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Sondersitzung: Grünes Licht fürs neue Kurhaus

Von einem historischen Tag sprechen am Dienstagabend gleich mehrere Stadtverordnete. Denn in der Stadtverordnetenversammlung wird der Umbau des Kurhauses und außerdem der Verkauf der angrenzenden Fläche für den Bau eines Hotels beschlossen.
Es ist beschlossene Sache: Das Kurhaus wird um eine Stadthalle und ein Hotel erweitert. Foto/Repro: Niklas Mag/Privat Es ist beschlossene Sache: Das Kurhaus wird um eine Stadthalle und ein Hotel erweitert. Foto/Repro: Niklas Mag/Privat

Eine wegweisende Entscheidung hätten die Stadtverordneten an diesem Abend zu treffen, sagt Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) zu Beginn der Sondersitzung der Parlamentarier. Bereits in der vergangenen Woche hatte Klaus Minkel, Betriebsleiter der Stadtwerke, das Konzept für die zukünftige Stadthalle im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt und dafür von allen Seiten Lob erhalten.

Eine gläserne Orangerie wird Alt- und Neubau verbinden – so sieht es der Entwurf des Büros Vielmo vor. Bild-Zoom
Eine gläserne Orangerie wird Alt- und Neubau verbinden – so sieht es der Entwurf des Büros Vielmo vor.

Denn mit dem Karbener Veranstaltungsdienstleister Satis & Fy hat man bereits einen Betreiber gefunden, der die Stadthalle mit Leben füllen und Bad Vilbel mit Veranstaltungen und Auftritten von Künstlern versorgen kann, die bisher eine Nummer zu groß waren. Minkel setzt den zur Abstimmung stehenden Beschluss in einen größeren Kontext: „Vor rund 40 Jahren sah es in Bad Vilbel ziemlich übel aus.“ Der Umbau des Kurhauses und der Bau einer Stadthalle würden sich in den langjährigen Prozess der Stadterneuerung einreihen, findet er.

Kritisch begleiten

Auch Tobias Utter (CDU) spricht sich für die neue Stadthalle aus, auch die Tiefgarage und der Bau des Hotels seien notwendig. Raimo Biere spricht für die Freien Wähler und dankt der Stadt und Klaus Minkel für das Verhandlungsgeschick. Christian Kühl (SPD) erklärt: „Für uns als Sozialdemokraten ist das ein besonderer Tag.“ Schließlich sei das Kurhaus einst von Sozialdemokraten errichtet worden. „Dass Bäume für den Bau des Hotels verschwinden müssen, werden wir während dem Planungsprozess kritisch begleiten“, kündigt er an, spricht sich aber für das Hotel aus. Jörg-Uwe Hahn (FDP) dankt dem Parlament für eine gute Diskussionskultur.

Satis & Fy bekundet großes Interesse

Das Konzept für die Stadthalle ist bereits recht weit fortgeschritten: Eine gläserne Orangerie soll Alt- und Neubau im zukünftigen Kurhaus- und Stadthallenkomplex miteinander verbinden.

clearing

Kritische Worte gibt es von Kathrin Anders (Grüne): „25 Millionen Euro Baukosten sind nur der Rohbau“, mahnt sie. Insgesamt komme man auf rund 40 Millionen Euro Gesamtkosten. „Die Stadt kann und will sich das leisten“, sagt sie. Transparenz seitens der Stadt müsse sein, diese habe es auch gegeben und deshalb wolle man den Bau der Stadthalle mittragen.

„Auf 25 Millionen Euro beziffern sich die kompletten Baukosten von Stadthalle und Kurhaus, die Inneneinrichtung ist nicht dabei, die Bühnentechnik auch nicht. Die Tiefgarage wird von den Stadtwerken finanziert“, antwortet ihr Minkel. Die Grünen sprechen sich zwar für den Bau aus, doch klar gegen das Hotel.

Charme eines Hinterhofs

So sagt Clemens Breest (Grüne): „Für die Auslastung der Stadthalle ist der Betreiber auf kein Tagungshotel in unmittelbarer Nähe angewiesen.“ Die Notwendigkeit eines Tagungshotels bestehe nicht mehr. „Das Bisschen Kurpark, was sich im Schatten des 22 Meter hohen Hotelblocks und der 18 Meter hohen Halle noch finden wird, hat dann allemal den Charme eines Hinterhofs“, beschwert sich Breest.

Satis & Fy empfehle sehr wohl den Anbau eines Hotels, verkündet Klaus Minkel daraufhin. Auch haben die Grünen vier Anträge eingebracht. Mit dem ersten soll gesichert werden, dass die Stadthalle CO2-neutral betrieben wird. Das ist laut Klaus Minkel aber zu teuer. Die Stadtwerke würden bereits mehr und mehr grünen Strom produzieren. Diesen in größeren Anlagen herzustellen sei wirtschaftlicher, als Solarpanels auf dem Gebäude zu installieren. Mit Zustimmung von SPD und Grünen wird der Antrag abgelehnt. Auch beantragen die Grünen, dass ausreichend Fahrradständer an der Stadthalle installiert werden sollen, dieser Vorschlag wird mit einer Gegenstimme angenommen. Die von den Grünen geforderte Parkraumbewirtschaftung wird abgelehnt. Einstimmig wird hingegen der nächste Grünenantrag von der Stadtverordnetenversammlung angenommen: Der Magistrat soll demnach halbjährlich über den Baukostenstand berichten.

„Ein Investitionsprojekt in dieser Größe braucht Transparenz und Nachvollziehbarkeit“, heißt es in dem Antrag. Desweiteren wünschen sich die Grünen eine frühe Einbeziehung von Hajo Prassel, dem städtischen Behindertenbeauftragten, in die Planungen, damit Halle und Kurhaus barrierefrei errichtet werden. Auch dieser Antrag wird einstimmig angenommen.

Stadtverordnetenvorsteher Herbert Anders (CDU) stellt schließlich den entscheidenden Antrag zur Abstimmung: Die Stadthalle soll nach dem Entwurf des Stuttgarter Büros Vielmo gebaut werden, daneben soll das Hotel entstehen. Ersteres wird einstimmig angenommen und auch das Hotel soll gebaut werden – mit Gegenstimme der Grünenfraktion.

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