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Bauleitplanung: Karben will sein großes Gewerbegebiet ordnen

Von Mit einheitlichen Vorgaben fürs Bauen will die Stadt Karben den Wildwuchs in ihrem größten Gewerbegebiet eindämmen. Die Betroffenen werden nun angehört – bevor das eigentliche Genehmigungsverfahren anläuft.
Blick über das Gewerbegebiet Klein-Karben: Die Stadt will jetzt die über Jahrzehnte gewachsenen, bisher teils sehr unterschiedlichen Bauvorgaben vereinheitlichen. Blick über das Gewerbegebiet Klein-Karben: Die Stadt will jetzt die über Jahrzehnte gewachsenen, bisher teils sehr unterschiedlichen Bauvorgaben vereinheitlichen.
Karben. 

Nein, Sorgen machen müssten sich die meisten der Betriebe und Anwohner im Gewerbegebiet Klein-Karben nicht, betont Heiko Heinzel ausdrücklich. „Zumeist wird der Status quo gesichert“, erklärt der Chef des Fachdienstes Bauen aus dem Karbener Rathaus.

Doch bedeutet das „zumeist“ eine Einschränkung. Damit lohnt es sich für die Grundstücksbesitzer und -nutzer in einem der größten Wetterauer Gewerbegebiete, nun Acht zu geben: Das Stadtparlament hat gerade einmütig eine frühzeitige Beteiligung der Betroffenen beschlossen. Denn für das riesig große Gelände mitten in der Stadt will die Kommune eine neue Bauleitplanung festlegen. Bald zwei Drittel der knapp über 7000 Arbeitsplätze in Karben befinden sich hier.

Mit den neuen, einheitlichen Vorgaben soll vor allem jahrzentelanger Wildwuchs gestoppt werden: Drei verschiedene Bebauungspläne aus 30 Jahren gibt es für das Areal zwischen Bahnhofstraße und dem südlichen Ortsrand – mit teils ganz unterschiedlichen Vorgaben, erklärt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). „Teilweise wurde anders gebaut als vorgegeben, und das wurde dann nachträglich genehmigt.“

So geht es der Stadt nun darum, die drei Bebauungspläne und die diversen Einzelgenehmigungen zu einem zusammenzuführen „und Rechtssicherheit zu schaffen“. Einige Gebäude seien in der Bauleitplanung noch gar nicht berücksichtigt.

Abriss bei Umnutzung

Sie sollen nun entweder in die Vorgaben integriert werden – oder auch nicht, wenn zum Beispiel Anbauten erfolgt seien in Teilbereichen, auf denen stadtplanerisch lieber Freiflächen erwünscht seien. Abreißen müsse niemand sofort etwas, beruhigt Planer Heinzel. Bestehende und genehmigte Gebäude hätten Bestandsschutz. Wenn aber die jetzige Nutzung beendet werde, werde eine andere nicht mehr genehmigt. Dann könnten solche „untergeordneten Gebäude“ auch der Abrissbirne zum Opfer fallen.

Eine Reihe weiterer Vorhaben und Ziele will die Kommune mit der Gesamtplanung eintüten. Beispielsweise solle das „grüne Band“ mit Grünflächen im Stadtzentrum abgesichert werden – zwischen dem Westrand des Gewerbegebiets und dem Selzerbrunnencenter und dem Park+Ride-Parkplatz.

Spielhallen ausbremsen

Eindeutig genehmigt werden sollen auch die Geschäfte in der Industriestraße am Rathausplatz, eine Erweiterungsfläche des Kunststoff- und Tiefbauprodukthändlers KHG sowie der Parkplatz des Schützenvereins Selzerbrunnen an der Dortelweiler Straße. Aufgenommen wird auch die Erweiterungsfläche für den Recyclinghof an der Max-Planck-Straße. Die Planungen für die Erweiterung laufen bereits.

Nutzen will die Stadt den Bauleitplan auch, um unerwünschte Entwicklungen zu stoppen. So soll das Gewerbegebiet künftig nicht mehr als Wohnort dienen; dort gibt es mehrere Mehrfamilienhäuser. Zudem will die Stadt verhindern, dass überall Spielhallen (fachdeutsch: „Vergnügungsstätten“) aus dem Boden sprießen. Diese sollen sich nur noch in einem Bereich östlich der Planck-Straße ansiedeln dürfen. Denn dort gibt es schon heute in der ehemaligen Discothek Oberbayern eine Spielhalle.

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