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Wie die Wetterauer jüdische Geschäftsleute vertrieben

Die Situation für Juden in Butzbach, Karben und anderen Orten der Wetterau nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sei ähnlich gewesen.
„Es geschah mitten unter uns“: Der Butzbacher Historiker Dieter Wolf berichtete auf Einladung der Initiative Stolpersteine in Karben über Schicksale von Butzbacher Juden.
Foto: Susanne Krejcik „Es geschah mitten unter uns“: Der Butzbacher Historiker Dieter Wolf berichtete auf Einladung der Initiative Stolpersteine in Karben über Schicksale von Butzbacher Juden. Foto: Susanne Krejcik
Karben. 

Die Situation für Juden in Butzbach, Karben und anderen Orten der Wetterau nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sei ähnlich gewesen. Das sagt Dieter Wolf, Stadtarchivar und Leiter des Museums Butzbach. Auf Einladung der Initiative Stolpersteine hielt er im evangelischen Gemeindehaus Groß-Karben einen Vortrag zum Thema "Als aus Nachbarn Juden wurden – Ausgrenzung, Flucht und Verfolgung der Juden aus Butzbach und Umgebung 1933 – 1945".

Von den 5000 bis 6000 Einwohnern Butzbachs im Jahr 1933 seien etwa 150 Juden gewesen, so Wolf. Zu dieser Zeit habe es 17 jüdische Geschäftsinhaber in Butzbach gegeben. Darunter etwa die Schuhmacher Nathan und David Britt. Ebenso wie andere Geschäftsleute wurden sie Opfer der sogenannten "Arisierung", mit der die Nationalsozialisten Juden aus dem Wirtschafts- und Berufsleben drängten.

Beliebt sei das Uhrmacher- und Schmuckgeschäft von Hermann und Paula Löb gewesen. Trotz Boykott-Aufrufen hätten die Butzbacher noch einige Zeit bei Löbs eingekauft. So sei der Laden im Jahr 1937 das letzte jüdische Geschäft in Butzbach gewesen, das schließen musste; andere mussten bereits 1935 oder 1936 zumachen.

Nach den Erfolgen der Partei bei den Reichstagswahlen 1933 habe die NSDAP-Ortsgruppe in Butzbach großen Zulauf gehabt. Wolf zeigt ein Foto, auf dem eine Gruppe Parteimitglieder in Uniformen auf dem Butzbacher Marktplatz zu sehen ist, den Arm zum Hitlergruß erhoben. Von den Butzbacher Juden seien rund ein Drittel im Holocaust ermordet worden, sagt Wolf. kre

Der Künstler Gunter Demnig verlegt heute um 16 Uhr am Rathaus in Schöneck-Büdesheim und am Montag (14. Mai), 9 Uhr, in Okarben (Hauptstraße 29) Stolpersteine für jüdische Familien.

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