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Schulbus-Situation "unhaltbar"

Es ist zwar noch keine Entscheidung in Sachen Schülerbeförderung im gesamten Kreisgebiet vom Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung getroffen worden. Jedoch sind sich alle Fraktion einig, dass etwas gemacht werden muss.
Erich Spamer Erich Spamer
Friedberg. 

Die CDU-Fraktion hatte den Dringlichkeitsantrag eingebracht, dass der Landrat beauftragt wird, einen Runden Tisch mit Vertretern des Wetteraukreises, der Schulen, der Eltern und der für den Schülerverkehr zuständigen Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) einzuberufen, um so gemeinsam nach Möglichkeiten für eine bessere Schülerbeförderung an einzelnen Schulen zu suchen. In den vergangenen Monaten war es oftmals zu den brisanten Situationen gekommen, dass Schüler an Bushaltestellen wegen überfüllter Schulbusse stehengelassen wurden.

Wie schon in den vergangenen Jahren wiederholen sich derartige Situationen im Schülerverkehr. Betroffen davon sind hauptsächlich die Schüler der Gesamtschule Konradsdorf in Ortenberg und neuerdings auch Schüler auf dem Weg nach Friedberg. So warf Büdingens Bürgermeister Erich Spamer (Freie Wähler) dem Schuldezernenten des Landkreises Helmut Betschel-Pflügel (Grüne) in der Kreistagssitzung erneut vor, dass nur geredet, nicht jedoch gehandelt werde.

"Es kann doch nicht sein, dass zu Lasten der Kinder gespart wird", machte Spamer den Grünen-Politiker mitverantwortlich. Nicht allein die Tatsache, dass viele Busse nach wie vor zu bestimmten Zeiten total überfüllt sind und deshalb an Haltestellen nicht mehr anhielten, machte Spamer den unhaltbaren Zustand noch einmal deutlich. Es passiere nun sogar, dass Schüler aussteigen müssten, obwohl sie eine gültige Fahrkarte besäßen.

Die Folge sei, dass immer mehr Kinder von ihren Eltern abgeholt würden. Oder aber die Schüler müssten eine Stunde auf den nächsten Bus warten.

Ähnlich katastrophal gehe es auch bei den Schülerverkehren zwischen Münzenberg und Butzbach und zwischen Niddatal und Friedberg zu. Auf der letzten Strecke müssten neuerdings die Schüler aus Niddatal sogar am Bahnhof Nieder-Wöllstadt in die S-Bahn nach Friedberg umsteigen. Der Bus führe dann leer nach Ober-Wöllstadt weiter, um dort die Schüler nach Friedberg aufnehmen zu können.

Auch die Bürgermeisterin von Ortenberg, Ulrike Pfeiffer-Pantring (SPD) konnte ein Lied von unhaltbaren Zuständen singen. "Deshalb müssen wir aufpassen, dass wir im ländlichen Raum strukturell nicht noch mehr abgehängt werden und das ganze Geld für bessere Busverbindungen und einen besseren Öffentlichen Nahverkehr in die Ballungsgebiete abfließt." Für sie geht es um eine notwendige Daseinsvorsorge und nicht um Luxusausstattung. Für sie geht es in diesem Punkt um das Recht auf freie Schulwahl. Das habe der Kreis als Schulträger zu gewährleisten.

Gegen die Kritik argumentierte Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel (Grüne): "Verantwortlich ist die Verkehrsgesellschaft Oberhessen, nicht der Kreis". Der zahle nämlich Jahr für Jahr acht Millionen Euro für Schülerfahrkarten an die Gesellschaft.

Die Schülerströme änderten sich jedes Jahr, doch die Reaktion der Verantwortlichen blieb oftmals aus oder käme zu spät. Auch für Betschel-Pflügel stelle gerade im ländlichen Raum eine gut funktionierende Schülerbeförderung einen Faktor für die künftige demographische Entwicklung dar.

Weil das Thema nicht im einfachen Hauruckverfahren zu lösen sei, so Michael Rückl (Grüne), der für seine Partei auch in den Aufsichtsgremien der VGO sitzt, und der Gesellschaft die dazu nötigen finanziellen Mittel fehlten, müsse über das Problem eingehend beraten werden. Deshalb wurde der Antrag anschließend einstimmig in den Ausschuss für Schule und Kultur zur weiteren Beratung überwiesen.

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