Jetzt sind die Wähler dran

Von Jürgen W. Niehoff
Übermorgen ist Bürgermeisterwahl in Schöneck. Für was die vier Kandidaten stehen, verrieten sie bei der Podiumsdiskussion der Frankfurter Neuen Presse im Bürgertreff Kilianstädten. Die Bürger ihrerseits durften schon einmal die Hand heben.
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Schöneck. 

Allerdings fragte FNP-Redaktionsleiter Thomas Schwarz, der gemeinsam mit Schöneck-Redakteurin Marina Schwabe die Diskussion moderierte, nicht, wen die Bürger wählen würden. Sondern lediglich, wer der rund 300 Zuschauer die Entscheidung für einen der Kandidaten schon getroffen habe. Das waren am Ende der Veranstaltung mit rund drei Viertel der Gäste immerhin wesentlich mehr als zu Beginn der Runde.

"Wir wollen sicher sein, dass wir am Sonntag den Besten unter den vier Kandidaten zu unserem Bürgermeister wählen", nannte etwa Wilfried Schäfer als Grund für sein Kommen. Die vier Kandidaten, das sind Daniel Kropp (CDU), Barbara Neuer-Markmann (Grüne), Christian Paulsen (FWG) und Conny Rück (SPD).

Sie äußerten sich zur Kinderbetreuung, der Seniorenarbeit, Finanzen und Gewerbe, Verkehr und Ortsentwicklung. Dabei ähnelten sich die Aussagen der vier Politiker in den meisten Dingen. So empfahl etwa die Grünen-Kandidatin Neuer-Markmann für das Problem der Kleinkinder- und der Hortbetreuung das Frankfurter Modell.

Dieses Modell bedeutet, die Hortbetreuung in die Schulen zu holen, damit in den Kindertagesstätten Platz für unter Dreijährige (U3) entsteht. Mit dieser Lösung konnten sich auch die drei übrigen Kandidaten anfreunden.

Unterschiede ergaben sich beim Thema Gemeindefinanzen, vor allem, als es um die Konsolidierung ging. Auch hier hatte lediglich Neuer-Markmann einen konkreten Spar-Vorschlag, nämlich das Hinausschieben der Straßensanierung für die Frankfurter Straße. Die anderen Kandidaten wollen im Fall ihrer Wahl erst die Haushaltslage genauer analysieren und dann entscheiden, wo und wie gespart wird.

Während Paulsen sich eindeutig für den Vorrang der Konsolidierung aussprach, ruderten Rück und Kropp zurück und räumten ein, dass Schöneck nicht kaputt gespart werden dürfe. Auch müsse darauf geachtet werden, dass gewisse Standards erhalten blieben. Ein Allheilmittel zur Sanierung des Haushaltes sahen alle in der Ansiedlung neuen Gewerbes.

Nicht einer Meinung waren die Bewerber hingegen bei ihren Plänen hinsichtlich der Ortsentwicklung. Das Grundproblem, dass Schöneck aus drei weit auseinanderliegenden Ortsteilen besteht, räumten alle ein. Auch der zunächst vom Publikum belachten Behauptung des FWG-Kandidaten Paulsen, dass "die Büdesheimer ein Völkchen für sich" seien, schlossen sich die übrigen Kandidaten im Laufe der Diskussion an. "Die Büdesheimer machen natürlich über uns Kilianstädter Witze. Trotzdem muss man die Identität der einzelnen Ortsteile stärken", sagte Kropp. Während Rück, Kropp und Paulsen sich für einen Steg über die Nidder als Verbindung zu Oberdorfelden aussprachen, wies Neuer-Markmann auf den Naturschutz hin. Auch beim kommunalen Rettungsschirm, bei dem finanzschwache Gemeinden ihre Altschulden dem Land übertragen können, zeigten sich unterschiedliche Ansätze. Während Paulsen und Kropp dieses Angebot begrüßten, Neuer-Markmann sich nicht festlegen wollte, lehnte die SPD-Politikerin Rück den Rettungsschirm rundweg ab. Von den geforderten Einsparungen wären vor allem freiwillige Leistungen betroffen, gab sie zu bedenken.

Humorvoll wurde es, als die Moderatoren jedem Kandidaten eine Schlussfrage stellten. Bärbel Neuer-Markmann etwa sagte, sie würde am liebsten mit Christian Paulsen in die Stichwahl gehen. Daniel Kropp bekannte, er werde im Fall seiner Wahl am ersten Tag danach "erst einmal ausschlafen". Christian Paulsen sagte, am Tag nach der Wahl werde er sich auf die Stichwahl vorbereiten, und Conny Rück formulierte ihre Lieblings-Schlagzeile in einem Jahr: "Es geht voran in Schöneck."

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01.06.2012, 03:14
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