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Modelleisenbahn: Modellbahnfreunde suchen eine neue Bleibe

Von Wieder einmal auf der Suche nach Räumen sind die Modellbahnfreunde Bad Vilbel. Die Interessengruppe sucht einen Treffpunkt für sich und außerdem einen Lagerraum für ihre Modelleisenbahnen.
Nicht nur ein Hobby für ältere Herren: Yoel Mehari (13), Konrad (11) und Lennard Rölike (12) sind der Nachwuchs der Bad Vilbeler Modellbahnfreunde. Bilder > Foto: Christine Fauerbach Nicht nur ein Hobby für ältere Herren: Yoel Mehari (13), Konrad (11) und Lennard Rölike (12) sind der Nachwuchs der Bad Vilbeler Modellbahnfreunde.
Bad Vilbel. 

Mit gemischten Gefühlen beobachten die Bad Vilbeler Modellbahnfreunde das große Interesse der Besucher an ihrer Weihnachtsausstellung in der ehemaligen Bücherei unter dem Hallenbad. Seit 2004 präsentieren sie zum Weihnachtsmarkt ihre mit großen Aufwand in vielen Monaten liebevoll bis ins kleinste Detail modellierten und bestückten Anlagen. Durch die Bilderbuchlandschaften mit Tunneln und Wäldern, vorbei an detailgetreu gestalteten Bahnhöfen und Dörfern fahren ohne Unterlass Miniatureisenbahnen. Die Modellbahnfreunde freuen sich sehr über das Besucherinteresse am Ergebnis ihres vielseitigen Hobbys. Doch dieses Mal ist die Freude der zehn Männer und von Gerda Boffo, „die alles vom Modellieren und Aufbau der Anlagen samt Technik mitmacht“, trotz des Lobes der Besucher getrübt. „Das ist vorläufig der letzte Tag der offenen Tür, vielleicht sogar das Ende unserer erfolgreichen Ausstellungsserie“, sagt Kurt Grimm. Der 81-Jährige hat zusammen mit Wolfgang Lerster im Jahr 2000 die Gruppe gegründet.

„Wir bauen Anfang 2018 unsere Anlagen ab und lagern sie ein. Wir sind noch auf der Suche nach einem trockenen, im Idealfall ebenerdigen Lager ab 50 Quadratmeter oder einem entsprechend großen Raum, der sich zusätzlich als Werkstatt und Treffpunkt eignet“, fügt Sprecher Kurt Hainer (81) hinzu. Das Angebot für Modellbahnfreunde ist Teil des städtischen Seniorenbüroprogramms. Die Stadt signalisiert auf Nachfrage, dass sie im Moment keine Räume in einer städtischen Einrichtung habe, die sie zur Verfügung stellen könne. „Für uns ist es nicht nur ein Problem, einen großen oder zwei geeignete Räume zu fin-den, sondern auch die Finanzierung von Miete und Nebenkosten“, sagt Hainer.

Keinen Eintritt verlangt

„Wir sind ein Zusammenschluss von Miniatureisenbahnfans und kein Verein, der Mitgliederbeiträge erhebt und über finanzielle Ressourcen verfügt“, informiert Grimm. Auch bei ihren bis zu fünf Ausstellungen im Jahr verlangt die Gruppe keinen Eintritt. „Das konnten wir, weil uns die Stadt bisher mit einem Raum und der Übernahme aller Nebenkosten großzügig unterstützt hat.“ Ihre Unterkunft in den ehemaligen Büchereiräumen verliert die Gruppe wegen des geplanten Abrisses des Vilbeler Hallenbades im Frühjahr 2018, „um Platz zu machen für eine neue Stadthalle mit Tiefgarage und angegliedertem Hotel“. Durch den Hessentag 2020 werde der Abriss beschleunigt. „Dabei würde auch eine Ausstellung der Vilbeler Modellbahnfreunde das Hessentagsangebot bereichern“, findet Grimm. „Die Anlagen sind unser Gemeinschaftseigentum, das rollende Material ist privat“, sagt Hainer.

Acht Sponsoren unterstützen die Modellbahnbauer mit Material. Mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen, Modellen und Zubehörteilen wie Gebäuden, Zügen oder Ausstattungen wie Autos und Figuren bei Ausstellungen kommt ein wenig Geld in die Kasse der Gruppe. Deren Nachwuchs besteht zurzeit aus Lennard (12) und Konrad Rölike (11), Yoel Meharie (13), Fabian Thiel und Keanu Wolff (beide 11). Die jungen Bastler und Tüftler präsentieren ihre H0-Anlage Neue Mitte.

Zwei Jahre lang bauen

Sie ist eine von neun bei der Ausstellung gezeigten Anlagen. Die Spur der Schienen reicht von 0 oder N, das heißt neun Millimeter über H0 mit 16,5 Millimetern bis zu G wie Gartenbahn mit 45 Millimetern. Um eine Anlage zu bauen wie die größte der Ausstellung mit 13 Metern Länge und vier Metern Breite, benötigen acht Modellbahnfreunde bei ihren Treffen zwei Jahre Zeit oder auch mehr. Das beginnt mit dem Unterbau aus Hartfaserplatten und Fliegendraht, dem Verlegen von Leitungen und Relais unter der Platte bis zum Modellieren des Geländes mit Styropor und Bauschaum, dem Verlegen der Schienen und dem Dekorieren der Landschaften.

„Ich baue am liebsten Anlagen“, sagt Alois Junker. „Wir gestalten lieber Landschaften“, fügen Franz Wirtz und Bernd Schüler hinzu. Bei den Treffen diskutieren die Modellbahnfreunde technische Details, Angebote, außerdem, wie eine neue Anlage aussehen könnte oder wohin die Ausflüge gehen sollen.

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