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Theater Alte Feuerwache in Bad Nauheim: Herzlichen Glückwunsch, Taf!

Von Als vor 25 Jahren Schüler auf die Bühne wollten, ging es los mit Bad Nauheims Theater. Dass das Ensemble heute besteht, ist ein Gemeinschafterfolg von Idealisten und wohlwollender Kulturbehörden.
Gunnar Bolsinger, Pia Nußbaum und Robert Garmeister (von links) freuen sich auf viele Gäste zum Tag der offenen Tür. 	Fotos: Petra Ihm-Fahle Bilder > Gunnar Bolsinger, Pia Nußbaum und Robert Garmeister (von links) freuen sich auf viele Gäste zum Tag der offenen Tür. Fotos: Petra Ihm-Fahle
Bad Nauheim. 

Das Licht auf der Bühne im Badehaus 2 geht an, denn mehrere Vereinsmitglieder werden erwartet, um ein Lied zu üben: Für kommenden Samstag, den Tag der offenen Tür zum 25-jährigen Jubiläum des Theaters Alte Feuerwache (TAF). Gunnar Bolsinger, Robert Garmeister und Pia Nußbaum klinkten sich einen Augenblick aus, um mit der FNP zu reden.

Im Jahr 1989 beschlossen zwei Ernst-Ludwig-Schüler, weiterhin Theater zu machen, als ihre AG in dem Gymnasium eingestellt wurde. „Das waren Stefan Wendt und Jens Reid“, erzählt Gunnar Bolsinger. Die zwei Jungen wandten sich mit ihrem Wunsch ans Rathaus, daraufhin wurde ihre kleine Initiative an die städtische Jugendabteilung angebunden.

Die zwei Jugendlichen bekamen von der Stadtverwaltung Probenräume im ehemaligen Juz, dem heutigen Kinder- und Jugendhaus Alte Feuerwache, zugewiesen. Mitte der neunziger Jahre brauchte die Stadt diese Probenräume allerdings anderweitig, worauf die Truppe, die sich mittlerweile TAF nannte, ins Badehaus 2 umzog.

Extra: Die Bühnenmacher laden zu einem Tag des offenen ...

Am Samstag, 11. Oktober, wird im Theater der Alten Feuerwache das erste Vierteljahrhundert des Bestehens gefeiert. Der Tag der offenen Tür beginnt um 14 Uhr mit einem Festakt im Badehaus 2 im Sprudelhof.

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„Das Kulturamt und der damals zuständige Leiter Johannes Lenz haben uns dabei unterstützt“, blickt Pia Nußbaum zurück. Die Räume lagen damals brach, noch gut erinnert sie sich an verlassene Vogelnester und ähnliche Dinge, welche die Ehrenamtlichen vorsichtig heraus trugen. Das Badehaus teilt sich das TAF, das Mitte der neunziger Jahre zu einem Verein wurde, inzwischen mit der städtischen Spielstätte.

 

Fröhliches Erinnern

 

Nußbaum war schon zu einstigen Schülerzeiten dabei, stand zwar nicht auf der Bühne, aber half beim Drumherum. Mittlerweile ist sie federführend für die Inszenierungen zuständig. „Es ist für mich ein großer Lohn zu sehen, wenn die Premieren aufgehen“, erklärt sie, weshalb ihr diese Rolle besonders viel Freude bereitet.

Vorsitzender Bolsinger stieß 1995 dazu, als die Drei-Groschen-Oper auf dem Spielplan stand. Auch er sammelte erste Bühnenerfahrung im Ernst-Ludwig-Gymnasium, wo er im Schulmusical mitspielte. Gut kann er sich noch an das dortige Casting erinnern: „Ich sang ’I am sailing’ von Rod Stewart“, schmunzelt er.

Robert Garmeister trat dem Ensemble im Zuge der zweiten Produktion bei, heute steht er an der Spitze der „Freunde des TAF“. Der Förderverein wurde vor über zehn Jahren gegründet, als der frühere Bürgermeister Bernd Rohde (CDU) die städtische Kleinkunstreihe vom Badehaus 2 wegverlegen wollte und die Theatermacher weitere Umstrukturierungen fürchteten.

Der Wechsel vor der Wende zum Jahr 2000 war nicht das einzige Mal, dass die Theatermacher sich Sorgen machten. Als bis 2012 noch geplant war, einen Thermenneubau mit dem Sprudelhof zu verbinden, sollte das Badehaus 2 für Wellness weichen. Die Pläne sind vom Tisch – allerdings muss sich die Stiftung, die die Jugendstilanlage betreibt, bis zum Jahr 2020 selber tragen. Auf die Nutzer kommen voraussichtlich höhere Mieten zu, wenn erst einmal saniert ist.

Verein und Förderverein sind trotz allem recht zuversichtlich. Zurzeit zahlt die Stadt die Miete, wofür sich die Ehrenamtlichen ums Gebäude kümmern. Wie Nußbaum schildert, betreiben sie beispielsweise die Getränketheke und warten die Technik.

 

Leistung lohnt sich

 

„Wir sehen zwar, dass in den öffentlichen Haushalten an Kultur gespart wird, andererseits wissen wir, was wir hier leisten. Das ist ein wichtiges Pfund“, betont Bolsinger. Garmeister sieht das genauso: „Nennt die Stiftung eines Tages einen bestimmten Betrag, müssen wir und die Stadt überlegen, wer welchen Part übernimmt und wie hoch er ist.“

Auf die Entwicklung des Vereins sind die drei stolz. Beispielsweise auf die jährlichen Wetterauer Schultheatertage, so Bolsinger. Auf die viele Zeit, die die Ehrenamtlichen investieren, so Nußbaum. Auf die Art, wie Personen wachsen, so Garmeister: „Von Leuten, die zuerst im Hintergrund auf der Bühne stehen bis hin zu Darstellern mit Hauptrollen.“ Für die Liedprobe nun haben sämtliche Akteure die gleichen Rollen. Mittlerweile sind alle eingetroffen, sitzen im Kreis und singen.

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