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Engagement: So erlebte Nina Anders (19) ihr FSJ bei der Diakonie in Karben

Von Gemeinsam kochen, zum Einkauf begleiten, zuhören: Nina Anders aus Schöneck hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) für die Diakonie in Karben absolviert. Dabei war das Jahr mehr als „nur“ sozialer Dienst für andere: Die 19-Jährige weiß jetzt sicher, was sie will.
Nina Anders (19) bereitet den Nachmittagskaffee mit Plätzchen vor. Bilder > Nina Anders (19) bereitet den Nachmittagskaffee mit Plätzchen vor.
Karben. 

Wenn Nina Anders auf das vergangene Jahr zurückblickt, dann bleibt vor allem eines: die Erinnerung an wertvolle Erfahrungen und neue Begegnungen. „Wenn mir unsere Besucher jetzt sagen ,Wir werden Sie vermissen’, dann berührt mich das besonders“, sagt sie mit einem Lächeln. Hinter der 19-Jährigen liegt ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Psychosozialen Zentrum der Diakonie Wetterau. Für die Menschen, die hier täglich betreut werden, ist sie in dieser Zeit zu einer sehr wichtigen Bezugsperson geworden.

19 Menschen kommen über die Woche verteilt in die Räume in der Karbener Ramonville-Straße. Was sie über alle Altersklassen hinweg eint, ist eine psychische Erkrankung, die sie erwerbsunfähig macht. Im Psychosozialen Zentrum erhält ihr Tag eine Struktur und sie gezielt Hilfe in Alltagsfragen.

Der Tag startet mit einem gemeinsamen Frühstück, dann wird gespielt, an den Computerplätzen gearbeitet oder am Mittag zusammen gekocht. „Wir geben viel Alltagshilfe“, erklärt Ursula Vogt-Elsaß, Bereichsleiterin bei der Diakonie Wetterau. „Das kann etwa auch der gemeinsame Einkauf im Supermarkt sein, bei dem wir anleiten, worauf es zu achten gilt.“

Nina ist immer unterstützend dabei: Sie kocht gemeinsam mit den Besuchern der Einrichtung oder serviert zum Nachmittagskaffee Kekse, begleitet zum Einkaufsbummel in den Supermarkt oder zur Heimfahrt an die Bushaltestelle. Ihre Erfahrung – bereits vor dem FSJ hat Nina eine Ausbildung zur Sozialassistentin absolviert – ist ihr dabei zugute gekommen. Alle FSJler der Diakonie Wetterau kommen vor dem Freiwilligendienst zu einem Hospitationstag, um herauszufinden, ob sie sich die Arbeit vorstellen können – und um auch der Diakonie einen ersten Blick zu ermöglichen. „Ich wusste nach dem Tag sofort, dass ich das Jahr machen möchte“, sagt Nina.

Kochen und einkaufen

Nichtsdestotrotz: Gerade der Anfang war durchaus eine Herausforderung, erinnert sich die Schöneckerin, die mit dem von der Diakonie zur Verfügung gestellten Ticket täglich mit dem Zug nach Karben kommt. Bei Fragen hatte sie aber immer erfahrene Ansprechpartner an der Seite. „Nicht nur am Anfang, wenn der Umgang mit den psychisch erkrankten Menschen noch ungewohnt ist, sondern während des gesamten Jahres lassen wir unsere FSJler nicht allein“, betont Vogt-Elsaß.

So sind im Zentrum immer zwei Fachkräfte und eine Freiwillige gemeinsam im Dienst. Unter den insgesamt zehn Mitarbeitern am Karbener Standort gibt es darüber hinaus einen festen Ansprechpartner für die FSJler. Auch an Supervisionen hat Nina teilgenommen, um das eigene Tun zu reflektieren. Denn auch wenn die Betreuer im Psychosozialen Zentrum keine psychotherapeutischen oder medizinischen Angebote leisten, kann die Arbeit eine Herausforderung sein.

Nina hat diese gemeistert – und ist daran selbst gewachsen. Für die heute 19-Jährige war es wichtig, in dem Jahr zu spüren, dass sie wirklich im sozialen Bereich arbeiten möchte.

Wunsch gestärkt

„Mich hat das in meinem Berufswunsch sehr gestärkt“, sagt sie heute selbstbewusst. Der Austausch mit anderen FSJlern aus anderen Einrichtungen – Kindergärten, Grundschulen, Kirchengemeinden – bei gemeinsamen Seminaren hat das noch einmal verstärkt.

Vogt-Elsaß weiß, dass das eine wichtige Motivation sein kann. „Gerade heute, wo viele Abiturienten noch nicht einmal 18 Jahre alt sind, kann diese Zeit der Orientierung sehr helfen.“ In einem dreiwöchigen Praktikum – das noch dazu nicht vergütet wird – sei das nur beschränkt möglich. Und: „Viele andere junge Menschen nutzen die Freiwilligendienste gezielt als Übergangsjahr“, erklärt Vogt-Elsaß. So wird die Zeit in der sozialen Einrichtung etwa als Wartesemester angerechnet.

Nina blickt nun, nach dem Abschied in Karben, gestärkt dem nächsten Kapitel entgegen: „Für mich war das FSJ eine wichtige Bestätigung, dass ich im Sozialen arbeiten möchte“, zieht sie Bilanz. „Der Kontakt mit Menschen ist mir sehr wichtig.“Bereits im August beginnt sie ihre neue Ausbildung: als Erzieherin. Die Erfahrungen des vergangenen Jahres werden ihr dabei sicher helfen.

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