E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 14°C
1 Kommentar

B521: Ortsumgehung soll sicherer werden

Land Hessen kündigt an, die gefährliche Kurve bei Eichen zu entschärfen – ein Zeitplan liegt aber noch nicht vor
Die Kurven der B521 gelten als gefährlich. Foto: Jürgen W. Niehoff Die Kurven der B521 gelten als gefährlich.
Nidderau. 

Es war ruhig geworden um den Wunsch, die kurvige Landstraße am Ortsrand von Eichen zu begradigen. Doch wie aus dem Nichts findet das Vorhaben auf einmal Erwähnung im Staatsanzeiger des Landes Hessen. Nun geht es nur noch darum, einen Zeitpunkt zu finden und die Landwirte zufriedenzustellen.

An dicken Brettern muss man länger bohren. Diese Weisheit scheint auch für den Straßenbau in Hessen zuzutreffen. Denn mehr als 25 Jahre hat es gedauert, bevor aus einem Wunsch nun endlich Wirklichkeit wird. Es geht um den Ausbau und die Begradigung der Bundesstraße B 521 am Rande des Ortsteils Nidderau-Eichen.
Auf einer Länge von etwa einem Kilometer war es in der Vergangenheit auf einem sehr engen und kurvenreichen und dadurch sehr unübersichtlichen Teilstück zu zahlreichen Verkehrsunfällen gekommen. Einige sogar mit Todesfolge. Immer wieder war deshalb seitens der Stadt und seitens der Bürgerschaft der Ruf nach der Begradigung und dem weiträumigen Ausbau der Bundesstraße um Eichen herum laut geworden.

Schon 2010 grünes Licht

2010 hatte daraufhin das Regierungspräsidium Darmstadt schon einmal grünes Licht für den Ausbau gegeben und ein Planfeststellungsverfahren einleiten lassen. Gleichzeitig hatte es mit der Mitteilung die Hoffnung erweckt, dass »die Straße etwa 2015 verlegt und verbreitert werden könne, sofern das Land die auf zwei Millionen Euro geschätzten Baukosten finanziert«.

Doch das Jahr 2015 ging vorbei und nichts geschah. Möglicherweise auch deshalb, weil sich die Stadt und das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Gelnhausen – heute Hessen Mobil – nicht über den Ausbau einig waren. Denn das Stadtparlament hatte sich 2011 mehrheitlich gegen den Entwurf des ASV Gelnhausen ausgesprochen, weil es die Begradigung der B 521 schon ab knapp einen Kilometer vor der Kreuzung Eichen/Erbstadt forderte und nicht erst ab eben jener Kreuzung, wie es der ASV damals plante.

Die »große Lösung«, wie die Stadt sie forderte, verlangten damals auch 115 Bewohner in einer Unterschriftenliste. Die Straßenbaubehörde beharrte jedoch auf dem Standpunkt, dass zur Entschärfung des Unfallschwerpunktes eine ortsnahe Begradigung ausreichen würde, zumal die Bundesstraße bis auf diesen rund einen Kilometer bereits ausgebaut sei.

Lange Zeit herrschte danach Stille. Weil aber die Rufe in Nidderau nach dem Ausbau der Straße nicht verstummen wollten, nahm im vergangenen Jahr Hessen Mobil den Wunsch wieder auf. Nachdem im Staatsanzeiger das Bauvorhaben 2017 angekündigt worden war, teilt der Behörde auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass »nun vorgesehen sei, im Bereich Nidderau/Eichen die B 521 auf einer Länge von cirka einem Kilometer auszubauen. In diesem Zusammenhang soll eine Verbesserung der Linienführung der Bundesstraße erfolgen.

Allerdings sei dafür die Durchführung eines Baurechtsverfahrens erforderlich. Weil dies komplex und ein zumeist zeitaufwendiges Verfahren sei, werde derzeit geprüft, mit welchem Verfahren man zeitnah am schnellsten ans Ziel kommen könne«.

Landwirte sauer

Probleme kann es möglicherweise mit den Anliegern geben, denn auch die kürzere Variante, wie sie offensichtlich von der Straßenbaubehörde nun wieder verfolgt wird, wird über landwirtschaftliche Flächen und Streuobstwiesen führen. Und dagegen wehrt sich Eichens Ortslandwirt Bernd Habermann im Namen seiner ortsansässigen Landwirte. Deren Meinung nach wäre der Geländeverbrauch bei den Streuobstwiesen und Äckern zu groß. Zudem könne die so entstehende Fläche zwischen der B 521 neu und dem Ortsrand auch nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden und würde so zu Brachland.
Neben der Lösung dieser Vorbehalte müssen darüber hinaus zur Erstellung des Bebauungsplanes auch noch andere, wie zum Beispiel naturschutzrechtliche Aspekte geprüft werden. Allerdings soll eine erste Vorprüfung, wie das Regierungspräsidium mitteilt, ergeben haben, dass durch das geplante Vorhaben keine nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten seien. Trotzdem möchte Hessen Mobil sich derzeit weder zur genauen Planung noch zum Zeitablauf äußern.

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen