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Änderungen am Bebauungsplan: Im Schleid brodelt es gewaltig: Bei Anwohnern macht sich Unmut breit

Seit einiger Zeit wohnen die ersten Leute im Baugebiet Im Schleid. Doch macht sich bei diesen seit einigen Wochen Unmut breit, denn die Stadt hat in einer dritten Änderung des Bebauungsplanes Einiges geändert, wodurch die Bewohner ihre Wohnqualität beeinträchtigt sehen, doch die Beschwerden der Bürger verhallen ungehört.
Inge Regnery und Marcin Rink wünschen sich Kompromiss- und Kommunikationsbereitschaft von der Stadt Bad Vilbel. Foto/Archivfoto: Niklas Mag/Thomas Kopp Inge Regnery und Marcin Rink wünschen sich Kompromiss- und Kommunikationsbereitschaft von der Stadt Bad Vilbel. Foto/Archivfoto: Niklas Mag/Thomas Kopp
Bad Vilbel. 

Aus der Ferne sieht die Siedlung im Schleid noch aus, wie eine große Baustelle. Doch spielen Kinder bereits auf den Straßen, in den Gärten der Häuser genießen die Familien die Sonne – die Siedlung lebt. „Die Stadt hat hier ganz tolle Arbeit geleistet“, sagt der Anwohner Marcin Rink, der sich in dem Wohngebiet sehr wohl fühlt.

Und doch bahnt sich in der derzeitigen Wohnidylle Ärger an. Denn in den jüngsten Änderungen zum Bebauungsplan Im Schleid wurde Einiges geändert, was den Bewohnern so gar nicht passt. Und auch über die Verfahrensweise der Stadt sind die Anwohner nicht glücklich. So habe die Stadt beispielsweise die Geschossflächenzahl angepasst, die Gebäude, die zukünftig westlich der momentanen Siedlung gebaut werden, darf der Investor nun ein Stockwerk höher bauen.

Gespräche mit Investor

„Ich kann einfach nicht glauben, dass der Stadt erst drei Jahre nach dem Spatenstich auffällt, dass die Baufläche, die dem Investor Dietmar Bücher zugesprochen wurde, nur erreicht werden kann, wenn man ihm erlaubt, höher zu bauen“, findet Rink. Besonders misstrauisch mache ihn, dass diese Änderungen am Bebauungsplan nun erst vorgenommen werden, wo bereits 150 Wohnungen im Schleid verkauft worden, viele Leute aber noch nicht eingezogen sind. „Diese Leute können sich also gar nicht gegen diese Verdichtung wehren.“

Eine Riegelbebauung soll das Gebiet abschirmen. Über diese Änderung wären die Anwohner gerne informiert worden. Bild-Zoom
Eine Riegelbebauung soll das Gebiet abschirmen. Über diese Änderung wären die Anwohner gerne informiert worden.

Er und einige Anwohner hatten Ende Juni bereits ein Gespräch mit der Firma Bücher, erzählt er, doch hat dieses einen Nachgeschmack hinterlassen: „Leider hatten an jenem Tag weder der Geschäftsführer, noch die Prokuristen Zeit. Die anwesenden Mitarbeiter waren zwar gesprächsbereit, allerdings endete das Gespräch mit der Aussage, dass man so und nicht anders bauen werde, weil es durch die Stadt nunmal erlaubt wurde.“ Rink bekräftigt aber auch zugleich, er verstehe die Vorgehensweise von Dietmar Bücher und wolle diese nicht schlecht heißen. Bücher sei Kaufmann und handele entsprechend. Doch stört die Anwohner die mangelnde Kompromissbereitschaft und die mangelnde Informierung durch die Stadt.

Nicht mit Schmutz werfen

Die Anwohner fühlen sich von den Änderungen vor den Kopf gestoßen und allein gelassen: „Wir mussten uns selbst über die Presse informieren.“ Der Bad Vilbeler Anzeiger werde hier nicht ausgetragen und die Stadt habe auch nicht anderweitig Bescheid gegeben, dass Änderungen anstünden, die die Anwohner unmittelbar betreffen, bedauert Marcin Rink. Ein weiterer Schleid-Bewohner teilt Rinks Meinung, möchte aber in der Zeitung aus beruflichen Gründen nicht genannt werden.

Bewohner fühlen sich nicht gehört

Die Anwohner des Baugebiets Im Schleid haben zahlreich vor der Offenlage und auch während der Offenlage der Pläne bei der Stadt Einspruch gegen die Änderungen eingelegt, doch anschließend

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Er beteuert: „Uns geht es sicherlich nicht darum, hier mit Schmutz zu werfen. Wir sorgen uns einfach.“ Wenn die Stadt Bad Vilbel einfach Änderungen wie die Höhe der umliegenden Gebäude verändere, ohne zumindest darüber zu informieren, wie könne man sich da sicher sein, dass in Zukunft nicht noch drastischere Änderungen geschehen würden und man als Anwohner wieder nicht benachrichtigt oder an den Diskussionen beteiligt werde. Die mangelnde Informationspolitik seitens der Stadt spiegele sich auch in zwei weiteren Punkten wieder, die die Anwohner stören: „Als wir die Wohnungen hier gekauft haben, wurde immer davon gesprochen, dass an der Bahn eine Lärmschutzwand entstehen soll. Doch mit der dritten Änderung des Bebauungsplans heißt es plötzlich, dass dort eine Riegelbebauung geplant wird“, moniert Inge Regnery, ebenfalls Mitglied der Nachbarschaft im Schleid.

„Und zu guter letzt“, fährt der zweite Anwohner fort, „sollen nun auch noch die Häuser, die das Gebiet westlich abgrenzen, nicht mehr in Ost-West-Richtung ausgerichtet werden, so dass der Taunus zu sehen ist und Luft von dort durch das Wohngebiet ziehen kann“. „Stattdessen werden die Häuser nun um etwa 90 Grad gedreht gebaut.“ Das werde dann wie eine Wand an der Westseite des Wohngebietes wirken, was durch die nun noch höhere Bebauung auch noch verstärkt werden würde. „Wenn das alles einem besonders positiven Zweck dient, dann soll sich die Stadt mit uns hinsetzen und das mit uns besprechen“, meint der Anwohner. Schließlich sei der Kauf einer der Wohnungen für die Menschen dort eine der größten Investitionen ihres Lebens.“ Marcin Rink wünscht sich Kompromiss- und Kommunikationsbereitschaft von der Stadt: „Ich denke, es gibt Möglichkeiten, einen Kompromiss zu finden.“

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