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Deutsche Meisterschaf in Karben: Was ist eigentlich die Sportart Ringtennis?

Nicht häufig wird Karben der Austragungsort einer Deutschen Meisterschaften - und auch diese, die am Wochenende in Groß-Karben das interessierte Publikum begeisterte, galt eher einer Randsportart: Ringtennis. Doch wie funktioniert dieser Sport?
Sarah Engelken (links) und Henrike Jansen im Doppel. Im Team ist die Abstimmung das A und O. Foto: Horst O. Halefeldt Sarah Engelken (links) und Henrike Jansen im Doppel. Im Team ist die Abstimmung das A und O.
Karben. 

Die Sonne scheint auf das „Stadion an der Waldhohl“ in Karben, ein lauer Wind geht. Auf den Laufbahnen des Sportplatzes rund um das Fußballfeld reiht sich ein Ringtennis-Spielfeld an das andere. Jedes Feld ist 3,70 Meter breit und 12,20 Meter lang. In der Mitte ist ein Netz gespannt. Über das werfen sich Gegner – entweder alleine oder im Doppel-Team – gegenseitig Ringe aus Moosgummi zu. Was auf den ersten Blick wie ein sportliches Kinderspiel aussieht, entpuppt sich als eine unbekannte Randsportart mit vielen Regeln, Taktiken und sogar einer Weltmeisterschaft.

Die Spieler spielen gegeneinander und versuchen, den anderen mit verschiedenen Taktiken auszustechen. Dennoch ist alles sehr friedlich und sportlich-fair. „Erst heute Morgen habe ich mitbekommen, wie ein Schiedsrichter eine Fehlentscheidung zugunsten des einen Teams getroffen hat. Dieses Team hat dann mit Absicht einen Fehler gespielt und damit den Punkt wieder zurückgegeben“, berichtet Martin Menn, erster Vorsitzender der Turngemeinde Groß Karben 1891 e.V. Dieses Jahr übernahm der Verein die Turnierleitung der Deutschen Meisterschaften im Ringtennis.

Das sind die Sieger

In den Jugendgruppen gewannen im Einzel Maximilian Brosa vom TV Rübenach, Maurice Binder vom TV Kieselbronn, Henrike Jansen aus der Turngemeinde Groß-Karben 1891 e.V.

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Über das ganze Wochenende verteilt, finden in Karben viele verschiedene sportliche Wettkämpfe in Einzel-, Doppel- und Mixed-Wettkämpfen statt, von der Jugend- bis zur Leistungsklasse sind alle Klassen vertreten. Freitag, 9.45 Uhr fällt der Startschuss. Bürgermeister Guide Rahn, Staatsministerin Puttrich und Norbert Kartmann (alle CDU), Präsident des Hessischen Turnverbandes begrüßen die Spieler.

Mit Drall werfen

Wenn der gegnerische Spieler den Ring nicht fängt oder dieser in die neutrale Zone fliegt, bekommt man einen Punkt. Die neutrale Zone ist ein durch Linien abgetrennter Bereich unmittelbar auf beiden Seiten des Netzes. Die Mitte des Feldes darf also nicht betreten werden. Gespielt wird in zwei Runden, die zwei Mal acht Minuten dauern. In der Leistungsklasse wird dabei zwei Mal zehn Minuten gespielt.

Eine deutsche Meisterschaft will gut organisiert sein Bild-Zoom
Eine deutsche Meisterschaft will gut organisiert sein

Aufgabe wird wie beim Volleyball hinter der Linie am Ende des Feldes gemacht. Beim Werfen ist es besonders wichtig, dass sich der Ring in einer Steigungsphase befindet. Er muss also von unten geworfen werfen. Außerdem darf er nicht wackeln, sondern muss stabil fliegen. Dabei gibt es verschiedene Wege, einen Ring zu werfen, wie etwa den „Tellerring“ oder den „Drallring“. Beim Tellerring wird der Ring flach und beim Drallring mit Drall geworfen, dabei dreht sich der Ringe während des Fluges um die eigene Achse. Wenn man den Ring gefangen hat, dürfen die Spieler, solange sie den Ring in der Hand halten, nur zwei Bodenberührungen machen, dabei gilt ein Fuß als eine Berührung. Laufen ist also verboten.

Viele fangen den Ring daher im Sprung, setzen die Füße wieder auf und werfen dann zurück. Dadurch können sie ohne zu laufen eine möglichst große Distanz zurücklegen. Außerdem muss der Ring sofort zurückgeworfen werden und darf nicht für längere Zeit in der Hand gehalten werden.

Große Ziele

„Es ist eigentlich wie Schach spielen. Man versucht, vorherzusehen, was der Gegner als nächstes macht und da dann dagegen zu spielen“, erklärt Ulli Bick, Gesamtleiter der Deutschen Meisterschaft im Ringtennis. „Was in diesem Sport besonders auffällig ist, ist die Gemeinschaft. Wir haben keine Feindschaften, wie in anderen Sportarten Man versucht, den Gegner mit Taktik zu schlagen und nicht körperlich.“

Oliver Elsner, 18, spielt in der Jugendklasse für Karben. Am Ringtennis gefällt ihm die Schnelligkeit des Spiels am meisten. „Ich mag das familiäre Umfeld und die immer gleichbleibenden Konkurrenten, die mit einem auch die Klassen wachsen. Dadurch, dass wir so wenige sind, kennt man jeden. Meine Ziele sind, an der Weltmeisterschaft 2022 teilzunehmen und selbst Trainer zu werden.“Katrin Höfelmayr, 37, vom SKG Roßdorf spielt seit mehr als 20 Jahren Ringtennis, weil sie daran Spaß hat und es sehr abwechslungsreich sei. „Es ist wie eine große Familie und ein sehr schöner Zeitvertreib. Ziele habe ich nicht, für mich ist es ein Freizeitsport und dient zum Ausgleich im Alltag.“

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