E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 15°C

C-Dur fürs Seelenheil: Musikschule bietet Therapie für Kinder und Erwachsene an

Von Forscher betonen immer wieder: Unser Gehirn liebt Musik. Bei vielen Problemen wie Stress oder Schlafstörungen kann es helfen, zur Gitarre zu greifen, einer Beethoven-Sonate zu lauschen oder einfach laut loszusingen. Dass Musik auch Therapie sein kann, weiß man auch bei der Musikschule Bad Vilbel und Karben.
Klavierspielen statt herumhampeln: Das neue Therapie-Angebot an der Musikschule Bad Vilbel und Karben umfasst auch einen Kurs, der Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen helfen soll, sich konzentrieren zu lernen. Die Teilnahme kostet 160 Euro pro Person. Foto: Michael Hanschke (dpa-Zentralbild) Klavierspielen statt herumhampeln: Das neue Therapie-Angebot an der Musikschule Bad Vilbel und Karben umfasst auch einen Kurs, der Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen helfen soll, sich konzentrieren zu lernen. Die Teilnahme kostet 160 Euro pro Person.
Bad Vilbel. 

Lampenfieber, Stress, Angst, Erschöpfung, Schüchternheit – wer kennt das nicht? Professionelle Hilfe finden Betroffene ab Herbst in der Musikschule Bad Vilbel und Karben. Leiterin Claudia Hölbling will Jung und Alt ermöglichen, „durchzuatmen und eigene Ressourcen wiederzuentdecken und zu stärken“.

Dafür baut sie gemeinsam mit der ausgebildeten Musiktherapeutin und Kirchenmusikerin Karen Maria Schmitt den neuen Bereich „Musik-Coaching und Musiktherapie“ auf. Die Grundidee der Musikschule bleibt dabei gleich: Kinder mit Musik in Berührung bringen. Die geplanten Kurse richten sich jedoch auch an Erwachsene.

Profi am Steuer

Schmitt ist bei dem Projekt federführend. Sie hat an der Frankfurter Musikhochschule studiert, spielt Orgel, Cembalo und Klavier. Das neue Angebot der Musikschule solle die Entwicklung von Kindern mit Hilfe der Musik fördern, sagt sie. „Ich will ihnen helfen, sich emotional und auf kreative, nicht auf destruktive Art auszudrücken“. Sie halte es da mit dem bekannten deutschen Psychiater Karl Heinz Brisch, der sagt: „Kinder bis zu zehn Jahren brauchen Hilfe von Erwachsenen, um ihre Emotionen zu regulieren.“

Musiktherapeutin Karen Maria Schmitt. Bild-Zoom Foto: Christine Fauerbach
Musiktherapeutin Karen Maria Schmitt.

Schmitt bietet klassische Musiktherapie mit Hören, Spielen und Singen an sowie Instrumentenunterricht. In der Arbeit mit den Kindern wird sie von Vorstandsmitglied Isabella Kreith unterstützt.

Aber was genau haben sie geplant? Schmitt: „Es wird eine Gruppe ’Wilde Kerle’ für Kinder geben, die Konzentrationsschwierigkeiten haben oder bei denen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) diagnostiziert wurde. Ihnen wollen wir mit Klängen, Rhythmus- und Wahrnehmungsübungen helfen.“

Ein anderes Gruppenangebot, namens „Ich hau mal auf die Pauke!“, wendet sich an schüchterne und ängstliche Grundschüler. „Wir wollen allen Kindern die Chance bieten, sich spielerisch mit Hilfe von Musik und Instrumenten zu entwickeln“, sagt Schmitt.

Für alle Altersgruppen ist auch eine Einzeltherapie und ein Einzelcoaching nach individuellem Therapieplan mit Diagnosegespräch möglich. Angedacht ist ebenfalls eine Gruppentherapie für Senioren, in der unter anderem gezeigt werden soll, wie Musik das Gedächtnis unterstützen kann.

Die Ziele der Musiktherapie? „Die Kreativität, den eigenen Gestaltungswillen, Selbst- und Fremdwahrnehmung fördern, die sozialen Kompetenzen trainieren und das Ausschütten von Stresshormonen verringern“, fasst Schmitt zusammen. Erwachsene könnten an der Musikschule demnach künftig nicht nur ein Instrument erlernen oder ihre Stimme ausbilden, sondern auch ihre Persönlichkeit positiv beeinflussen und verändern.

Zum Musik-Coaching gehören eintägige Angebote wie die Kurse„Umgang mit Lampenfieber“, „Stress? – Ein Rhythmusphänomen“, das musiktherapeutische Kommunikationstraining „den richtigen Ton treffen“ und „Ich erhebe meine Stimme – Mut zum hörbar werden, Mut zum Singen“. Ergänzt werden sie durch einen dreistündigen Abend-Workshop, für Eltern und Schüler: „Hilfe mein Kind übt nicht“.

Balsam für die Seele

Alle Angebote basieren auf der wissenschaftlich in zahlreichen Studien belegten Erkenntnis, dass sich Musik wohltuend auf Körper und Geist auswirkt. Mit Mitteln der Musik wird Menschen jeden Alters, von Frühchen bis Greisen, in vielen Bereichen der Heilkunde geholfen.

„Musik kann Balsam für die Seele sein, aber auch die geistige und soziale Entwicklung von Kindern fördern. Bei Erwachsenen mobilisiert Musizieren das Gehirn, es werden Glückshormone produziert“, sagt Schmitt. Zum Erfolg im Beruf, Privatleben, Schule und der Musik gehören neben Handwerk, solider Ausbildung, Talent, Kreativität und Emotionen, vor allem auch soziale Kompetenzen. Und trotz all dieser therapeutischen Vorteile ist Musik letztlich ja auch immer noch etwas anderes: Ein schöner Zeitvertreib.

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen