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Obstbäume: Interessensgemeinschaft: Deshalb ist richtiger Baumschnitt so wichtig

Warum müssen Obstbäume eigentlich geschnitten werden? Diese banal klingende Frage beantwortete Referent Uwe Müller am vergangenen Samstag beim Kurs „Nachhaltiger Obstbaumschnitt“, den die Interessengemeinschaft Streuobst (IG) nun schon seit mehreren Jahren veranstaltet.
Die Teilnehmer hören und sehen Kursleiter Uwe Müller aufmerksam zu. Die Teilnehmer hören und sehen Kursleiter Uwe Müller aufmerksam zu.
Karben. 

Dazu macht es Sinn, sich erst einmal mit der Historie des Obstanbaus zu befassen. Müller gab hierzu einen kurzen Abriss über die Entwicklung vom Wildapfel bis zum heutigen Kulturapfel und ging dabei auch auf die besondere Bedeutung der Streuobstkultur ein.

Es wurde über die Vor- und Nachteile von Hoch- und Halbstämmen gefachsimpelt und Begriffe wie M27, A2 und Sämlingsunterlage sind den Teilnehmern des Schnittkurses nun geläufig.

Bloß kein Schattenobst

Aber zurück zur anfänglichen Fragestellung – und die Antwort lässt sich recht leicht zusammenfassen: Obstbaumschnitt ist dann erforderlich, wenn man lange Jahre von einem Baum qualitativ hochwertiges Obst ernten möchte. Denn wer mag schon einen sauren, geschmacklosen Äppler trinken? Und den bekommt man, wenn beim Keltern zu viel Schattenobst verwendet wird. Schattenobst deswegen, weil das Astwerk des Baumes zu dicht ist und zu wenig Sonne durchlässt. Oder noch schlimmer, wenn am Baum ein mit wunderschönen dicken Äpfeln behängter Ast plötzlich abbricht und große Wunden hinterlässt. Denn dies bedeutet nicht nur den Verlust der Äpfel, sondern birgt vor allem die Gefahr von Infektionen, die den gesamten Baum verkümmern lassen.

Neben den Grundprinzipien des Erziehungsschnitts wurden auch die Pflegemaßnahmen älterer Bäume eingehend erläutert. Und dabei gilt die Devise „Maß halten“ – denn bei zu extremem Schnitt versucht der Baum diese fehlenden Äste in der kommenden Saison wieder auszugleichen und produziert die ungeliebten sogenannten „Wasserreiser“. Deren Bekämpfung ist extrem mühsam und kann zu einer unendlichen Geschichte ausarten – wie eine Teilnehmerin aus eigener Erfahrung bestätigen konnte.

Mit welchem Werkzeug der Schnitt erfolgt, demonstrierte Uwe Müller nach einem theoretischen Überblick. Zuerst werkelte er am Apfelbaum direkt vor der Juice Factory, dem Besucherzentrum der Kelterei Rapp’s im Brunnenhaus des Groß-Karbener Selzerbrunnens. Dann hatten die Teilnehmer auf der Karbener Vereins-Apfelwiese die Möglichkeit, selbst Hand, Schere und Säge anzulegen.

„Nochmal nacharbeiten“

So konnten trotz eisigen Windes bei strahlendem Sonnenschein einige Bäume „in Form“ gebracht werden. Das Fazit eines Teilnehmers: „Oh, da sehe ich jetzt die von mir bisher geschnittenen Bäume mit ganz anderen Augen – da muss ich wohl noch mal nacharbeiten.“

Mit fast 30 Teilnehmern traf die Veranstaltung trotz vieler grippebedingter Absagen wieder auf eine große Resonanz – und auch für 2019 plant die IG Streuobst wieder einen Schnittkurs. Denn „man muss einen Baum am besten über mehrere Jahre begleiten, damit man sehen kann, wie sich die Schnittmaßnahmen auswirken – nur so entwickelt man ein gutes Verständnis dafür“ so der Rat des Kursleiters.

Am 6. März geht’s weiter

Der nächste Runde Tisch findet am 6. März ab 20 Uhr statt. Diesmal im Restaurant „Fleißiges Liezchen“ in Klein-Karben, Günter-Reutzel-Weg 4. Infos unter info@ig-streuobst.de.

(red)

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