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Bewohner des Bad Vilbeler Quellenhofs: Senioren prägen eigenes Werk der überdimensionalen Hassia-Flaschen

Von Ein weiteres Mineralflaschenkunstwerk wird bald vor der Seniorenresidenz Quellenhof aufgestellt. Zehn Tage lang hat sich eine Gruppe über Achtzigjähriger zusammengetan, um auf der runden Leinwand einen heiteren Dialog der Generationen zu illustrieren.
Senioren aus dem „Aktivclub“ des Quellenhofs bemalen bei Hassia eine Flasche unter dem Motto „Dialog der Generationen“. Senioren aus dem „Aktivclub“ des Quellenhofs bemalen bei Hassia eine Flasche unter dem Motto „Dialog der Generationen“.
Bad Vilbel. 

Mit sanften, aber schwungvollen Strichen trägt Alfons Rapp blaue Acrylfarbe auf einen überdimensionalen Flaschenhals auf. Die alte Lagerhalle von Hassia, wo früher der „Umtrunk“, die Mitarbeiter-Kästen standen, ist fast leer. Auf einer Holzpalette stehen Acrylfarben, nebenan eine noch ganz weiße Kunststoffflasche im Rohzustand und eine, auf der ein Schwimmer in Rosbacher Mineralwasser abtaucht.

Hier treffen sich seit Dezember auch acht bis zehn Senioren aus dem Quellenhof. Sie nehmen dort an einen „Aktiv-Club“ teil, in dem der Träger, der Frankfurter Verband, wöchentliche Freizeitaktivitäten organisiert.

Vielen Senioren war die seit dem vergangenen Jahr in der ganzen Stadt aufgestellte Mineralwasser-Kunst aufgefallen. So eine gehöre auch auf jeden Fall vor den Quellenhof, fanden sie, denn da gibt es ja auch einen Trinkbrunnen mit Hassia-Wasser. Katrin Skok, die Leiterin des Aktiv-Clubs, griff die Idee auf.

Sie stellte den Kontakt zu Hassia-Seniorchef Günter Hinkel her, dem die Flaschenkunst-Aktion ein Anliegen ist. Er stellte den Künstlern nicht nur eine überdimensionale Kunststoffflasche zur Verfügung, sondern gleich auch die Farben und das provisorische Atelier in dem Lagerraum. In der Stadt stehen bereits an die 30 Flaschen-Kunstwerke, so viele, wie es Quellen gibt, erklärt dazu Hassia-Pressesprecherin Sibylle Trautmann.

Geschichten erzählen

Weil keiner der allesamt über achtzigjährigen Teilnehmer künstlerische Vorerfahrung hatte, engagierte Skok zur Unterstützung den Ruheständler und Hobbykünstler Alfons Rapp. Er half zunächst bei den Skizzen, die in vier Vortreffen entstanden und später bei der Umsetzung, indem er die Motive auf der Flasche vor skizzierte.

Das Kunstwerk sollte nicht nur bunt werden, sondern auch Geschichten erzählen. Thema ist der Dialog der Generationen. Dazu haben sich die Künstler für drei Szenen entschieden, für die Rapp Figuren entwarf und diese auf der Flasche zum weiteren Ausgestalten skizzierte: Ein Großvater trifft eine junge Frau, eine Seniorin liest einem Kind Märchen vor und ein junger Mann raunt per Sprechblase einem Älteren zu: „Ist der Quellenhof ein Jungbrunnen?“

Obendrüber prangt ein forscher Spruch, der von Joachim Fuchsberger stamme, erzählt Inge Schmidt, eine der Künstlerinnen: „Alt werden ist nichts für Feiglinge!“ Mut brauchten auch die Künstler, für die ihr künstlerisches Spätwerk zugleich auch das Erstlingswerk ist. Doch gemeinsam vergehen die wöchentlich drei Kunstmal-Stunden wie im Flug.

Viele Augen schauen hin

Wenn jetzt noch abschließend drei Schutzschichten aus Klarlack als Witterungsschutz aufgetragen sind, ist das Kapitel Kunst beendet. Eine Neuauflage der Malereien planen die Senioren nicht, im Aktivclub stehen jetzt wieder Ausflüge im Mittelpunkt. Im Massenheimer Heimatmuseum und der Europäischen Zentralbank waren sie schon.

Das Kunstwerk soll demnächst im Burgpark vor dem Quellenhof und dem Restaurant aufgestellt werden, kündigt Skok an. Angst vor Vandalismus hat sie nicht. Es stehe dort direkt neben einer Laterne, und aus ganz vielen Fenstern des Quellenhofs würde aufgepasst, ist sie sich sicher.

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