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Gemeinsam Gedenkkultur schaffen

Von Bei der Veranstaltung „Denkmal – Wege der Erinnerung“ im Karbener Kulturzentrum „Kuhtelier“ wurden verschiedene Möglichkeiten des Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus vorgestellt. Dabei gaben Initiativen aus Karben, Florstadt und Oberursel Einblicke in ihre Arbeit.
Hartmut Polzer von der Initiative Stolpersteine hat das Wort. Bilder > Hartmut Polzer von der Initiative Stolpersteine hat das Wort.
Karben. 

„Ein Denkmal erschließt sich meist nicht jedem auf den ersten Blick. Die wirkliche Bedeutung herauszufinden und zu erkennen, was dahinter steht, dauert“, sagt Lisa Buxmann (18), Schülerin und Mitglied im Offenen Bündnis für Karben. Ihre Gedanken bilden den Auftakt zur Veranstaltung „Denk-Mal – Wege der Erinnerung“, zu welcher der Morlant-Verlag aus Karben ins „Kuhtelier“ nach Groß-Karben eingeladen hat. Damit wolle man die Diskussion anstoßen, ob es in Karben ein Denkmal an einem zentralen Ort für die Opfer der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus braucht und ob ein solches gewünscht wird. „Ein solches Denkmal wäre mein persönlicher Wunsch“, sagt Walter Sülberg vom Morlant-Verlag.

Eine Lebensgeschichte, die bewegt

Mehr als 100 Zuschauer haben den Film „Klärchen – Flucht in eine fremde Welt“ der Initiative Stolpersteine im Karbener Cinepark gesehen.

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Engagierte Bürger

 

Zunächst stellen verschiedene Initiativen ihr Engagement zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus vor. Zwar sind die Wege des Erinnerns in den Orten vielfältig. Doch in allen drei Orten sind es Bürger, die sich – in Zeiten knapper öffentlicher Kassen – engagieren und mit Ideen und Kreativität auf das gemeinsame Ziel des Erinnerns hinarbeiten. In Karben seien bis jetzt 56 Stolpersteine verlegt, davon 54 für jüdische Opfer – „zahlenmäßig die größte Opfergruppe“ – und zwei für politisch Verfolgte, berichtet Hartmut Polzer von der Initiative Stolpersteine in Karben.

Infos im Internet

Die Veranstaltung war Teil des Rahmenprogrammes zur Ausstellung „Legalisierter Raub“, die noch bis zum 30. November im Kurhaus in Bad Vilbel bei freiem Eintritt gezeigt wird.

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Gemeinsam mit Irma Mattner hat er die Initiative vor sieben Jahren gegründet. Seither hat die Initiative intensiv recherchiert, denn sie erhebt den Anspruch, an die Opfer nicht allein durch das Verlegen von Stolpersteinen zu erinnern. Vielmehr werden die Schicksale jedes Einzelnen, für den ein Stein verlegt wird, recherchiert und bei Bedarf immer wieder auf den neuesten Stand gebracht, so Polzer.

Da die Informationen auf der Internetseite auch in englischer Sprache nachzulesen seien, sei es schon vorgekommen, dass sich Nachfahren von Opfern aus den USA oder Israel gemeldet hätten, um noch Daten zu ergänzen, erzählt Polzer. Die Initiative Opferdenkmal aus Oberursel hingegen hat sich schrittweise die Errichtung eines zentralen Denkmals vorgenommen und ist ihrem Ziel schon nahe gekommen, berichtet Dietrich Andernacht von der Initiative.

Das Denkmal aus Stein besteht aus zwei sich gegenüberstehenden Gruppen, die die Mehrheitsgesellschaft und die Verfolgten symbolisieren. Um ausreichend Spenden zusammen zu bekommen, habe es Zusammenarbeiten etwa mit Schülern, Kirchengemeinden gegeben. „Wir hoffen, das Denkmal 2015 fertigstellen zu können“, sagt Andernacht.

In Florstadt setze man sich seit Jahren mit der Erforschung des jüdischen Lebens auseinander, berichtet Johanna Voss vom Arbeitskreis Jüdisches Leben in Florstadt. So solle im nächsten Jahr ein Stein mit Inschrift als Denkmal aufgestellt werden, so Voss. Auch danach seien weitere Veranstaltungen, etwa ein Filmfestival, geplant, „um eine Gedenkkultur in unseren Dörfern zu errichten“, sagt Voss.

 

Verschiedene Meinungen

 

Bei der Diskussion zur Frage der Errichtung eines zentralen Denkmals in Karben gibt es verschiedene Meinungen. Ein Denkmal allein reiche nicht, es müsse von Veranstaltungen begleitet und in den Ort eingebunden werden, sagen einige. Er sei von der Notwendigkeit eines zentralen Denkmals nicht überzeugt, sagt Polzer. „Bei der Verlegung von Stolpersteinen haben wir bereits viele Bürger und Anwohner erreicht.“

Mit dem Pogromgedenken in Klein-Karben gebe es bereits eine Form der Erinnerungskultur, gibt Kulturstadtrat Philipp von Leonhardi (CDU) zu bedenken. Eine Frau schlägt vor, Feste mit jüdischen und nicht-jüdischen Menschen zu organisieren.

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