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Geschichte: Theaterstück beschäftigt sich mit Szenen aus 1250 Jahren Oberdorfelden

Von Oberdorfelden feiert in diesem Jahr gemeinsam mit Niederdorfelden sein 1250-jähriges Bestehen. Was in der Ortsgeschichte passiert ist, oder das, was über die Geschichte erzählt wird, ist im September Gegenstand eines Theaterstückes. Es ist ein Kooperationsprojekt der evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden mit der Gemeinde Schöneck. Das Besondere: Ortsbewohner spielen vor der Kulisse des ehemaligen Pfarrhauses in Oberdorfelden ihre eigene Historie ab 768, der ersten urkundlichen Nennung der beiden Orte, als diese noch zusammengehörten. Es endet im Jahr 1968, zur letzten Jubiläumsfeier.
Die Darsteller proben eifrig vor und im Pfarrhaus in Oberdorfelden. Die Darsteller proben eifrig vor und im Pfarrhaus in Oberdorfelden.
Schöneck. 

„Heute ist Head-Set Abnahme. Wir konzentrieren uns auf die Mikrofone, der Prolog kommt über Band“, sagt Elisabeth Stüve. Die Darsteller haben sich vor und im Pfarrhaus postiert. Verschiedene Textpassagen von unterschiedlichen Standorten sind zu hören. Etwa die Frage nach der Existenz einer coolen Party in Oberdorfelden oder Sprechgesänge, bei denen die Darsteller skandierend rufen „Leid, Elend, Kampf. Kampf ums Überleben!“. Auch Feststellungen werden laut. „Die Heimat hat sich verändert, Generationen haben sie entwickelt, positiv wie negativ“.

Regieanweisung: Elisabeth Stüve leitet das Theaterstück. Bild-Zoom
Regieanweisung: Elisabeth Stüve leitet das Theaterstück.

Stüve leitet das Theaterstück, ist an der Produktion und dem Kulissenbau beteiligt. Derzeit ist sie mit dem Bau einer drei Meter hohen Kirche aus Holz und Leinwand beschäftigt. Das Stück thematisiert Begebenheiten wie die Reformation, den Bau der neuen Kirche, die 1765 fertiggestellt wurde, oder das Märchen vom ausgestoßenen Dreifuß, dass die Darsteller selbst entwickelt haben.

Flucht und Verlust

Erwähnung finden auch die beiden Weltkriege und der anschließende Neuanfang. „Es wird von Zeitberichten erzählt, der Flucht und dem Verlust von Angehörigen sowie der Schwierigkeit, akzeptiert zu werden“, sagt Stüve. Zu Beginn sei das Stück sehr historisch. Später bekomme es Lokalkolorit. Dennoch, sagt sie, richtet sich das Theaterstück nicht nur an die Einwohner von Oberdorfelden, sondern greift auch überregionale Themen wie die Brüder Grimm auf.

Regie führt Leon Bornemann, der das Theaterstück geschrieben hat, dabei aber die Ideen und Geschichten einiger Ortsbewohner berücksichtigt hat. Die Darsteller sind aus Oberdorfelden. Einzig die Rollen des Landstreichers und des Handelsreisenden werden von Auswärtigen besetzt. Jana Brey ist für die Kostüme verantwortlich. Die Vorbereitungen für das Stück laufen seit Ende 2017.

Wo Karten für das Stück im Vorverkauf zu bekommen sind

Karten im Vorverkauf gibt es im Landfrauen-Café Oberdorfelden, Bücherei Oberdorfelden, „Mein Lädchen“ in Niederdorfelden, Bücherstube Kilianstädten, Rathaus Kilianstädten, Rathaus-Drogerie Zinn

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„Auch zehn Poesiealben gingen durch den Ort. Die Einwohner verewigten darin ihre Erinnerungen an Oberdorfelden“, sagt Stüve. Mittlerweile wirken 22 Darsteller von 12 bis 80 Jahren mit, die auf diese Weise das „Wir-Gefühl“ in Oberdorfelden verstärken wollen. Passend zu den Stücken gibt es Musik, wie das Lied „Maikäfer flieg!“, das von Johanna Ruppert gesungen wird. Der 80-jährige Erwin Kroner, der die Hymne von Oberdorfelden singt, hat besondere Erinnerungen an den Schönecker Ortsteil. „Ich wurde in Oberdorfelden geboren, bin in der Kirche getauft und habe hier geheiratet“, sagt er. Kroner sagt, dass er der Einzige sei, der die Hymne noch kennt. „Das Theaterspiel mit witzigen und informativen Passagen macht Spaß, und damit zugleich das Dorf zu unterstützen, ist nicht schlecht“, sagt der 15-jährige Max Bleich, der den Pfarrer durch die Geschichten spielt.

Ausstellung im Saal

Auch sein 12-jähriger Bruder Nils wirkt mit. Er ist der jüngste Darsteller. Erste Eindrücke von den Proben gibt es bereits bei Facebook: „Ein Dorf spielt Theater“ und auf Instagram “#eindorfspielttheater“. Die Aufführung findet am 8. September jeweils ab 15 Uhr und 19.30 Uhr statt. Wenn das Wetter dann nicht mitspielt, finden die Aufführungen am 9. September zu den gleichen Uhrzeiten statt. Begleitend zur Aufführung gibt es eine Ausstellung im Saal des Gemeinschaftshauses. Gezeigt werden Poesiealben, das Märchen in Textfassung und eine Broschüre, mit Vorstellung der mitwirkenden Personen und Informationen zum Projekt.

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