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Sie schreibt über die Wetterauer Kelten

Von Für ihren Roman "Lubiias" hat die Ortenbergerin Yvonne Taddeo historische Geschehnisse mit erfundenen Abenteuern gemischt
Autorin Yvonne Taddeo aus Ortenberg schreibt auf ihrem Laptop mittlerweile am zweiten Band der Reihe Keltâ. Foto: Georgia Lori Autorin Yvonne Taddeo aus Ortenberg schreibt auf ihrem Laptop mittlerweile am zweiten Band der Reihe Keltâ. Foto: Georgia Lori
Ortenberg. 

„Lubiias“ ist der erste Band der Romanreihe Keltâ von Yvonne Taddeo. Der in keltischer Sprache gewählte Titel bedeutet „Die Du Liebst“. Bearbeitet und herausgegeben wurde das Buch von der Geschichtswerkstatt Büdingen. Das Besondere: Es bindet geschichtliche Schauplätze der Region spielerisch in eine Romanhandlung ein.

Yvonne Taddeo freut sich auf das Frühjahr. Dann sitzt sie bei schönem Wetter an ihrem „Lieblingsschreibort“ an der Nidder. Damit sie in Ruhe schreiben kann, mäht ihr Mann Thomas die Stelle regelmäßig und baute ihr eine Sitzbank. Hunde, Enten und Salamander schauen ihr beim Schreiben zu. Für die 37-Jährige ist es ein kostbares Gut, dass sie trotz Berufstätigkeit und Mutter von vier Kindern Zeit zum Schreiben finden kann.

Mutter von vier Kindern

Taddeo wurde am 4. Oktober 1974 in Friedberg geboren und legte ihren Realschulabschluss an der Singbergschule in Wölfersheim ab. „Ursprünglich wollte ich Polizistin werden. Doch das war nicht das Richtige für mich“, sagt sie rückblickend. Deshalb entschied sie sich für eine Lehre als Verkäuferin im Hessen-Center in Frankfurt. Heute arbeitet sie im Verkauf einer Bäckerei. Zwei bis dreimal pro Woche, von 3.30 Uhr bis mittags. Die Freizeit widmet sie ihrem Mann und ihren vier Kindern im Alter zwischen drei und 17 Jahren.

Für Jugendliche

Geschichten geschrieben hat sie bereits in der Grundschule. Ihre Freunde rieten ihr ein Buch zu schreiben. Sie hatte die Idee, Jugendlichen die Augen für die Historie ihrer Umgebung zu öffnen. Doch ihr fehlte der rote Faden.

„Viele Jugendliche wissen, auf welchem Gleis der Zug nach Hogwards fährt, aber nicht, was das Krautfass ist“, erklärt Taddeo die Beweggründe für ihr Buch. Ihre Idee wollte die Autorin in eine romantische Liebesgeschichte mit Spannung und Erotik verpacken. Ihr Mann sei auf die Idee gekommen, die Handlung an keltischer Geschichte festzumachen.

Über die Kelten, sagt Taddeo, wisse man nur wenig, was viel Raum für eigene Ideen zulasse. Die keltische Geschichte sei zudem ein Stück Heimatgeschichte. Sie bewundere die Kunstfertigkeit dieses Volkes. Voller Stolz zeigt sie die Nachbildung einer keltischen Fibel, die im Keltenmuseum auf dem Glauberg zu sehen ist.

Das Geschenk ihres Mannes ist zugleich das Coverbild ihres Buches, gezeichnet von dem Ortenberger Künstler Pascal Rohe. Mit der Fibel sicherte sie auch ihre keltische Gewandung, die sie während zweier Lesungen in Büdingen (18. November) und Ortenberg (3. Dezember) trug.

Den Glauberg besucht sie oft. Auf der Burg in Lißberg und in der Schafskirche recherchierte sie. Auch den Vogelsberg streift sie im Roman. Nebenbei las sie viele Bücher über die Kelten und bediente sich im Wörterbuch der Keltengruppe Teutates.

400 Exemplare gedruckt

„Um das Buch verlegen zu können, nahm ich Kontakt mit Joachim Cott von der Geschichtswerkstatt auf“, erzählt Taddeo. Zunächst wurden 400 Bücher gedruckt.

Über einen Zeitraum von 13 Monaten hat Taddeo zwei- bis dreimal pro Woche je vier bis fünf Stunden an ihrem Erstlingswerk geschrieben. Ideen hat sie für fünf Bücher. Jedes Buch, sagt sie, sei in sich abgeschlossen und lasse viele Fragen offen.

Zweiter Band in Arbeit

Das zweite Buch Diligentir „Dass Sie Verbunden Sind“, soll Ende 2012 erscheinen. „Ich befinde mich schon mitten drin“, verrät Taddeo stolz. Ebenso wie das erste Buch, sind auch die anderen Bände illustriert. Geht es im ersten Band darum, die Liebe zu finden, geht es im zweiten darum, sich die Liebe einzugestehen und darum zu kämpfen.

Während ihrer Arbeit schreibt Taddeo auf, was ihr gerade einfällt, fügt das Ganze erst später zu einer Geschichte zusammen.

Einmal träumte sie ein Kapitel. 2010 als ihr Vater starb, schrieb sie zwei Monate kein Wort. Den Glauberg kannte sie bereits, als es noch kein Museum gab. Das Plateau empfindet sie als mystischen Ort.

Sich selbst beschreibt Yvonne Taddeo als extrovertierten Mensch. Sie arbeitet gerne in Theatergruppen von Schulen oder bringt im Rahmen von Ferienspielen Musicals auf die Bühne. Sie malt, fährt Rad, liebt Gartenarbeit, war viele Jahreals Tagesmutter aktiv. In Ortenberg hat sie ihren Ruhepol nach einer bewegten Jugendzeit gefunden.

Kindheit in Assenheim

Die ersten vier Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Assenheim, lebte ein Jahr mit den Eltern in EastonPennsylvania in den USA. Weitere Stationen waren Weckesheim, Höchst, Nieder-Mockstadt und Selters. Seit 1999/2000 lebt sie in Ortenberg.

„Es ist ein schönes Gefühl, ein Buch das man selbst geschrieben hat, im Regal stehen zu haben“, sagt sie und streicht zärtlich über den Buchrücken.

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