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Multikulturelle Mitbringparty des Berufsbildungswerks in Karben: Gemeinsame Aktionen bauen Ängste ab

Groß gefeiert worden ist am Donnerstagabend im Karbener Berufsbildungswerk Südhessen (BBW). Keinen besonderen Anlass brauchte es dafür, es ging um Vielfalt und Toleranz. Der Weg dorthin führt durch den Magen, dachten sich zumindest die Organisatoren. Sie luden zu einer großen multikulturellen Mitbringparty auf das Areal des BBW ein.
Nadine Krüger (21) hat gemeinsam mit ihrer Wohngruppe eine Kürbissuppe zum Fest beigesteuert. Bilder > Nadine Krüger (21) hat gemeinsam mit ihrer Wohngruppe eine Kürbissuppe zum Fest beigesteuert.
Karben. 

Zuflucht suchen – Zuflucht sein: Flüchtlinge, BBW-Azubis und Menschen aus der Wetterau sollen sich bei der großen Feier kennenlernen. Im Mittelpunkt des Fests und auch in der Mitte des Hofs steht die runde Tafel, zusammengesetzt aus Biertischen.

„In der unübersichtlichen Debatte um Flüchtlinge stellen sich besonders bei Jugendlichen, also auch bei unseren Azubis, diffuse Ängste ein, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen“, erklärt BBW-Psychologin und Organisatorin Christina Klöppel. Das BBW möchte auf diese Ängste reagieren, mit einer großen Mitbringparty. Jeder ist eingeladen zu kommen und internationale Speisen mitzubringen.

Zulauf von außen fehlt

Aus den Boxen dröhnt Musik, es riecht nach verschiedenen Speisen – die Stimmung ist ausgelassen. Die verschiedenen Buffet-Tische sind schnell gefüllt, kurze Erklärungen geben Herkunft und Inhalte der jeweiligen Speise an. „Was trennt uns und was verbindet uns? Darum soll es gehen“, erklärt Elke Beeck, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im BBW.

Größtenteils sind die Besucher die Jugendlichen aus den Wohngruppen der Bildungseinrichtung. Der Zulauf aus der Bevölkerung sei leider etwas ausgeblieben. „Einige Gäste aus Friedberg sind aber zum Beispiel auch gekommen“, freut sich Beeck. „Sollte die Veranstaltung in den nächsten Jahren wiederholt werden, wären etwas mehr Gäste von außerhalb aber schön.“

Nach dem Schlemmen am Buffet warten noch eine ganze Menge Aktionen auf die Gäste. „Beispielsweise ein Menschen-Bingo“, erläutert Beeck. Dabei gehe es darum, Menschen mit verschiedenen Eigenschaften oder Fähigkeiten zu finden. Dafür müsse man sich natürlich durchfragen, was ebenfalls Gespräche anregt und das Miteinander fördern soll.

Probleme darstellen

„Bei einer Fotoaktion, die gemeinsam mit dem Galluszentrum durchgeführt wird, können sich einzelne Personen oder auch Gruppen mit großen Plakaten, auf denen verschiedene Statements abgedruckt sind, fotografieren lassen. Die Bilder werden gleich ausgedruckt und aufgehängt“, zählt Elke Beeck weiter auf. Auch eine Diskussion in einer ungewöhnlichen Form soll den Gedanken des multikulturellen Fests unterstreichen: „Beim Forumtheater geht es darum, dass eine Problemsituation dargestellt wird. Wer glaubt, das Problem lösen zu können, kann sich melden und die Rolle einnehmen“, erklärt Theatertherapeutin Anne Porst.

Insgesamt sind rund 150 Jugendliche des BBW vor Ort. Die 21-Jährige Nadine Krüger hat mit ihrer Wohngruppe einen großen Topf Kürbissuppe vorbereitet: „Das passt einfach gut zur Jahreszeit“, findet sie. „Der Arbeitsaufwand, das Gemüse zu schneiden, war wirklich enorm. Für unsere fünfköpfige Gruppe ist das gemeinsame Kochen eine völlig neue Erfahrung gewesen.“

Auch das Fest an sich gefällt der angehenden Kauffrau für Büromanagement gut: „Man kommt mit wirklich vielen Leuten ins Gespräch – das macht einfach Spaß!“

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