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Geflohene Jüdin spendet für Karben

Das ist eine ganz, ganz große Geste: Claire Zweig, ehemals Klärchen Kirschberg, musste während des zweiten Weltkrieges ihre Heimatgemeinde Burg-Gräfenrode verlassen, um dem Nazi-Terror zu entkommen.
Als junges Mädchen floh Claire Zweig, die damals noch Klärchen Kirschberg hieß, aus Deutschland. Sie lebt heute in Florida. Links ist sie 1939 zu sehen, das rechte Bild entstand 2010. Fotos: Privat Als junges Mädchen floh Claire Zweig, die damals noch Klärchen Kirschberg hieß, aus Deutschland. Sie lebt heute in Florida. Links ist sie 1939 zu sehen, das rechte Bild entstand 2010. Fotos: Privat
Karben. 

Das ist eine ganz, ganz große Geste: Claire Zweig, ehemals Klärchen Kirschberg, musste während des zweiten Weltkrieges ihre Heimatgemeinde Burg-Gräfenrode verlassen, um dem Nazi-Terror zu entkommen. Und jetzt das: Ihrer alten Heimat fühlt sie sich noch so sehr verbunden, dass sie ihr 1000 Dollar spendet!

Empfänger der großartigen Geste ist die Bürgerstiftung „Unser Karben“, die Claire Zweig nun als Stifterin führt, erklärt Hartmuth Plewe von der Stiftung voller Stolz. Klärchen Kirschberg ist nicht unbekannt in Karben: Im September und Oktober 2010 sahen etwa 400 Besucher im Karbener Kino Cinepark den Film über ihr Leben.

Es ist die Lebensgeschichte eines jüdischen Mädchens aus Burg-Gräfenrode, das nach England fliehen konnte und in London, Nottingham, New York und Pittsburgh immer wieder neu beginnen musste. Gedreht hat den Film Hartmut Polzer von der Initiative „Stolpersteine in Karben“. Bei seinen Recherchen über jüdische Karbener Nazi-Opfer stieß er auch auf Klärchen, ihr Schicksal, ihre Flucht.

Die Ex-Roggauerin lebt in Florida (USA) und heißt heute Claire Zweig, seit sie dort mit Arnold Zweig verheiratet ist. Als besonders erschütternd empfand sie es, als ihr 1939 ihre besten Freundinnen sagten, sie dürften nicht mehr mit ihr sprechen. Doch es kam noch viel schlimmer. In den Konzentrationslagern wurden viele ihrer Familienangehörigen ermordet. Claire Zweig hätte allen Grund über ihre Heimatgemeinde Burg-Gräfenrode verbittert zu sein.

Im Mai 2011 besuchte sie ihre Heimatstadt. Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz und Bürgermeister Guido Rahn (beide CDU) begrüßten sie im Bürgerzentrum, bevor noch einmal der Film „Klärchen - Flucht in eine fremde Welt“ gezeigt wurde. „Ich habe Burg-Gräfenrode nie vergessen“, sagte sie später in der Podiumsdiskussion.

„Die Bürgerstiftung war tief gerührt und sehr glücklich, als ein Scheck über 1000 Dollar von Frau Zweig aus den USA eintraf, die ganz bescheiden dazu sagte, sie wolle etwas Gutes für ihre Heimat tun“, erklärt Hartmuth Plewe. „Wir sind stolz, Frau Zweig im Kreis unserer Stifter aufnehmen zu dürfen“, ergänzt Peter Mayer, Vorsitzender der Bürgerstiftung. fnp

Das Video über Klärchen ist zu sehen unter www.stolpersteine-in-karben.de

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