, sagt Zeller. Andererseits sei die Tätigkeit sehr arbeitsintensiv, wie die beiden bekennen.

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