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Gerichtsverhandlung in Friedberg: Gleich mehrfach zugebissen

Der Hund Lenny, ein sechsjähriger Rhodesian Ridgeback, stand im Mittelpunkt einer Gerichtsverhandlung vor dem Friedberger Amtsgericht. Er soll in den vergangenen Monaten mehrfach Personen gebissen haben. Angeklagt waren seine beiden Halter.
Ein Ridgeback wie auf diesem Foto hat für Ärger gesorgt. Ein Ridgeback wie auf diesem Foto hat für Ärger gesorgt.
Bad Nauheim/Friedberg. 

Nach einer gut vierstündigen Verhandlung und der Vernehmung von sieben Zeugen und eines Sachverständigen sind sich am Schluss alle einig: Die Angelegenheit ist vielleicht ein wenig zu hoch aufgehängt worden. Deshalb stellt Richter Markus Bange das Verfahren schließlich gegen Zahlung einer Geldbuße von je 300 Euro an die Staatskasse ein.

Dabei haben eine 65-jährige Bad Nauheimerin und deren Sohn dem Angeklagten zunächst vorgeworfen, dass sie beim Umgang mit ihrem Hund Lenny nicht die erforderliche Sorgfalt hätten walten lassen, so dass es innerhalb des vergangenen Jahres gleich zu drei Beißattacken gekommen sei. Erst sei die Putzfrau von dem Hund angefallen worden, weil sie beim Putzen in die Nähe des schlafenden Herrchens gekommen und darauf von dem Tier gleich mehrfach gebissen worden sei. Das anschließende Verfahren wurde dann allerdings eingestellt, weil sich der Vorfall in seinem Haus ereignete und das Tier nach Ansicht des Gerichts nur sein Herrchen verteidigen wollte.

Ambulant behandelt

Dafür musste der Angeklagte jedoch ein angemessenes Schmerzensgeld zahlen. Der zweite Vorfall ereignete sich wenig später im Wohnzimmer des Angeklagten. Dort sei der damals 15-jährige Sohn des Angeklagten gleich zweimal von dem Hund in den Kopf gebissen worden, weil er die Fernbedienung, die ihm zuvor aus der Hand gefallen war, aufheben wollte.

Die Angeklagten spielten den Vorfall herunter: „Wenn Lenny wirklich zugebissen hätte, dann hätte es bei seinen Zähnen ganz andere Wunden gegeben“, so der Angeklagte.

Auch wenn Lenny bei diesem Vorfall lediglich zugeschnappt haben soll, fuhr der Angeklagte seinen Sohn sofort ins Krankenhaus. Dort wurden die Bisswunden, die noch heute sichtbar sind, ambulant behandelt. Die Anzeige gegen die Angeklagten erstattete die getrennt lebende Mutter des Sohnes.

Sorgerecht entzogen

Die Frau machte Druck bei der Polizei: Der Hund wurde mit richterlichem Beschluss aus der Wohnung des Angeklagten geholt und in ein Tierheim gebracht. Erst ein Sachverständiger konnte das Tier nach einem Wesenstest wieder aus dem Heim auslösen. „Der Hund stellt keine Gefahr da“, so das Urteil des Sachverständigen im Januar 2014.

Fünf Monate später sprang das Tier erneut einen Menschen an und verletzte ihn. Dieses Mal war es ein Freund des Sohnes, und auch dieses Mal wurde die Anzeige erst auf Drängen der Mutter erstattet. Allem Anschein nach wollte sie sich an dem Vater ihres Sohnes rächen, weil ihm zwischenzeitlich das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn zugesprochen worden war.

„Das sieht alles sehr nach einem sehr persönlichen Rachefeldzug aus – auch wenn man die Gefahr nicht unterschätzen sollte“, so Bange. Den Angeklagten empfahl er, dem Hund bei Besuchen auch in der Wohnung zukünftig einen Maulkorb anzulegen.

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