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Sein Schloss ist sein Paradies

Von In der südlichen Wetterau und im Main-Kinzig-Kreis gibt es spannende Burgen und alte Schlösser zu entdecken. Obwohl Jahrhunderte alt, stehen sie mitten im Leben. In einer Serie schaut die FNP bei den Menschen vorbei, die in den Gemäuern lernen, arbeiten oder leben – im letzten Teil heute in Karben.
Philipp Freiherr von Leonhardi hat das gleichnamige Anwesen in Groß-Karben 2001 von seinen Eltern als Betriebsleiter übernommen.	Foto: Ingrid Zöllner Bilder > Philipp Freiherr von Leonhardi hat das gleichnamige Anwesen in Groß-Karben 2001 von seinen Eltern als Betriebsleiter übernommen. Foto: Ingrid Zöllner
Karben. 

Das Leonhardi-Schloss in Groß-Karben ist vielleicht das schönste Gebäude in der ganzen Stadt. Markant ist die Außenfassade an der Ecke zur Heldenberger/Bahnhofstraße mit ihren vielen Erkern und Zinnen.

Philipp Freiherr von Leonhardi tut einiges dafür, damit es einen guten Eindruck hinterlässt. "An einem Schloss muss immer etwas gemacht werden. Man muss eine Balance finden, dass sich die Arbeiten nicht zu lange anhäufen, sonst wird es zu kostspielig", sagt der 42-Jährige.

Sieben Familien leben hier

Der Landwirt ist in dem Schloss mit seinen Brüdern Felix (40) und Albrecht (33) aufgewachsen. "Für uns war es wie ein Paradies. Manchmal habe ich den Eindruck, dass so ein Schloss für Kinder gemacht wurde", erinnert er sich an seine Kindheit zurück. Als Erwachsener trägt er nun die Verantwortung für das Anwesen.

Seit 1790 ist es im Leonhardischen Besitz. Im Jahr 2001 hat von Leonhardi die Betriebsleitung von seinen Eltern Peter (77) und Armgard (67) übernommen, die mit ihm im Schloss leben. "Manchmal wäre es einfacher, in einem normalen Haus zu wohnen, aber ich möchte gar nicht tauschen. Es hängen auch viele Erinnerungen daran", erzählt von Leonhardi, der in Karben auch als CDU-Stadtrat aktiv ist. Er kennt aber sehr wohl den Unterschied, hat er doch zu Bundeswehr- und Studentenzeiten auch in ganz normalen Wohnungen gelebt.

Das Anwesen ist relativ groß, derzeit wohnen in den Nebengebäuden auf dem Grundstück sieben Familien. "Es war schon immer ein großer Sitz mit Mitarbeiterwohnungen, was durch den großen Landwirtschaftlichen Betrieb bedingt war", erzählt er.

Durch die Mechanisierung entfielen die Mitarbeiter, die Familien zogen weg. Heute ist die Landwirtschaft bedeutend kleiner geworden. Seine Eltern haben in den 70er Jahren die Wohnungen wieder nutzbar gemacht.

Seit Jahrzehnten kümmert sich die Familie, die in dem Hauptgebäude wohnt, um den Erhalt des Anwesens. Vieles sanieren die Leonhardis auch in Eigenarbeit, sofern es möglich ist.

Barock und Klassizistik

Der 42-Jährige liebt nicht nur die bekannte Front-, sondern insbesondere die Hofansicht. "Bei uns gibt es keinen einzigen rechten Winkel, daran erkennt man die Handarbeit, das finde ich sehr schön", sagt der Schlossherr, der sich stets über lobende Worte von Außenstehenden freut.

1695 wurde dort einst Richtfest gefeiert, doch schon vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es eine Vorgängeranlage: "Wann diese errichtet wurde, ist leider nicht bekannt." Fest steht, dass die Brunnenanlage aus der späten Renaissance stammt.

"Das Haus ist im Kern Spätbarock, hat aber klassizistische Applikationen wie den Giebel und neugotische Elemente wie die so genannte Kapelle, die Erker, Zinnen und Spitzbögen", erzählt von Leonhardi, der Kunstgeschichte studiert hat. Auch wenn die Liste mit den Arbeiten nicht kürzer wird, ist und bleibt das Schloss für ihn etwas ganz Besonderes.

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