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Firma widerspricht: Wenn die Inspektion schief läuft: Kundin fühlt sich reingelegt

Fällt der Kostenvoranschlag oder die Rechnung für eine Wartung oder Reparatur aus Sicht des Kunden zu hoch aus, dann droht Ärger mit der Werkstatt. So wie im Fall von Renate Kirmse aus Karben, die vom Ärger mit einer Bad Vilbeler Werkstatt berichtet.
Renate Kirmse, Leiterin der Schulbibliothek an der Europäischen Schule Rhein-Main, steht an ihrem reparierten Ford Fiesta. Foto: Christine Fauerbach Renate Kirmse, Leiterin der Schulbibliothek an der Europäischen Schule Rhein-Main, steht an ihrem reparierten Ford Fiesta.
Bad Vilbel. 

Renate Kirmse war schon öfters mit ihrem vier Jahre alten Kleinwagen, der inzwischen über 72 000 Kilometer auf dem Tacho hat, zur Wartung in einem Vilbeler Autohaus. „Ich war bisher immer mit dem Service zufrieden, doch dieses Mal war es nicht in Ordnung“, sagt die verärgerte Autobesitzerin. „Ich habe dem Unternehmen mitgeteilt, dass es meine Daten aus seiner Kundendatei löschen soll. Fehler zu machen ist nicht das Problem, sondern der Umgang damit.“

Die Kundin hatte ihren Wagen zur Inspektion angemeldet und wollte sich bei dieser Gelegenheit noch eine Anhängerkupplung für Fahrräder montieren lassen. „Die war mit 500 Euro sehr preisgünstig.“ Am nächsten Morgen erhielt sie einen Anruf eines Mitarbeiters, dass an ihrem Wagen die Zylinderkopfdichtung, ein Ausgleichsbehälter der Kühlung und die Bremsen erneuert werden müssten. Das koste sie ohne Anhängerkupplung 2500 Euro.

„Dass die Bremsen erneuert werden mussten, das wusste ich. Auf meine Frage, warum die Reparatur so teuer sei, sagte der Mitarbeiter: „Weil wir den Motor ausbauen müssen“. Darauf überlegte sie sich, ob sie ihr Auto nicht lieber verkaufen sollte. Das Autohaus bot ihr auf ihre Nachfrage hin innerhalb von drei Stunden drei Fahrzeuge an.

„Holen Sie ihr Auto ab"

Zusätzlich rief sie den Autohändler in Karlsruhe an, bei dem sie ihren Wagen gekauft hatte. Er bot ihr an, sich mit dem Vilbeler Autohaus in Verbindung zu setzen. „Er hat mich um 18 Uhr angerufen und gesagt: „Frau Kirmse, holen Sie ihr Auto aus dieser Werkstatt wieder ab. Sie müssen ihren Wagen nicht zu mir zur Reparatur bringen, aber in eine andere Werkstatt. Ich habe kein gutes Gefühl bei dieser Sache. „Ihm hatte man andere als die mir genannten Reparaturen aufgeführt.“ Zudem sei bei einer Reparatur des Zylinderkopfes kein Motorausbau nötig, weshalb er so skeptisch sei.

„Ich habe mein Auto aus der Werkstatt in Bad Vilbel wieder abgeholt, zuvor alle Flüssigkeiten wieder auffüllen lassen. Auch wollte ich mir den Schaden zeigen lassen, damit ich wusste, worauf ich beim Fahren achten muss. Doch der Werkstattleiter war nicht mehr da. Der Mitarbeiter bestätigte mir ebenfalls, dass der Motor nicht hätte ausgebaut werden müssen.“

Das sagt der Chef der Kreishandwerkerschaft

Zu dem Vorfall erklärt Björn Hendrischke, dass das genannte Autohaus von der für die Wetterau zuständigen Kfz-Schiedsstelle in Gießen bislang nicht in Erscheinung getreten sei.

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Ihr Sohn brachte ihr Auto zur Werkstatt nach Karlsruhe. Dort bot man ihr eine Anhängerkupplung für 700 Euro an, bestätigte ihr, dass die Bremsen defekt sind, die Zylinderkopfdichtung aber in Ordnung sei und das defekte Teil an der Kühlung 73 Cent koste. „Die Rechnung inklusive Anhängerkupplung und Mehrwertsteuer belief sich auf 2100 Euro.“

Stellungnahme

Inzwischen hat das Vilbeler Autohaus schriftlich Stellung zum Vorfall genommen, das Schreiben liegt dieser Zeitung vor. Es spricht hier von einem Missverständnis. So hätten sich die genannten Kosten von 2500 Euro auf alle drei Aufträge bezogen.

Beigefügt ist hier der Kostenvoranschlag für den Austausch des Stirnrades, mit dem der Ausbau des Motors verbunden sei. Hier beziffert werden gut 1000 Euro für diesen Vorgang inklusive aller Ersatzteile. Auch geht die Werkstatt auf eine technische Information des Herstellers ein. Demnach müsse der Motor nicht zwingend ausgebaut werden. „Da wir jedoch die Erfahrung gemacht haben, dass diese Reparatur wesentlich sauberer und besser verläuft, haben wir den Motor in der Vergangenheit stets ausgebaut. Der Mehraufwand ist geringfügig höher und wurde bisher keinem unserer Kunden berechnet.“ Man habe stets nach den Vorgaben des Herstellers gemäß dieser Informationen gearbeitet abgerechnet. „Und zum Vorteil unserer Kunden gearbeitet.“

Doch diese Antwort konnte die Zweifel bei der Kundin nicht beheben. „Das nachträgliche Angebot war sehr interessant. Besonders, da hier die Reparatur eines Schadens genannt wird, der am Telefon und bei der Abholung des Fahrzeuges ein anderer war. So finde ich auch keine Zylinderkopfdichtungs-Reparatur aufgeführt“, sagt die Kundin.

Motorausbau als Grund

Die Begründung für die Höhe des Preises – ob mit oder ohne Anhängerkupplung sei dahingestellt – war jedoch eindeutig der notwendige Ausbau des Motors. Wenn dieser nicht berechnet wird – wie im Brief behauptet – „wie kann er dann Begründung für den Preis sein?“, fragt Kirmse. Ihr Vertrauensverhältnis zur örtlichen Werkstatt ist jedenfalls zerstört.

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