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Sie laden ein zum Altstadt-Dialog

Von Die Bürgerinitiative Altstadt Friedberg (BI) ist verstimmt. Sie glaubt, das neue Büro für Quartiersmanagement könne die Probleme des Viertels nicht lösen. Sozialarbeiterin Sabine Schäfer sieht das anders.
Vor dem neuen Quartiersmanagement Fünf-Finger-Treff: Sozialarbeiterin Sabine Schäfer und Johannes Hartmann vom Kooperationspartner Internationales Zentrum Friedberg wollen die Lebensqualität in der Altstadt verbessern. Foto: Petra Ihm-Fahle Vor dem neuen Quartiersmanagement Fünf-Finger-Treff: Sozialarbeiterin Sabine Schäfer und Johannes Hartmann vom Kooperationspartner Internationales Zentrum Friedberg wollen die Lebensqualität in der Altstadt verbessern. Foto: Petra Ihm-Fahle
Friedberg. 

Vor zwei Wochen eröffnete Bürgermeister Michael Keller (SPD) das neue Büro für Quartiersmanagement: den Fünf-Finger-Treff in der Usagasse 8. Ziele sind Aktivierung und Vernetzung der lokalen Akteure, um das Viertel gemeinsam zu gestalten. Es geht um Integrationsarbeit und städtebauliche Planung.

Keller sagte seinerzeit zur FNP, die Altstadt sei ein wunderbarer Ort. Friede, Freude, Eierkuchen herrschten nicht – doch Probleme wie Radau, Schlägereien und Müll seien in der Vergangenheit "hochgekocht" worden.

"Ein starkes Stück", meinen nun Sprecher einer Bürgerinitiative, die namentlich nicht genannt werden wollen. Vor zwei bis drei Jahren hätten massive Probleme eingesetzt, ausgehend von vereinzelten Kneipen. Nächtliche Ruhestörung, Drogenhandel und Prostitution hätten die Anwohner der Altstadt beobachtet.

Absurde Vorstellungen

Für einen gewissen Zeitraum hätten die Beschwerden, die die BI vorbrachte, etwas gebracht. Die Polizei fahre verstärkt Streife. Zudem erlaubte die Stadt Außenbewirtschaftung – zumindest in einer Straße – nicht mehr, und sie verordnete eine frühere Sperrstunde. Zwischen Februar und Mai, so die BI-Sprecher, setzten die Ruhestörungen erneut ein. Bis Mitte Juni sei es wieder leiser gewesen, seither wieder laut.

Weiteres Ärgernis: Die parkenden Pkw in der Fußgängerzone, mitunter mit laufendem Motor, teilweise zu den unmöglichsten Uhrzeiten. "Warum stellt die Stadt keine Poller auf, damit die Autos nicht hereinfahren können?" Die Vorstellung, das Quartiersmanagement könne die Altstadt lebenswerter machen, sei absurd. "Es geht an den tatsächlichen Problemen vorbei", sagt einer der Sprecher.

Ordnungsdezernent Peter Ziebarth (CDU) sagte zur FNP, auf die Beschwerden habe die Stadt reagiert. "Ordnungs- und Gewerbeamt sowie Polizei beruhigten die Situation durch Streifen und Kontrollen." Letztes Jahr habe er das bei einer Sitzung des städtischen Haupt- und Finanzausschusses zum Ausdruck gebracht.

Vertreter der BI hätten bestätigt: "Ja, die Lage hat sich wirklich verbessert." Die Stadt nehme die Probleme ernst, auch weiterhin. Ziebarth: "Die Altstadt müsste vom Baurecht her überplant werden: Mit einem Bebauungsplan, der bestimmte Nutzungen ausschließen kann."

Zugänge müssen frei sein

Poller, so Ziebarth weiter, stünden bereits an den Eingängen zur Altstadt. Zwei Zugänge müssten jedoch frei bleiben, für Feuerwehr und Krankenwagen. "Man kann nicht alles zusperren", unterstrich der Dezernent. Falschparkern gehe die Stadt konsequent nach. Zur Kritik am Quartiersmanagement sagte er: Es sei ein anderes Aufgabengebiet als die Ordnungspolitik. Es gebe jedoch Berührungspunkte.

Sozialarbeiterin Sabine Schäfer, die den Fünf-Finger-Treff leitet, sieht das ebenso. "Das Quartiersmanagement hat keinen ordnungspolitischen Ansatz, aber es gibt Überschneidungen. Aufgabe ist, dass eine aktive Nachbarschaft entsteht." Die BI könne sich einbringen, sich beispielsweise als "aktive Nachbarschaft" für einen Raumnutzungsplan engagieren: "Eine gemeinsame Forderung aufstellen und an den Magistrat richten."

Die "Zukunftswerkstatt" des Fünf-Finger-Treffs biete den geeigneten Rahmen. Sie lade die BI ein, zum Auftakt zu kommen (Freitag, 28. September), 17 bis 19 Uhr).

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