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Vom 6er-Schüler zum Chef: Hauptschüler der KSS lernen: Es ist nie zu spät für Erfolg

Sami El Hadri hat es geschafft: War er vor Jahren noch ein mieser Schüler, auf den kaum jemand etwas setzte, ist er in seinem Beruf inzwischen in einer verantwortungsvollen Position. Wie er das geschafft hat, hat er bei einem Seminar der Karbener Schulsozialarbeit an aktuelle Schüler weitergegeben.
Samir El Hadri besuchte einst den Hauptschulzweig der Kurt-Schumacher-Schule – ohne große Perspektive. Inzwischen kann Schulsozialarbeiterin Bettina Kreutz ihn begrüßen als „einen, der es geschafft hat“. Samir El Hadri besuchte einst den Hauptschulzweig der Kurt-Schumacher-Schule – ohne große Perspektive. Inzwischen kann Schulsozialarbeiterin Bettina Kreutz ihn begrüßen als „einen, der es geschafft hat“.
Karben. 

Er war nicht der beste Schüler und hat, wie er in großer Runde zugibt, „viel Blödsinn gemacht“. Samir El Hadri hat einst die Hauptschule an der Kurt-Schumacher-Gesamtschule (KSS) besucht. Heute sitzt er unter denen, die noch mittendrin sind in diesem Lebensabschnitt. Zwei Hauptschulklassen der KSS absolvieren in dieser Woche ein Seminar zur Berufsorientierung und Lebensberatung im Karbener Jukuz.

Veranstalterin ist die Schulsozialarbeit. Bettina Kreutz und Michael Langenbach haben den 29-Jährigen gebeten zu erzählen, „wie man es doch noch schaffen kann“. Doch noch? „Ja, ich hatte fünf Sechsen im Zeugnis“, gibt der frühere KSS-Schüler zu. Seine Berufschancen mit 15: gleich null. „Ich hatte erst kein Ziel und wusste nicht, was ich machen soll“, gibt er heute unumwunden zu.

Vorbilder wichtig

Aber dann hat ihm ein solches Berufsorientierungsseminar, wie es die Schulsozialarbeit seit vielen Jahren veranstaltet, weitergeholfen. Hier werden Neuntklässler darauf vorbereitet, einen Berufswunsch zu artikulieren und dementsprechende Bewerbertrainings zu absolvieren. Damit die Hauptschüler den Sprung in die Ausbildung schaffen, bedarf es Vorbilder, weiß die erfahrene Schulsozialarbeiterin. Deshalb hat sie heute Morgen alle 27 Schüler der beiden Klassen in der Kulturscheune zusammengerufen. Sie sollen hören, wie es Samir El Hadri geschafft hat.

Die Hauptschule an der KSS hat er bis zum Jahr 2006 besucht, wie er dieser Zeitung vor der Veranstaltung erzählt. Danach habe er bei Tegut eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert. „Das war eigentlich reiner Zufall“, sagt er. „Ein Nachbar hat mich dahin mitgenommen“, erzählt Samir El Hadri, der seit seiner Kindheit in Kloppenheim wohnt.

In großer Runde inmitten der Schüler sagt er: „Mit jedem Jahr, das ich älter geworden bin, ist der Verstand gekommen.“ Er berichtet, wie er seine dreijährige Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert hat. Heute arbeitet er als stellvertretender Marktleiter bei Rewe in Offenbach. Aus eigener Erfahrung weiß er: „Auch wenn es schwer ist, bitte zieht die Ausbildung durch“, appelliert er an die Schüler. „Es braucht Willensstärke.“

Stärken fokussieren

In der großen Runde sollen die Schüler schließlich ihren Berufswunsch äußern. Alle tun es, haben also eine Idee, was sie nach ihrem Abschluss im Sommer kommenden Jahres machen wollen. Das lässt die Organisatoren optimistisch schauen.

Schließlich wurde im ersten Teil des Seminars genau daran gearbeitet. Es ging um die Stärken und Schwächen der Schüler. Dabei sollten vor allem die Stärken herausgearbeitet werden. Zudem ging es um ihre Fähigkeiten und somit auch um ihren Berufswunsch. Im zweiten Teil folgte der Erfahrungsbericht, ehe die Hauptschüler intensiv auf ihre Bewerbungsgespräche vorbereitet wurden, die sie später testweise führten. So wurde allen klar: „Ihr müsst im letzten Schuljahr noch mal mächtig Gas geben.“

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