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Barrierefreiheit: Weiterer Bahnsteig kostet zu viel Zeit

Von Einen zusätzlichen Bahnsteig bauen, um barrierefrei zur S-Bahn nach Frankfurt zu gelangen? Die Idee des MS-Treffs für den Bahnhof Groß-Karben stößt im Rathaus auf Skepsis. Einen anderen Vorschlag dagegen will man eingehender untersuchen.
Der MS-Treff schlägt vor, einen weiteren, barrierefreien Bahnsteig auf der rechten Seite des Groß-Karbener Bahnhofs zu schaffen. Archivfoto: Dennis Pfeiffer-Goldmann Der MS-Treff schlägt vor, einen weiteren, barrierefreien Bahnsteig auf der rechten Seite des Groß-Karbener Bahnhofs zu schaffen. Archivfoto: Dennis Pfeiffer-Goldmann
Karben. 

Unerreichbar ist der Bahnsteig zur S-Bahn nach Frankfurt am Bahnhof Groß-Karben für alle, die keine Treppen überwinden können. An Multipler Sklerose (MS) Erkrankte und andere Betroffene fordern seit geraumer Zeit, dass sich das ändern muss. Zwar planen Land und Bahn den Umbau längst – doch frühestens 2028 könnte dieser realisiert sein. Eine schnelle Lösung scheint dagegen bis auf Weiteres erstmal nicht in Sicht zu sein.

Daran scheinen auch die jüngsten, neuen Vorschläge aus den Reihen der Mitglieder des Karbener MS-Treffs nichts zu ändern. Den schnellen Bau eines weiteren Bahnsteigs auf Kloppenheimer Seite hatte Peter Wolf-Schwalm vorgeschlagen (diese Zeitung berichtete). Denn von dort sei dann ein ebenerdiger Zugang möglich.

Jahrelanges Verfahren

Grundsätzlich eine machbare Lösung, doch sei diese in keinem Fall schnell zu haben, sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). „Wir hatten schon vor geraumer Zeit nach dieser Lösung bei der Bahn nachgefragt.“ Faktisch würde das einen Umbau des Bahnhofs bedeuten, samt aufwendigem und jahrelangem Planungs- und Genehmigungsverfahren. „Die Bahn aber hat ja schon einen Bahnhofsumbau geplant und die Genehmigung läuft bereits.“ Eine Änderung dieser Pläne würde wohl nur zusätzlich viele weitere Jahre Zeit kosten. „Man kann ja nicht einfach so einen Bahnsteig hinstellen.“

Zumal: Werde die S6-Strecke danach ausgebaut, müsse dieser Bahnsteig auch wieder weggerissen werden. Zumindest theoretisch, sagt Guido Rahn. „Wahrscheinlich wird der Vollausbau der Bahnstrecke schneller Realität als ein separater Bahnhofsumbau, der erst jetzt neu geplant würde.“

Schienen anbringen

Die andere Idee aus den Reihen des MS-Treffs aber will der Bürgermeister nun prüfen: „Ob wir die Buslinie 76 nach Okarben ausweiten können.“ Dort nämlich sind die Zugänge zu beiden Bahnsteigen bereits barrierefrei. Der 76er-Bus verkehrt seit Mitte Dezember wochentags von 10 bis 16 Uhr stündlich zwischen dem Bahnhof Okarben und dem Stadtzentrum.

Außerdem will Rahn nicht locker lassen in Sachen Treppenlift. Diese Idee der Stadt hatte die Bahn abgelehnt, weil der Treppenaufgang dafür zu schmal sei und anschließend Mindestbreiten für dessen Nutzung als Rettungsweg unterschritten würden. Ob das wirklich so sei, wolle er noch einmal im Detail überprüfen. Und falls es beim Nein bleibt, schwebt ihm eine weitere Übergangslösung vor: „Wir sollten schauen, ob nicht zumindest Schienen angebracht werden können, damit man einen Rollstuhl, Kinderwagen, Koffer oder ein Fahrrad hinaufschieben kann.“

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