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Apfellieferungen: Rapp-Kelterei-Chef erwartet hochwertigen Apfelwein

Trotz Hitze sorgte der Sommer für eine große Apfelausbeute. Die Verantwortlichen bei der Kelterei Rapp’s in Karben sind erleichtert. Doch eine Gefahr bleibt: Dass die Äpfel in diesem Jahr allesamt recht klein sind, könnte die Bilanz doch noch trüben.
Die Saison der frischen Apfelprodukte kann beginnen. Bei Rapp´s rollt das Obst wieder tonnenweise ins Silo. Die Saison der frischen Apfelprodukte kann beginnen. Bei Rapp´s rollt das Obst wieder tonnenweise ins Silo.
Karben. 

Wie sich das Bild von einem zum anderen Jahr doch ändern kann: Schon in der ersten Woche läuft die Apfelannahme bei Rapp’s diesmal auf Hochtouren. Im Sammelbecken gegenüber der Produktionshalle leuchtet das Obst in bunten Farben. Auf dem Hof stehen Lieferantenautos mit voll bepackten Anhängern Schlange. Kein Vergleich zu der mehr als mageren Ausbeute im Vorjahr.

Da klingen einem doch gleich wieder die Worte von Geschäftsführer Volker Thoma in den Ohren: „Auf ein gutes Jahr folgt ein schlechtes Jahr. 2016 war gut, 2017 nicht, also kann die Ernte im nächsten Jahr nur besser werden.“ Und wie recht er doch mit dieser Faustregel aus dem Obstanbau hatte. 2018 scheinen die Freunde heimischer Apfelprodukte aus dem Vollen schöpfen zu können. Dennoch hält sich Thoma zunächst mit einer positiven Prognose zurück und spricht nur von einer „durchschnittlichen Ernte“.

Hochwertiger Apfelwein

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Bäume hängen zwar so voll mit Früchten, dass fast die Äste brechen, doch es handelt sich durchweg um kleine Äpfel. Die lange Trockenheit sei dafür die Ursache. Man müsse diesen Faktor mit ins Kalkül nehmen, meint der Rapp’s-Geschäftsführer. Genaueres könne man wohl erst in 14 Tagen bis drei Wochen sagen.

„Wir haben unsere Apfelannahme in diesem Jahr noch vor allen anderen Mitbewerbern geöffnet. Da wollen die Leute natürlich erstmal alles loswerden, was sich zu Hause angesammelt hat“, erklärt Thoma. „Gleich am Montag, dem ersten Tag, war einiges los bei uns auf dem Hof. Wenn das so weitergeht, wird es ein guter Ertrag. Aber wir müssen noch abwarten, ob das bis zum Ende des Annahmezeitraums auch so bleibt“, gibt er sich dennoch zurückhaltend.

Gleichzeitig schätzt Thoma die Qualität der angelieferten Äpfel als „sehr gut“ ein. Der gemessene Oechsle-Gehalt (Maßeinheit für das Mostgewicht) und die Säure könnten einen hochwertigen Apfelwein ergeben. „Was bis jetzt kommt, ist sehr gut und auf jeden Fall besser als im vergangenen Jahr“, fügt Thoma hinzu.

13 Euro pro Kilogramm

Aus der ganzen Umgebung kommen die Zulieferer nach Karben gefahren. Auf dem Hof sieht man neben vielen Bad Homburger Kennzeichen auch welche aus dem Main-Kinzig-Kreis. Die schnelle Anbindung an die Nordumgehung macht es möglich. 13 Euro gibt es für 100 Kilogramm Äpfel. Manche haben auch Birnen, Quitten oder Speierling dabei. Bevor das mitgebrachte Obst ins Sammelbecken geschüttet wird, wird es gewogen. Nach diesem Ergebnis richtet sich der Preis, den Rapp’s bezahlt.

Hannelore und Rolf Donnecker aus Friedrichsdorf bringen seit 20 Jahren ihre Äpfel zur Rapp’s-Kelterei. Ihren Obstgarten haben sie in Altenstadt, also in gehöriger Entfernung zum Wohnsitz. „Wir haben den Garten vom Vater geerbt, und es war klar für uns, dass wir ihn weiterführen würden“, erzählt Hannelore Donnecker. „Es ist schon viel Arbeit und immer eine Strecke zu fahren. Aber wir bekommen Hilfe von unserem Sohn und von Nachbarn in Altenstadt.“

Rainer Gessner, der seit vier Jahren bei der Apfelannahme tätig ist, kennt die allermeisten Lieferanten schon länger. „Es sind eigentlich immer die Gleichen, die kommen“, berichtet der Rentner. „Alles Privatleute mit eigenen Gärten. Sie kommen aus dem Taunus und aus allen Ortschaften rund um Karben. Den weitesten Anreiseweg hatten in diesem Jahr bisher Leute aus Nidda.“

Das Rentnerehepaar Waltraud und Hans Wosch bringt die Ernte von 36 Obstbäumen aus Ober-Rosbach abzüglich dem, was sie für den Eigengebrauch oder für die Nachbarn zurückgelegt haben. Das waren immerhin fast 480 Kilogramm auf der Waage. „Und noch immer sind wir in der Lage, alles alleine zu ernten“, sagen sie stolz.

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